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Bildmanipulationen

Oft ist man sich nicht bewusst, wie leicht heute Bilder manipuliert werden können. Wir sammeln hier Beispiele, wo Bildmanipulationen Schlagzeilen gemacht haben. Die Techniken sind verschieden. Hier sind 24 verschiedene Manipulationstypen:



Fotomontage

Ein Bild zeigt den US Senator John Kerry und die Schauspielerin Jane Fonda, wie sie zusammen auf einer Anti-Vietnam Demo auftreten. In Wirklichkeit sind die zwei Bilder an verschiedenen Anlässen und Orten entstanden. Das Bild von Kerry wurde von Ken Light an einer Friedensdemo in Meneola, New York am 13. Juni 1971 aufgenommen. Das zweite Bild zeigt Jane Fonda ein Jahr später an einer Zusammenkunft im August 1972 in Miami Beach.





Sichtbar ist die eigene Hand des Mannes. Ein Finger wurde wahrscheinlich nachträglich elektronisch hineinkopiert. Die Foto könnte auch authentisch sein, wenn eine Fingerkuppenattrappe aufs Auge geklebt wird und die Faust den Zeigefinger verdeckt.


Das linke Bild ist das Original. Es wurde in Louisiana im Juni 2001 gemacht. Das zweite Bild ist spektakulärer, zeigt einen Dreifachen Tornado. Es erschien im Oktober 2002. Es wurde im Zusammenhang mit dem Hurricane Lili in den Medien herumgeboten. Hier ist eine Bildquelle


Ein neueres Beispiel: Vier iranische Raketen, die parallel in den Himmel rasen: Das spektakuläre Foto wurde von einigen der grössten Medien der westlichen Welt veröffentlicht. Jetzt stellt sich heraus: Das Bild ist eine Fälschung, die Redaktionen sind auf iranische Propaganda hereingefallen.

4 iranische Raketen rasen in the Himmel
Das Originalfoto zeigt, dass eine der Raketen nicht funktionierte. Quelle: Spiegel vom 10. Juli 2008


Kurz darauf haben auch die Spassvögel ihre Versionen des Bildes aufs Netz geladen: "More Cowbell:" Flicker source


Die Aufdeckung der Photoshop Arbeit. Quelle


Jürgen Trittin 1994 auf einer Demo in Göttingen: Das Original stammt von einer TV-Aufnahme (Quelle: Spiegel.de)
Trittin in der "Bild-Zeitung" vom Januar 2001): Das Seil mutiert zum Schlagstock. (Quelle: Spiegel.de)


Shawne Fielding, die Botschafterfrau musste das kürzlich erleben, als ihr Gesicht in Fotomontagen verwendet wurden. (siehe Aktuell Beitrag vom 27. Mai).

Um diesen Beitrag zu illustrieren konnten wir die original Manipulation nicht verwenden und hatten in einer Foto das Pferd durch ein Iguana Reptil ersetzt. Die Fotomontage zeigte auch, dass Teile der Bilder wie hier die Beine oder der Kopf des Pferdes zum Verschwinden gebracht werden können, indem der Hintergrund künstlich rekonstruiert wird.


Beispiele einer auf der Webseite www.worth1000.com gesammelten Photoshopo Manipulationen wurde am 21. April 2005 im Spiegel diskutiert. "Platzieren Sie Werbelogos an Stellen, an denen man diese nicht erwarten würde" - so lautete die Wettbewerbsaufgabe.


Ein Beispiel einer Manipulation, die von der Zeitung "El Mundo" aufgedeckt wurde und im "Bild am Sonntag" vom 25. Dezember 2005 auf Deutsch erzählt wurde: Das obere Bild zeigt eine Weihnachtsfoto mit Spaniens König Juan Carlos und seiner Frau Sophia. Auf dem Bild sind auch 7 Enkel. Die 7 Monate alte Irene wurde ihrem Bruder Juan auf das Schoss montiert. Ein Palastsprecher bestätigte, dass das Bild aus verschiedenen früherern Aufnahmen zusammengesetzt worden ist.

Bildquellen: "Bild vom Sonntag"


Stephanie von Monaco erschien mit verschiedenen Babies auf Illustrierten, zum Teil vor der Geburt des Kindes.
Quelle: Teil der Wanderausstellung "X für U - Bilder, die lügen"


Dodi und Diana: Dodi hatte im Originalphoto rechts den Kopf gedreht. Das Foto von Dodi Al-Fayed und Diana stammt aus dem Jahre 1997. Quelle: Wanderausstellung "X für U - Bilder, die lügen" und Spiegel.


Nachtrag 2010: Der Tagesanzeiger hat mehr PhotoshopDisasters:



Wenn Fotomontagen falsch gemacht worden sind, kann es auch lustig werden, wie hier: Im linken Bild wurde eine Hand übersehen. Das rechte Bild soll im Playboy Magazin erschienen sein. Bei der Retouche ist der Bauchnabel verschwunden. Quelle.

Beispiele, gesammelt und kommentiert in "20 Minuten"
Quelle.
Bangelina Klatsch: Ein Kind mehr auf einem Klatschspaltenbild der Familie Brad Pitt/Angelina Jolie ist im "Intouch Germany" erschienen. Quelle.
Auch Politiker sind eitel. Sarkosy im Sommer 2007 in New Hampshire. Eine Speckrolle wurde wegretouchiert.


Quelle: 20 Minuten vom 23. Januar 2007, und Bild vom 23. Januar: Eine Bildmanipulation, oder nicht?

Beispiel Farbmanipulation

Viele Bilder sind heute verändert. Am häufigsten werden wohl Hautfehler rausretouschiert oder Farben korrigiert.

Ein bekanntes Beispiel, wo mit Farbveränderungen ein Bild manipuliert wurde war ein Foto von Luxor (Attentat auf Touristen am Tempel der Hatschepsut vom 17.11.1997), wo die Farbänderung der Blick Zeitung eine Wasserlache blutig erscheinen liess. ( Quelle).

Es ist jedoch kein Problem auch für Laien, Gesichter, Umgebung etc. in Fotos zu manipulieren. Siehe auch den Aktuell Beitrag vom 25. Januar.


Fotorotation

Eine Bildverdrehung vom Februar 2003 in der Weltwoche war, ist hier geschrieben.


Fotogeometrie

Blix in einem Bild vom 20. März, 2003
Am 20. März 2003 erschien auf verschiedenen Webseiten ein Bild vom Waffeninspektor Blix, das in der Breite geschmälert war (siehe Bild oben und rechts). Die Sache ist wahrscheinlich ein Lapsus, illustriert jedoch die Tatsache, dass der Einfluss und der Erfolg der Waffeninspektoren klar "geschmälert" war, als der zweite Golfkrieg begann. Im Jahre, 2002 konnte man noch Bilder von Blix finden (siehe unten), wo der Effekt umgekehrt ist. Im CNN Bild auf unten scheint die Breite des Bildes eher zu gross.
Blix in einem Bild vom Jahre 2002



Ein von Fox News geändertes Foto: Ein verlängertes, geschmälertes Gesicht und gelbe Zähne verunstalten die Foto des New York Times Reporters Jacques Steinberg. Auch die Schatten unter den Augen sind verstärkt worden. Das Kinn wirkt länger, die Nase wurde mit Fotoshop vergrössert. 2. Juli 2008. Quelle: Mediamatters.org.

Auch das Gesicht des New York Times Editors Steven Reddicliffe wurde manipuliert. Neben der Fotogeometrie, den Zähnen, wurden auch Schatten unter die Augen verstärkt. Haare wurden in Fotoshop heraufgeschoben, man sieht klar wie die Stirn verwischt wurde. 2. Juli 2008. Quelle: Mediamatters.org. Siehe auch: NYT Artikel: When Fox news is the story.


Fotokombination

Während des zweiten Golfkrieges recherchierte der Los Angeles Times Reporter Brian Walski in Basra, im Süden Iraks. Er lieferte der Zeitung dabei folgendes Foto:

Brian Walski's Montage


Das Foto erschien auf der Frontseite in der LA Times am 31. März 2003. Es wurde nach der Publikation aber bemerkt, dass einige der Personen zwei mal im Bild auftauchen. Tatsächlich gab der Reporter zu, das Bild mittels Computer von zwei Bildern zusammengesetzt zu haben. Er wollte damit den Eindruck des Bildes verbessern. Journalistische Ethik verbietet die elektronische Veränderung von Bildern. Das war ein Grund für die Zeitung, Walksi zu entlassen. Hier sind die zwei Bilder, mit denen das obige Bild zusammengesetzt wurde:

Brian Walski's erstes Bild Brian Walski's zweites Bild


Finden Sie die verdächtige Stelle im manipulierten Bild? Fotoquelle: La Times.
Nachdem diese Manipulation aufgeflogen ist, kamen auch andere Fotos des berühmten Fotographen unter Verdacht: (Fotoquelle: Kalifornische Pressefotographen Verbindung.)

Brian Walski's Foto Brian Walkis's Foto




Bildübermalung

Bevor der Zeit von Computern wurden Bilder manipuliert. Hier ein Beispiel aus der Sowjet Zeit. Hany Farid von Dartmouth College, der Computersoftware entwickelte, die Manipulationen erkennen kann, meinte in einem CNet Artikel, dass die Kunst der Bildmanipulation schon damals recht gut war.


Das Originalbild: Lenin mit TrotskyDas manipulierte Bild: Lenin ohne Trotsky
Der Hintergrund wurde übermalt. Quelle: Dartmouth College, Image Science Group
Der Blink Test oder die Bilddifferenz (die Bilder wurden leicht gedreht und verschoben um eine bessere Übereinstimmung zu kriegen), zeigen, dass neben Trotsky noch drei andere Personen übermalt worden sind.





Zeitsprung

Das Hilton-Hotel Dubai "Jumeirah " im Prospekt und in Wirklichkeit. Fotomontage, alte Foto oder eine geschickte Perspektive? Die zwei Fotos sind von verschiedenen Orten aufgenommen worden. Dadurch können andere Gebäude ausgeblendet sein. Eine der Fotos könnte auch aus einer Zeit stammen, als die anderen Hochhäuser noch nicht gebaut waren.


Blickwinkel

Die Wahl des Blickwinkels bei Fotos kann das "Bild" des Betrachters auch beeinflussen, ist aber im engeren Sinne nicht unbedingt Bildmanipulation. Ein Beispiel ist der Sturz der Saddamstatue. Ein Blick von Weitem zeigt dort ein anderes Bild als die meist gesehenen Nahaufnahmen:



Man sah im Nachhinein, dass der Fall der Hussein Statue ein weniger populärer Akt war als die Fernsehbilder zu vermitteln versuchten. Der Ort des Geschehens war sorgfältig abgeriegelt worden. Nur wenige Irakis waren dabei. Die Blickwinkeländerung hatte das verborgen. Man kann solche Effekte häuffig bei Demonstrationen beobachten. Ein Grüppchen von Demonstranten mit Plakaten kann vor der Kamera als Grossaufmarsch "verkauft" werden, wenn der Blickwinkel stimmt.

Ein anderes Beispiel war während es Irak-Kriegs im Jahre 2003 aufgetaucht wo der linke und rechte Ausschnitt verschiedene Aussagen machen.


Quelle: Ursula Dahmen, Wanderausstellung "X für U -Bilder, die lügen". Spiegel.


Kontextkombination

Die zwei Bilder links zeigen einen Jäger, der im November 2001 in Alaska einen 4 Meter langen und 800 Kilo schweren Bären geschossen hat. Im Jahre 2003 zirkulierten die Bilder zusammen mit einem Bild das die Überreste eines Menschen zeigt, der anscheinend das "letzte Mahl" des Bären gewesen sein soll. Obwohl das Bild rechts tatsächlich einen Toten zeigt, der von Tieren angefressen worden ist, hat das Bild nichts mit den anderen zwei Bildern zu tun. Die Quellen sind verschieden, die Bilder waren über Jahre seperat verbreitet worden.





Sammlung von Fälschungen

Aus dem Museum der Fäschungen


Bush liest Buch. Kursierte im Internet um 2000. Wir geben unten Mehr Details, die angeben, warum man weiss, dass das Bild eine Montage ist. Details dazu wurden auf der "Urban Legends Reference Pages" von Barbara and David P. Mikkelson gegeben. Toter Lincoln. Das Bild soll den toten Lincoln im Sarg zeigen. Das Bild kursierte nach dem Bürgerkrieg. In Wirklichkeit liess die Armee keine Bilder von Lincoln im Sarg zu.
Hai Bild. Das Bild kursierte auf dem Internet im Jahre 2001. Der Hai war einfach ins Bild hineinkopiert worden. WTC Schnappschuss. Kursierte im Jahre 2001. Der Text behauptete, dass das Bild von einer Kamera in den Trümmern gefunden worden sei. Das Bild is gefälscht: die Maschine war eine 767, nicht die 757 auf dem Bild Auch die Anflugsrichtung des Flugzeugs ist falsch.
Mutierte Katze. Kursierte im Jahre 2000 auf dem Internet. Im Text wurde behauptet, die 42 Kilo schwere Katze sei in der Nähe eines Atomkraftwerks aufgewachsen. Der Besitzer hatte das Bild aber als Scherz gemacht und Freunden geschickt und nie gedacht, dass die Sache Millionenfach verbreitet würde. Hitler als Kind. In den 30er Jahren wurde das linke Bild oft in Zeitungen gezeigt und behauptet, dass es Hitler als Baby sei. Im Jahre 1937 fand eine Frau, Harriet Downs heraus, dass das Bild ihren eigenen Sohn zeigt. Es ist unklar woher der Fälscher dieses Bild erhalten hatte.
Vietnamkämpfer. Das obere Bild kursierte im Jahre 1991. Die Behauptung war, das diese Soldaten in Kambotscha immer noch am Leben seien. Das Bild war aber eine Fotomontage, die von einem Foto aus dem Jahre 1923 gemacht worden war, das Russische Soldaten zeigt. 1. Weltkrieg Flugfotos. Das Bild war in einem Buch "Tod in der Luft: Ein Kriegstagebuch und Fotos eines Piloten", das 1933 publiziert worden war. Erst 1994 fand man heraus, dass alle Fotos falsch waren. Die Bilder zeigen Modellflugzeuge.


. Dass das Buch tatsächlich manipuliert wurde, ist hier im Jahre 2002 erklärt worden (siehe unten).
Eine Fälschung. Bush liest im umgedrehten Buch. ( Eine der vielen Quellen) Ein Bild, das Bush mit einem zugemachten Feldstecher zeigt. Titel: "Warum sie Bin Laden nicht gefunden haben". ( Eine der vielen Quellen)
Das originale Bild (von Associated Press). Man beachte die Orientierung des Bildes auf dem hinteren Buchdeckel. Die digitalen Fälscher haben versehentlich das Bild falsch gedreht. Hier ist das manipulierte Bild. Für mehr Details, siehe die "Urban Legends Reference Pages" von Barbara and David P. Mikkelson. Ein Vergleich der hinteren Buchdeckel zeigt, dass der hintere Buchdeckel vom Fälscher falsch hineingepasted worden ist.
Der vordere Buchumschlag vom Buch "A patriotic Primer" von Lynne Cheney. Der hintere Buchumschlag vom Buch, "A patriotic Primer" von Lynne Cheney.

Gestellte Szenen



Im Mai des Jahres 2004 wurden Bilder von angeblichen Folterungen von Britischen Soldaten im "Daily Mirror" veröffentlicht. Bald stellte sich heraus, dass die Bilder Fäschungen sind. Der verantwortliche Redaktor musste gehen. Diese Bildmanipulationen sollen mit gestellten Szenen fabriziert worden sein. Zum Teil sieht es so aus, als ob die Bilder nachträglich bearbeitet worden sind. Hier sind die Punkte, die BBC auflistet:

1. Der Lastwagen unterscheidet sich von im Irak gebrauchten Typen.
2. Einige meinen, die Gewehre seien SA80 Mk I, nicht Mk II Modelle, die im Irak gebraucht werden.
3. Ein Experte meint, die Waffe sei zu "pristine". Das Magazin sollte geschlossen sein.
4. Die Armee verwendet keine Kartoffelsäcke als Kappen.
5. Zweifel an Bekleidung und Taschen, die nicht voll sind und unfertig scheinen.
6. Bildanalysespezialisten sagen, der Urinstrom sei nicht authentisch. Die Schatten könnte digital beigefügt worden sein.
7. Das Hemd wäre nach all den Misshandlungen nicht mehr so sauber.
8. Die Soldaten würden die Schuhe parallel und nicht gekreuzt binden.
9. Die Soldaten würden die Hosen nicht in die Schuhe schieben.
10. Das T-Shirt sollte schmutziger sein.
11. Die Soldaten tragen keine "floppy hats".
12. Die Position des Opfers zeigt nicht, dass es Schmerzen hat.
13. Miltäreinheitspatten sollten sichtbar sein.




Im "Blick" erschien das nebenstehende Bild zweimal, ohne Hinweis, dass die Pizza und der Wein im Crashfahrzeug im Nachhinein hingestellt worden sind. Um zu belegen, dass der "Raser" Daniel W. während seiner tödlichen Fahrt eine Pizza gegessen und getrunken hat wird "Blickreporter" Ralph Donghy vorgeworfen, die Utensilien im Wagen zusammengesucht und drapiert haben. Das Bild erschien im "Blick" ohne Hinweis auf die Manipulation. Blick Chef Werner de Schepper nahm seinen Journalisten in Schutz und meinte, dass dieser im Unfallauto nichts angerührt habe und der Garagist die Objekte dorthin getan hatte. Der "Blick" fand es unnötig, in einer Legende die Situation zu erklären.
Der Journalistenkodex verlangt - dass manipulierte Bilder als solche gekennzeichnet werden müssen. Die Legende bezeichnet jedoch das seitenfüllende Bild als "Dokument". Falls die Objekte im Nachhinein hingestellt worden sind, wäre das eine grobe Manipulation der Realität". (Quelle: Sonntagszeitung vom 12. Dezember 2004).




Nachtrag vom 13. Dezember: "Blick" vom 13. Dez rechtfertigt die manipulierte Fotografie

Unter dem Titel: "Blick sagt, um was es wirklich geht" - streitet Blick ab, dass der Reporter die Pizza und die Weinflasche selbst hin-trapiert habe. Auch streitet die Redaktion die These ab, dass der Garagist vom Journalisten unter Druck gesetzt worden sei.

Nach unserer Sicht geht es gar nicht um diese Streitfragen. Tatsache bleibt, dass das Foto manipuliert wurde und die Manipulation nicht gekennzeichnet worden war. Pizza und Weinflasche war nach dem Unfall nicht mehr auf dem Sitz. Man hatte sie "hin manipuliert". Nach den harten Vorwürfen der zwei Sonntagsblätter wollte die "Blick" Redaktion ihren Lesern bewusst machen, dass es der Zeitung lediglich um das Bewusstmachen der Fahrlässigkeit eines Fahrers ging und sie keine Schuld trifft.


Auswahl



Die wohl subtilste Bildmanipulation ist die Auswahl der Bilder. Beim Schiavo Fall wurde oft (hier im Beispiel CNN), die Komapatientin je nach Kontext in verschiedenem Zustand gezeigt.

CNN Slideshow: im Kontext des Entfernens der Schläuche. Terry scheint niedergeschlagen. CNN Slideshow: im Kontext des "Wieder-Einführens der Schläuche. Terry scheint glücklich.




Retouchierte Assessoires



Spiegel online (25. Januar, 2005) deckte eine PR Retouche in einem Foto von Siemens Chef Klaus Kleinfeld auf. Auf einer Variante der Foto war offensichtlich die Rolex Uhr digital rausretouchiert worden. Siemens Sprecher Peter Gottal wehrte sich gegen diese Darstellung und sprach von zwei Fotos. Man habe die Foto ohne Uhr genommen, weil die Uhr sonst zu dominant sei. Dass Siemens gerade einen Profitrekord gemacht hat, aber 1350 Stellen gestrichen hat, war da wohl ein Grund dazu. Ob die Bilder verschiedene Bilder sind oder nicht lässt sich wohl nicht 100 prozentig entscheiden. Urteilen Sie selbst. Wir haben neben den zwei Fotos vom Spiegel, die digitale Differenz der zwei Bilder berechnet (es gibt mehr Unterschiede als erwartet, weil beide Bilder auf einer JPG kompression basieren), und illustrieren die Differenz auch mittels einer Blinktechnik aus der Astronomie:

Kleinfeld mit Rolex Kleinfeld ohne Rolex
Digitale Differenz der beiden Bilder Die zwei Bilder im Blink test






Clement Hurd Der Autor Clement Hurd ist auf de Foto links ohne Zigarette zu sehen. Hurd ist ein Kinderbuchautor und hatte den Klassiker "Goodnight Moon" geschrieben, ein Buch, das in den US praktisch allen Kindern im Vorschulalter vorgelesen wird. In älteren Ausgaben des Buches ist der Autor noch mit Zigarette zu sehen. Später wurde die Zigarette rausretouchiert. Rechts sehen wir die unmanipulierte Foto, leider nicht mit der selben Auflösung.

Credit: Image Science Group, Dartmouth College und www.dreamkidland.com/thhb/moon/hurd.jpg
Clement Hurd


Schwitzfleckentfernung



Vom Spiegel entdeckte Manipulation einer Foto von Angela Merkel. ( Details).

Das manipulierte Foto Das originale Foto Blink Test


Apropos Merkel: ein Bild von Schröder mit seiner Frau, indem Doris Schröder durch Angela Merkel ersetzt wurde, ist in einem Telekolleg "Medienkompetenz: 7. Verfälschung, Manipulation, Klischees" erschienen

Das Original Das manipulierte Foto Blink Test


Modell



Am 1. Februar 2005 meldete CNN, dass eine Foto eines Amerkanischen GIs, die auf einer Islamischen Webseite zu sehen war, in Wahrheit eine Spielzeugfigur ist. Die Firma "Dragon Models USA" hatte diese Figuren im Jahr 2003 produziert. Die Actionfigure heisst "Cody" und ist mit Kleidern und Waffen versehen, die im Irak im Einsatz sind. Verschiedene Details sind nicht richtig: konventionelle Truppen haben keine Tarnfarbe im Gesicht, die Hosen sind etwas zu weit und ein Detail am Jacket stimmt nicht.



Schauspieler



Das erste Bild wurde in Bagdad, beim Fall der Saddam Statue gemacht. Es zeigt, einen jubelnden Iraker. Der gleiche Mann, ein paar Wochen früher mit Ahmad Chalabi. Im dritten Bild ist der richtige Mann zu sehen. Im Blog, in dem diese Entdeckung gemacht wurde, wird spekuliert, dass der Mann als Schauspieler zu Propagandazwecken in Bagdad eingesetzt worden war.

Quelle


Herr Schaetti schrieb us am 7. Oktober 2007: "Beim Foto rechts handelt es sich, wie von Musikkennern nur unschwer zu erkennen ist, um den amerikanischen Songwriter Billy Joel (Photo). Interessant, dass Joel auf ihrem bild etwas zu viel Kopfschmuck trägt."

Es ist also möglich, dass diese Schauspielergeschichte eine Ente (oder Scherz) gewesen ist und es sich um verschiedene Personen handelt.




Überbelichtung





George Bush schrieb auf einen Zettel: "Ich glaube, ich muss bald auf die Toilette. Ist das möglich?". Die Foto ist authentisch und Bush hat den Satz tatsächlich geschrieben. Reuter musste aber zugeben, dass ein Teil der Foto nachträglich überbelichtet werden musste, damit der Satz besser lesbar ist.

Quelle: Reuters, CNet Artikel vom 31. Januar 2006


Tonänderung



Bei Filmdokumenten kann man natürlich den Ton ändern. Das Filmchen links ist ein Beispiel. Die Sache ist ein Gag. (Quelle).


Slowmotion



Eine Bildfolge eines Filmdokuments kann wirkungsvoller sein. Ein Beispiel ist eine freundschaftliche Kurzmassage, die US Präsident George Bush der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel verabreichte. Die Bildfolge ist viel eindrucksvoller als der Film.




Slowmotion verändert auch den Ton eines Filmes. Man kann damit subtil eine Stimme verändern. Hier ist ein weniger subtiles Beispiel:

Bild und Tonschnitt



Bei Filmdokumenten kann die Manipulation auf der Zeitachse passieren. Diese Bildschnitttechnik wird gut durch das Filmchen illustriert.


Videopositionierung

Das "Mission Accomplished" Banner auf der USS Lincoln im Jahre 2003 ist dem amerikanischen Weissen Haus so peinlich, dass das Video auf der Webseite Webseite (links ein Ausschnitt) so manipuliert worden war, dass das Banner nicht mehr sichtbar ist. Weil das Video herauf positioniert worden ist, ist ein schwarzer Balken sichtbar. Die Manipulation wurde in einem Video aufgedeckt.


Bildtarnung

Mit Photoshopfiltern unkenntlich gemachte Bilder bieten keine Tarnung. Das wurde einem Kinderschänder in Thailand zum Verhängnis. Der Swirlfilter, der er gebraucht hatte, war einfach zu invertieren, weil die Swirloperation invertierbar ist und ein Standard auf Photoshop ist. Man muss nur Parameter kennen, die die radiale Drehung rückgängig macht. Die meisten Photoshopfilter hingegegen wie Verwässern oder Blur sind nicht invertierbar.


Quelle: 20 minuten


Videovermischung





"Daily Show" Host Jon Stewart machte sich in der Sendung vom 10. November lustig über eine Manipulation von Fox News: eine Rally gegen die Gesundheitsreform war mit Video clips einer Demonstration vom 12. September gemischt worden, bei der viel mehr Leute anwesend waren.

Mehr Information auf Aktuell.


Video manipulation mit Autotune

Beispiel: Bankers Song: Quelle:

Untertitel

Eine weitere subtile Bildbeeinflussung kann bei der Beschreibung eines Bildes passieren. Ob ein Demonstrant einen Stuhl wirft "Ein Demonstrant wirft im Stuttgarter Schlossgarten mit einem Stuhl" oder einen Stuhl auf die Polizei wirft: "Unsere Aufnahme zeigt einen Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21, der einen Stuhl auf Polizeibeamte wirft" beeinflusst, wie man das Bild sieht. Quelle. Es geht uns in diesem Falle nicht darum, welche Interpretation richtig ist. Tatsache ist, dass die zwei Untertitel die Bilder unterschiedlich beeinflussen. Ob der Reporter der Bruchsaler Rundschau mehr gesehen als der Reporter des Spiegels, oder unterschwellig eine nicht auf dem Bild befindliche Interpretation reingerutscht ist, sei dahingestellt und für diese Bildmanipulations Sammlung unwichtig.

Der richtige Moment

Eine weitere subtile Manipulationstechnik ist der Moment, bei dem eine Foto gemacht wurde. Hier ist ein Beispiel, wo Obama im Moment des Nachdenkens fotografiert wird. Im CNN Filmbeitrag von Jeanne Moos vom November, 2010 kann man sehen, wie die Fotokameras im Moment loslegen bei dem Obama seinen Mund verzieht. Dieser Moment wird dann auf den Frontseiten der Zeitungen gezeigt.



Videoshop

Der Computer kann heute auch schon automatisch Objekte von Filmen wegmachen:


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