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www.rhetorik.ch aktuell: (27. Mai, 2001)


Fielding und die Medien (Fortsetzung vom Mai 6. Beitrag)


Fielding auf Iguana in CH-Botschaft,Fotomontage: rhetorik.ch,Quelle: Iguana:The worlds most spectacular reptiles and amphibians, World publications,Fielding: www.max.de Dass Shawne Fielding selbständig handeln will und den Beruf als Photomodell Priorität hat, wissen wir bereits. Dass sie sich auch nicht ins Korsett einer Botschaftergattin zwängen möchte, hat sie mehrfach bewiesen.

Dank verschiedenen Medienwirbel gelangte Shawne zu einem ungewöhlich hohen Bekanntheitsgrad. Sie genoss alle Medienauftritten. Die Präsenz in der Öffentlichkeit wurden gezielt genutzt. Dass nun nach den gewagten Bildern im Lifestyle-Magazin "Max" auch Szenenmagazine wie "tip" und "BZ" einen Schritt weitergehen könnten und den populären Kopf der Botschaftersfrau in einer Photomontage auf das Pin-up Girl Tracey Colman einsetzen würde; daran dachte Shawne wohl kaum. Doch ist dies gleichsam die Fortsetzungsgeschichte der bisherigen Geschichten.

Mit der Photomontage wollten auch fragwürdigere Magazine vom Bekanntheitgrad des Modells profitieren. Der offene Busen des britischen Erotikmodells mit dem fremden Kopf wurde zwar mit einem Balken abgedeckt. Doch verursachte die Aufnahme nicht nur in Berlin ein grosses Rätselraten: Ist sie es tatsächlich oder nicht? Auch das Ehepaar Borer war überrascht. Dass Shawne Fielding in diesem Fall wenig Verständnis zeigte für diese Publizität (Sie forderte sofort ihren Anwalt auf, rechtliche Schritte gegen die erwähnten Magazine einzuleiten) - dieses Verhalten ist durchaus nachvollziehbar. Handelt es sich doch eindeutig um eine unzulässige Manipulation und illustriert die Macht der Bilder. ( -Das Pferd von Fielding nimmt uns hoffentlich die obige Fontomontage nicht übel -. Lesen Sie mehr über Bildmanipulationen hier).

Die Pin-up Fotomontagen wurden in diesem Fall vom Departement des Äusseren nicht gross zu Kenntnis genommen. Dies sei Borers Privatsache, liess der Pressesprecher wissen. Trotz allem Verständnis für Shawnes Ärger müssen wir auch die Medien ein wenig verstehen.

Ohne die Vorgegeschichten und die umstrittenen Aufnahmen wäre die Versuchung bestimmt weniger gross gewesen, mit der Botschaftergattin ein derartiges Montagespiel zu spielen.

Fazit: Medien haben oft zwei Seiten. Wir können dank der Medienpräsenz populär werden. Aber wer sich gerne zu stark exponiert, läuft Gefahr, dass die Medien (und Internetseiten wie rhetorik.ch") die Popularität nutzen rsp. ausnutzen.



Nachtrag vom 29. August, 2001:

Fotomontage verboten
Die Fotomontage, welche die Schweizer Botschaftersgattin in einer Nacktdarstellung zeigte, ist nicht gestattet. Das hat die Justizpressestelle in Berlin entschieden, nachdem das Berliner Stadtmagazin "TIP" in der Maiausgabe Fieldings Kopf auf den unbekleideten Körper eines Fotomodells montiert hatte. Matthias Prinz, Fieldings Anwalt, sah mit der Montage das Selbstbestimmungsrecht der Mandantin verletzt. "TIP"- Anwalt Christian Schertz berief sich hingegen auf die Satire- und Kunstfreiheit. Shawne Fielding habe sich immer wieder in der Öffentlichkeit mit ihrem Körper inszeniert. Die Montage sei als bewertender Bezug auf eine Medienfigur zu verstehen. Schertz scheint nicht zu scherzen. Er kündigte weitere rechtliche Schritte gegen die Verfügung an.


Fortsetzung

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