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Nachdem bis zum heutigen Tage die Information lawinenartig zu
einer Informationsflut angewachsen ist, ist der Umgang mit der
Informationsfülle zu einem wichtigen Zeitproblem
geworden. Eine zentrale Frage ist: Wie soll man in einer Zeit
informieren, wenn viele damit kämpfen,
die Informationsflut zu bewältigen? |
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| Informieren und Information |
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Information spielt im
journalistischen Bereich, wie auch bei
Führungsprozessen,
eine zentrale Rolle. Wir sprechen heute von Informationsgesellschaft und
Informationszeitalter, Informatik ist eine eigene Wissenschaft geworden.
Information ist nicht mehr nur mit zwei Worten zu umschreiben wie im Jahre 1909,
als sich in Meyers Grossem Konversationslexikon lediglich der Eintrag
"Information (lat.): Unterweisung, Auskunft" befand. Die Definition von "Information" unter formalen Gesichtspunkten ist klar definiert (Shannon 1948). Für Mathematiker ist der Begriff für eine beliebig zusammengesetzte Kette von Buchstaben genau so anwendbar, wie für einen Satz aus "Schillers Tell". Die Wichtigkeit der Information in der heutigen Zeit ist jedermann tagtäglich klar. Auch Sicherheitspolitisch ist man sich der Wichtigkeit bewusst: Es heisst, dass der erste Weltkrieg der Krieg der Chemiker war (Gas), der zweite Weltkrieg der Krieg der Physiker (Atombombe) war und der dritte der Krieg der Mathematiker (Information) sein wird. (Zitat: S. Sing, "The Code book", Doubleday, 1999). Es zeigt sich in der Praxis, dass die Übermittlungsform (Zeichen, Worte, Bilder oder Töne) bei der Information keine so grosse Bedeutung hat. Zentraler ist der Inhalt, d.h. die Frage: Wie soll man informieren? Wichtige Punkte sind:
Mehr im Buch: "Informieren -aber wie?", 1984.
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| Die Informationsflut |
Die Gesamtheit des menschlichen Wissens verdoppelt sich ungefähr
alle fünf Jahre, wobei sich diese Verdoppelungszeit
ständig verkleinert. An der Wende vom 19. auf das
20. Jahrhundert betrug diese Rate noch ungefähr 50 Jahre. Jeden Tag
wurden 1995 auf der Weit 7000 Artikel veröffentlicht und 300 Millionen
Zeitschriften sowie 250 000 Bücher gedruckt,
während es bereits 640 Millionen Radio und Fernsehgeräte gab.
Während der letzten Jahre kam es mit dem Aufkommen des Satellitenfernsehens
und dem Internet zu einer zusätzlichen Explosion.
Die Aufnahmekapazität des Gehirns ist begrenzt und reagiert zwangsläufig mit Erschöpfungsanzeichen. Fachleute reden von einer Informationsasthenie (Informationserschöpfung). Die Explosion der Megabitbombe würde gegen eine Informationsbarriere stossen, behauptet Stanislaw Lem im Buch "Summa Technologia". Wir ertrinken gleichsam in einer Informationsflut. Dass das Angebot an Informationen sich weiterhin galoppierend (exponentiell) vergrössern wird, ist unbestritten. Jedenfalls ist heute schon die Menschheit von einem "Halo" in Gestalt von Pseudo- und Quasiwissenschaften umgeben, die sich überall einer beachtlichen Popularität erfreut. Anspruchsvolle Informationen werden kaum noch verdaut. Höchstens 3-5% der zugestellten Informationsflut beachten wir. Der Rest verrottet auf dem Informationsmüll. Die Lösung unsere Mitarbeiter noch mehr mit Informationsbroschüren, internen Zeitschriften, e-mails und Faxblättern zu beliefern (weil die Informationen angeblich nicht mehr aufgenommen werden) taugt nicht mehr. Im Gegenteil: Alle gutgemeinten Bemühungen im Kampf gegen das Informationsdefizit sind letztlich kontraproduktiv. Die Informationsflut wächst damit zusätzlich.
Der durchschnittliche Mensch rettet sich zwar vor der Informationsschwemme durch gezielte Reduktion und bewusstes Abblocken:
Viele suchen sich zu helfen mit bewusstem filtrieren der Informationen. Alles wird zwangsläufig eliminiert, was nicht unbedingt nötig ist. Der Mensch wird gleichsam dickhäutiger und immun gegen Inhalte, die schockieren oder Gefühle verletzen. Die Informationsfülle ist aber auch eine Chance:
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| Qualitative und Quantitative Information |
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| Informationsflut und Medien |
Der heutige Mensch nimmt pro Tag doppelt soviel Information auf, wie ein durchschnittliches Gehirn in dieser Zeitspanne verarbeiten kann. Auch grosse Ereignisse werden bald wieder vergessen. Eine Sensation verdrängt die Nächste aus unserem Gedächtnis. Die Informationslawine wächst. Der Durchschnittsschweizer erhält täglich soviel Zeitungsmaterial, dass er 22 Stunden darin lesen könnte. Die heutigen Fernsehkanäle erlaubten in 24 Stunden mindestens 120 Stunden Fernsehen. Der Erwachsene nimmt täglich je nach Beruf bis zu 30'000 Worte an Gedrucktem, aus dem Radio und aus dem Fernsehen auf. Folge: Von 100 angebotenen Informationen gehen 98 verloren und nur 2 kommen an. |
| Vom Bring - zum Holprinzip |
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Es lohnt sich, sich von Zeit zu Zeit konkret zu überlegen,
wo wie und in welcher Dosierung man informiert werden will. Als Denkanstöss dazu hilft es, sich ein persönliches Informationsprofil zu erstellen:
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| Marcus Knill, | "Informieren -aber wie?" | Verlag Huber, 1984. |
| Stanislaw Lem | "Summa Technologiae" |
| Es lohnt sich, Ihr interne Informationskonzept von K+K überprüfen zu lassen. Wir beraten Sie gerne, wo und wie Sie die Informationslawine eindämmen können oder mit welchen Tools sich Wichtiges vom Unwichtigen trennen lässt. In der Praxis zeigt sich vielerorts: Dringliches und Wichtiges wird nicht rechtzeitig erkannt. Schon eine kurze Standortbestimmung macht sich bezahlt. |
Arbeitsplatz Die Info-Lawine Ständig neue E-Mails und Faxe, dazu Stapel von Post: Wie man die tägliche Informationsflut eindämmt. Papierberge bewegen sich wie Wanderdünen über den Schreibtisch, Mail-Ordner wachsen ins Monströse - viele Menschen können die Informationsmengen, die sich an ihrem Arbeitsplatz ansammeln, nicht bewältigen. Der Schweizer Kommunikationsberater Marcus Knill sucht nach Abhilfe. SZ: Poststapel, Mailbox, Faxflut - wie viel Zeit verbringen Büroarbeiter täglich mit dem Sichten von Information? Knill: Zu viel, nach unserer Erfahrung braucht man mehr als zwei Stunden, um sich aus der Lawine zu wühlen. Schliesslich muss man alle Nachrichten lesen - es könnte ja etwas Wichtiges dabei sein. SZ: Einen hohen Anteil hat die interne Firmenkommunikation. Wie lässt sich die hausgemachte Flut eindämmen? Knill: Indem man zuerst eine Bestandsaufnahme macht. Wo und wie wird informiert? In Sitzungen, per E-Mail, in der Hauszeitung, auf Charts? Dann sollte man sich fragen, ob alle Informationen bei denen landen, die sie betreffen. Man hört ja auch immer wieder von Mitarbeitern, die sich nicht ausreichend informiert fühlen und darüber klagen, etwa von anstehenden Veränderungen im Betrieb aus der Presse erfahren zu haben. SZ: Aber es geht ja eher um das Zuviel. Knill: Und deshalb lautet die wichtigste Frage: Bei wie vielen Adressaten landen Informationen, obwohl diese gar nichts damit anfangen können? "Information ist Chefsache." SZ: Ist es denn nicht nachvollziehbar, dass eine Assistentin E-Mails lieber an alle weiterleitet, als sie mühevoll zu bewerten und zuzuordnen? Knill: Information ist Chefsache. Ein gutes Informationsmanagement muss von höchster Stelle eingeleitet werden. Ein funktionierendes Intranet wirkt zum Beispiel Wunder. Allerdings muss man bereit sein, jemanden zu benennen, der sich ausschliesslich mit dem Selektieren, Dosieren und Reduzieren von Nachrichten beschäftigt. SZ: Wie luxuriös. Knill: Rechnet sich aber, weil es Zeit spart. Wir haben gerade eine Firma beraten, die eine Viertelstelle für Informationsmanagement eingerichtet hat. Der neue Mitarbeiter hat das Informationssystem so strukturiert, dass jetzt alle Kollegen die Nachrichten, die für sie wirklich wichtig sind, selber einholen müssen. Dazu können sie sich an Stellen bedienen, die im Intranet oder am Schwarzen Brett eigens für ihre Bedürfnisse eingerichtet sind. So entsteht gezielte Information anstelle von überbordender Quantität, die auf Dauer ja sogar desinformiert, weil es für den Empfänger immer schwieriger wird, Zusammenhänge zu erkennen. SZ: Dass Informationsmanagement betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, leuchtet ein. Wie aber überzeugt man einen Mitarbeiter, der es womöglich geniesst, sich hin und wieder zu verzetteln? Knill: Ein guter Betrieb bringt seine Leute dazu, dass sie sich nicht langweilen wollen. Ausserdem: Gute Information macht mehr Lust als schlechte. Interview: Jutta Göricke (SZ vom 11.2.2006) |
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