| Rhetorik.ch |
|
Knill.com |
|---|
|
In allen Beiträgen über den Umgang mit Medien und
über die Krisenkommunikation wird in
rhetorik.ch laufend unterstrichen:
Nach den Turbulenzen der SAirGroup
(gestaffelter Rücktritt der 9 von 10 Verwaltungsräten) ging der
Verwaltungsratpräsident und die Führung der
SAirGroup am 9. März auf Tauchstation.
Den Reportern von 10 vor 10 wurde bei
Verwaltungsrätin Spörry die Türe vor der Nase
zugeschlagen. Verwaltungsratspräsident Eric
Honegger setzte sich ins Wallis ab und gab auch
keine Auskunft. Lediglich ein dürftiger Satz wurde als Mitteilung herausgegeben. Dieses Verhalten ist alles andere als vertrauenserweckend. Wenn Kommunikation mit "Vermittlung von Vertrauen" gleichgesetzt werden kann, so hat dieses "No comment-Verhalten" überhaupt nichts mit guter Kommunikationskultur zu tun. Schon im Vorfeld dieses Ereignisses gab der Zickzackkurs bei den Expobeiträgen und in der Führungsetage zu denken. Zuerst wird ein Kredit gesprochen, dann wieder gestrichen. Nach dem ersten Druckversuch von aussen, schien es, die Swissair zahle doch. Dann kam der Entscheid: "Nein wir zahlen nicht." Mit politische Druck (auch von Bundespräsident Leuenberger). folgte wieder eine Kehrtwendung. Ein reduzierter Kredit wurde doch noch gesprochen.
Dazu kamen die Turbulenzen auf der Chefetage:
Der "Krimi" geht bestimmt weiter. Wie wird der angerichtete Schaden behoben? Es lohnt sich, die Geschichte weiter zu verfolgen. Wer nimmt nun das Szepter in die Hand? Kann jemand die Kommunikationskultur so leiten, dass wieder eine unité de doctrine besteht? Bei Kommunikationsprozessen kann nicht jeder eigenmächtig informieren.
Sicherlich entspricht das "No-comment Verhalten"
nicht der früheren Kommunikationskultur der SAirGroup. Nachtrag:
Der Erfolg des Kommunikationsmanagement unter Beatrice Tschanz war auch
darauf zurückzuführen, dass die Führungsspitze und die
Kommunikationschefin am gleichen Strang gezogen hatten. Die oberste Crew war
früher ein gutes Kommunikationsteam. Es ist kein Geheimnis, dass nach
dem Abgang ihres Chefs und eng Vertrauten - Philippe Bruggisser - Frau
Tschanz offen über den Rücktritt nachgedacht hatte.
Die Nachwirkungen zeigten sich denn auch, weil die Kommunikationschefin mit
ihrer offenen, ehrlichen Art immer der Wahrheit verpflichtet war und nicht
gewillt war, aus ihrem Herz eine Mördergrube zu machen.
Schon bevor Moritz Suter an die Spitze der SAirGroup gesetzt wurde, spürte
jeder Laie bei den Medienauftritten, dass zwischen dem patriachaischen
Fühungsstil Suters und der Profi-Kommunikatorin Unterschiede bestanden.
Frau Tschanz verstand es immer, Informationen und Emotionen unter einen Hut
zu bringen.
Auch bei der EXPO-Kommunikation brachte der plötzliche Rückzieher beim
finanziellen Engagement die offene Kommunikatorin in
ein Dilemma. Denn sie stand immer hinter dem Projekt. Wohl oder übel musste
die Kommunikationschefin das Trauerspiel auf der Chefetage mitspielen.
Es ist keine neue Erkenntnis, dass bei der Kommunikation jede Uneinigkeit
auf oberster Ebene folgenschwer ist.
Die Einigkeit hinsichtlich Kommunikationskultur und Kommunikationsphilosophie
ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg bei jeder Institution. Zudem
sollten sich die Kommunikationsverantwortlichen stets über die
veröffentlichten Inhalte einigen.
Jeder Laie hatte gemerkt, dass in jüngster Zeit diese
Grundsätze nicht mehr eingehalten worden sind. Diese Grundsätze
von Tschanz sind hier
zu finden.
|
| Rhetorik.ch | 1998-2012 © K-K Kommunikationsberatung | Knill.com |
|---|