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Die Rede


Ausschnitte eines Textes von Franz Hohler
Werte Versammlung
Es ist für uns alle sonnenklar, dass die Probleme des öffentlichen Lebens heute den Horizont jedes Bürgers verdüstern.
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Das Schweizerei, Bild www.rhetorik.ch, 2001 Dann ist noch ein saurer Apfel da, dem man auf die Beine helfen müsste. Die kalte Schulter der Exportverbände dreht unseren Produzenten eine lange Nase, und wer muss den Kopf herhalten? Das Schweizer Ei, das sich ohnehin mit Händen und Füssen wehren muss, dass es nicht an die Wand gedrückt wird. Dass zur Abwechslung auch einmal das freche Maul der Händler seinen Gürtel enger schnallen könnte, daran denkt offenbar niemand. Und gerade hier sollte sich zuallererst zeigen, dass das Auge des Gesetzes Haare auf den Zähnen hat!




Das Original von Franz Hohler ist im 'Nebelspalter', 14/1969, erschienen. Wir können den Originaltext von Hohler leider hier nicht aufführen, denn das Auge eines Juristen mit zu eng geschnalltem Gürtel und Haaren auf den Zähnen würde uns sonst einen Stock zwischen die Beine werfen. So ein R(h)einfall . Wer muss bei solchen lächerlichen Eiertänzen den Kopf hinhalten? Die Schweizer Kultur und zum Teil die Redefreiheit. Wer muss in den sauren Apfel beissen? Der Leser und Internetbenutzer. Es ist an der Zeit kurzsichtigen Juristen das Pferd unter dem Sattel wegzuschiessen. Die Verlage sägen sich mit solchen Spiesserein nur den Ast ab, auf dem sie sitzen. Es ächst im Gebälk der Vernunft, wenn das Zitieren von einzelnen Abschitten (mit Autor- und genauer Quellenangabe) zu einem heissen Eisen wird. Wieviel darf denn zitiert werden? Ein Abschnitt, ein Satz oder muss sogar eine einzigartige Wortkombination durch das "multimedia copyright clearance center" gewürgt werden? Dutzende von Arbeiten und wissenschaftliche Abhandlungen, die Abschnitte von Autoren analysieren und vergleichen, müssten da vor die Hunde gehen. Der Leser wird auch bald nicht mehr grosse Sprünge machen, und Autoren werden im eigenen Blut ertränkt, wenn die Denkblase einzelner Juristen zu einem Wasserkopf anschwillt. Kleinkrämerische Amtsschimmel sollten sich diesen Text von Hohler zu Herzen nehmen. Was sagt Hohler doch im zweiten (nun ausgeschnittenen Teil): "Die Zeit ist gekommen, wo man den Heiligenschein der Verwaltung einmal auf Herz und Nieren prüfen sollte. Die Milch der frommen Denkungsart hat bisher nur leeres Stroh gedroschen, obwohl sie am längeren Hebelarm sitzt."



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