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Lampenfieber - was tun?

von Marcus Knill

Was ist Lampenfieber?

Lampenfieber ist ein Phänomen, das einen Redner, Schauspieler oder Musiker vor einem Auftritt befallen kann. Der Hypothalamus, die "Steuerzentrale" im Gehirn löst eine Sympathicusreaktion aus was zur Folge hat, dass die Nebennierenrinde Adrenalin und Noradrenalin produziert. Das kann positive und negative Auswirkungen haben.


Auswirkungen

Negative Auswirkungen des Lampenfiebers: Vorteile des Lampenfiebers:
  • Stotterstimme
  • Zittrige Knie
  • Blackout
  • Angst vor ...
  • Herz rast
  • Schweiss bricht aus
  • Blut schiesst in den Kopf
  • Gedanken fehlen
  • Atem stockt
  • Schlaflosigkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Zu viel Lampenfieber lähmt die Kommunikationsprozesse (analog Distress)


  • Lampenfieber ist notwendig
  • Mehr Spannung
  • Mehr Kraft
  • Macht "wach"
  • Kribbeln ist gut.
  • Lampenfieber ist gleichsam Aufputschmittel
  • Ohne Lampenfieber ist ein Auftritt lahm (analog Eustress)


Jede Person hat ein individuelles Lampenfieberprofil.
Gesucht ist eine gesunde Balance: Soviel Lampenfieber als nötig aber nur soviel, dass es den Kommunikationsprozess nicht einschränkt.
Was tun?

  • Warten - macht sicher, beruhigt
    Autosuggesion z.B. "ich freue mich auf den Auftritt".
  • Wissen: Ich darf Fehler machen.
  • Wissen: Alle haben Lampenfieber.
  • Üben-üben (im Simulator) evt mit Video (*).
  • Antizipieren (sich die Situation vorstellen, Fragen, Pannen. vorüberlegen, was tue ich, wenn...).
  • Zu Versprecher stehen (verbalisieren).
  • Start zelebrieren (lockerer Stellung, Atmen).
  • Gestik nicht unterdrücken.
  • Autogenes Training - Autosuggestion.
  • Mental "Positive Einstellung".
  • Selbstwertgefühl aufbauen (Stärken kennen).
  • Erfahrung sammeln "Ich kann es".
  • Jede Gelegenheit nutzen (vor Publikum).
  • Ich rede nicht, wenn ich der Aufgabe nicht gewachsen bin, (bei einem Thema bei dem ich nicht kompetent bin).
  • sich ablenken
  • Vor dem Auftritt evt. Ruhe, Meditation, Entspannung. Übungsbeispiele: Muskeln lockern - spannen -lockern, Arme, Hände und Kopf gleichsam ausschütteln, Kiefer lockern.
  • Atemübungen.
  • Genug schlafen.




(*) Üben heisst trainieren. Stegreifspiele, Rollenspiele, eventuell im Simulator mit Experten oder Kommunikationsberater. Das Lesen dieser Tipps genügt nicht.

Nachtrag vom 12. Oktober, 2010: Ein Zitat von Kurt Aeschbacher

"Ich habe heute noch Angst, vor der Kamera andere zu enttäuschen".


Die Aussage tröstlich und macht bewusst, dass auch Promis Lampenfieber haben. Viktor Giacobbo kommt dank Lampenfieber erst recht auf Touren:

"Die Anspannung hilft mir bei der Konzentration!"


Diese Aussage uns bewusst, dass leichtes Lampenfieber Energieen freisetzt. Es ist gleichsam ein Aufputschmittel und ist - richtig dosiert - leistungsfördernd sogar notwendig!

Die vorhandene Anspannung gilt es bei Auftritten umzusetzen. Wer zu routiniert ist und keine Spannung mehr hat, dem fehlt die notwendige Ausdruckskraft. Sein Auftritt ist lahm und langweilig. Wer kein Lampenfieber hätte, müsste sich vor dem Einsatz mental künstlich in einen Spannungszustand versetzen.


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