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Kreativität als Baustein der Rhetorik


von Marcus Knill


Bei Molière fragt ein Bauer den "klugen Mann aus der Stadt" was denn "Prosa" sei und erfährt, dass es das ist, was er sein ganzes Leben schon spricht. So verhält es sich auch mit Kreativität Besondere Begabungen stecken in jedem von uns. Es gilt die verbrgenen Talente zu entdecken, zu fördern und ihnen auch die Möglichkeit zur Entfaltung zu bieten. Konsequente Umsetzung dieser Haltung würde in vielen Bereichen vieles zum Besseren wenden.
Vergleichen Sie auch die Beiträge Kreativität im Team und Kreativitätstechniken auf diesen Webseiten.

Was ist Kreativität?

Unter Kreativität wollen wir die schöpferische Ideen entwickelnde Kraft des Menschen verstehen. Davon hägt die Fähigkeit des freien Redens in hohem Masse ab. In der Psychologie hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Kreativität nicht nur als Eigenschaft weniger Menschen gelten kann, sondern dass sie in bestimmtem Umfang in jedem Menschen angelegt und entwickelbar ist.


Kreativitätsarten

Künstlerische Kreativität: Schöpfen von neuen Formen, Bildern, Texte etc.
Praktische Kreativität: Lösen von Alltagsaufgaben.


Lösungen werden nicht mit Logik gefunden. Wenn sie gefunden sind, sind sie logisch.


Grundsätzliches

Problem positiv formulieren
Falsch: Der Umsatz ist
zu niedrig
Richtig:Wie können wir den
Umsatz erhöhen?
Visualisieren
Ideen aufschreiben und mit Farben sichtbar machen, Symbole und Bilder gebrauchen
Moderieren
Spielregeln einhalten, Impulse setzten, Ergebnisse sammeln


Voraussetzungen des kreativen Denkens

  • Offenheit
  • Toleranz
  • Mut
  • Selbstvertrauen
  • Risikobereitschaft
  • Initiative
  • Flexibilität
  • Teamfähigkeit
  • Talent
  • Wissen
  • Anregendes Umfeld


Ziele der Kreativitätstechniken

  • Blick für Seitenstrassen frei machen
  • Auf Umwegen einen Pfad zur Lösung suchen


Kreativitätstechniken

  • Brainstorming
    • Alle Assoziationen zulassen
    • Keine Kritik
    • Umnutzen von blockierenden Ideen
    • Tempo und Menge
  • Brainwriting (Galeriemethode)
    • Wie bei Brainstorming in Gruppe
    • Immer Schriftlich
    • Verschiedene Verfahren, z.B. Galeriemethode
  • Clustern (ähnlich Mindmap)
    • Zentralger Begriff auf Blatt schreiben, einkreisen
    • Gedanken treiben lassen
    • Vom Mittelpunkt aus Einfälle notieren und einkreisen
    • Durch Pfeile oder Striche mit dem Kreis oder anderen Kreisen verbinden
  • 6W Fragetechnik
    • Wer
    • Wann
    • Was
    • Wo
    • Wie
    • Warum
  • Frageketten ( sieh auch hier)
    • Das Problem wird mit "Warum"-Fragen angepackt.
    • Dank Warum Fragenkaskaden werden Problemursachen und Lösungen gefunden.
  • Reizwortanalyse
    • Zufällig gewählte Reizwörter werden analysiert
    • Von der Analyse werden Ideen auf das Problem abgeleitet
  • Analogiebildung
    • Finden eines änlichen Problems
    • Element von Basisdomäne auf Zieldomäne übertragen
    • Lösungen von Zielproblem auf Tauglichkeit prüfen
    Bsp. Der Klettverschluss wurde dank Analogie mit Pflanzenwelt entwickelt
  • Synektisierung
    • Problemverständnis vertiefen
    • Problem verfremden
    • Einsatz von Analogien
    • Entwickeln von Lösungen
  • Simultanes Denken
    • Mehrere Probleme gleichzeitig angehen.
    • Die bewusste Überforderung weckt Ressourcen.
    • Eine heterone Mischung von Lösungen au verschiedenen Bereichen kann dann kombiniert werden.
  • Walt Disney Methode
    • Träumer
    • Macher
    • Kritiker
  • Kopfstandtechnik
    • Aufgabe
    • Antiaufgabe
    • Antilösung
    • Lösung
  • 6 Farben Denken
    • Weiss: Fakten
    • Rot: Gefühl
    • Schwarz: Kritik
    • Grün: Ideen
    • Blau: Übersicht
    • Gelb: Optimismus
  • Mindmaps
    • Gedanken graphisch visualisieren
    • Mindmap = "Karte des Gehirns"
  • Morphologischer Kasten
    • Parameter in einer Richtung, Begriffe in andere Richtung auftragen
    • Kasten vervollständigen
    • Matrix nach brauchbaren Lösungen absuchen
  • Lexikonmethode
    • Ideensammeln durch Zufall
    • z.B. Lexikon an zufälligem Ort aufschlagen
  • Tabula Rasa
    • Bewusst aus der Leere heraus reflektieren
    • Neubeginn
    • Sich absetzen, Meditieren, Wandern, distanzieren
  • Osborn Check
    • Verändern
    • Vergrössern
    • Verkleinern
    • Ersetzen
    • Umkehren
    • Kombinieren
    • Zweckverändern
    • Ähnlichkeiten
  • Imaginäres Brainstorming
    • Realproblem formulieren.
    • Fiktive Änderung der Gegebenheiten.
    • Lösungen des imaginären Problems.
    • Herleitung von Lösungen zum Realproblem.
  • Brainwalking
    • Flipchart Blätter an Wänden.
    • Teilnehmer schreiben Ideen im Stehen auf Blätter.
    • Teilnehmer rotieren durch Herumlaufen (fördert auch Durchblutung des Gehirns).
    • Teilnehmer fügen Assoziationen zu Ideen anderer dazu.
    • Am Schluss werden Ideen gesammelt.
  • Brainstomp
    • Fragestellung formulieren.
    • Zu Hintergrundmusik (z.B. Trommeln) zur Stimulieren der rechten Hirnhälfte laufen Teilnehmer im Raum herum ("Get Rhythm").
    • Teilnehmer schreiben Ideen spontan auf je circa 15 Moderationskarten und legen sie auf Tisch, rotieren im Uhrzeigersinn um Tisch.
    • Bei Ideenstockungen nehmen Teilnehmer Karten anderer und inspirieren sich.
    • Nach 10 Minuten Richtungswechsel (Gegenuhrzeigersinn), nach weiteren 10 Minuten beenden.
    • Auswerten der Ideen.
  • Biostrategie.
    • Nimm konkreten Denkgegenstand und frage: "Wie hat die Natur die Aufgabe gelöst".
    • Sammeln von Lebewesen oder Natursystemen, die dazu einfallen.
    • Stelle Fragen.
    • Beispiele: Gerillte Haut der haie als Vorbild für Flugzeuge.
  • Mentale Provokation.
    • Extreme Betrachtung des Problems.
    • Provokation kann neue Erkenntnisse liefern.
  • Laterales Denken. (Eduard Debono 67)
    • Unlogisch, unkonventionell denken.
    • Gedankensprünge erlauben.
    • Nichtlinear denken
    • Blick umkehren.


Kreativitätsblockaden

  • Kritik, wenig Lob
  • Killerphrasen
  • Erziehungsmuster
  • Bewertungsverhalten
  • Schüchternheit
  • Angst vor Blamage und Misserfolg
  • Monotonie
  • Angst vor Veränderung
  • Alles todernst nehmen
  • Fixiertes Denken
  • Zuviel Ordnung
  • Zuviel Chaos
  • Mangel an Interesse


Eigenschaften kreativer Menschen

  • Gedankliche Flexibilität
  • Sensibilität gegenüber Problemen
  • Neugierigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Hohe Motivation
  • Lust am Experimentieren, zwecklosem Probieren
  • Persönliche Stabilität
  • Komplexe Persönlichkeit
  • Ablehnung von Kontrolle durch Andere
  • Ablehnung von Kontrolle von Anderen
  • Duldsam gegenüber Spannungen
  • Akzeptanz für Gegensätzliches
  • Sicht des Wesentlichen
  • Fundiertes, breites Wissen
  • Unabhängig vom Urteil anderer
  • Betrachtet Autorität als willkürlich
  • Unkonventionell und bereit, Tabus zu brechen
  • Interesse in künstlerischem Gebiet
  • Legt Wert auf Humor
  • Hört auf persönliche Impulse






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