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56 Rhetorikfiguren




Es geht nicht darum, alle Rhetorischen Figuren auswendig zu lernen. Ihnen wird jedoch in unseren praxisorientierten Beratungen "nach Mass" bewusst gemacht, ob sie allenfalls unpassende Figuren verwenden. Es werden Ihnen zudem Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, wie Sie als Person besser überzeugen können - dank natürlichem, situationsgerechtem Verhalten. Mehr über unsere Erfahrungsbereiche finden Sie auf der Webseite www.knill.com und auf diesen Webseiten.

Alliteration Anacoluthon Anadiplosis Anapher Anastrophe
Anspielung Antistrophe Antithese Aporia Aposiopesis
Apostrophe Archaismus Assonanz Asyndeton Brachylogie
Cacophonie Catachresis Chiasmus Ellipse Euphemismus
Hendiadys Hypallage Hyperbaton Hyperbel Hysteron-Proteron
Inversion Ironie Klimax Litotes Metapher
Metonymie Neologismus Onomatopoeia Oxymoron Paradox
Parallelismus Paraprosdokian Paronomasia Personifikation Pleonasmus
Polysyndeton Praeteritio Prolepsis Rhetorische Frage Simile
Syllogismus Syllepsis Synchysis Synecdoche Synesis
Tautologie Vergleich Verschweigen Vorgriff Wortspiel
Zeugma  


Alliteration : Repetition desselben Konsonanten am Anfang verschiedener Worte im Satz. Winterwinde wichen dem Wonnemond.
Veni, vidi, vici. (Julius Caesar)
Anacoluthon : Änderung der grammatikalischen Konstruktion im selben Satz. Agreements entered into when one state of facts exists -- are they to be maintained regardless of changing conditions? J. Diefenbaker
Anadiplosis : Die Rhetorische Wiederholung von einem oder mehreren Worten. Men in great place are thrice servants: servants of the sovereign or state; servants of fame; and servants of business. Francis Bacon
Anapher : Das Wiederholen eines Wortes oder Satzes am Anfang von aufeinanderfolgenden Sätzen. "Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll..."
We shall not flag or fail. We shall go on to the end. We shall fight in France, we shall fight on the seas and oceans, we shall fight with growing confidence and growing strength in the air, we shall defend our island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills. We shall never surrender. Churchill
Anastrophe : Umkehrung der normalen Wortfolge. Meist von Präpositionen und dem davon kontrollierten Wort. The helmsman steered; the ship moved on; yet never a breeze up blew. Coleridge, The Rime of the Ancient Mariner
Anspielung : Versteckter Hinweis auf einen Zusammenhang oder Person, die der Adressat kennt. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen ...
Antistrophe : Wiederholung des selben Wortes oder Satzes am Ende von aufeinanderfolgenden Absätzen. In 1931, ten years ago, Japan invaded Manchukuo -- without warning. In 1935, Italy invaded Ethiopia -- without warning. In 1938, Hitler occupied Austria -- without warning. In 1939, Hitler invaded Czechoslovakia -- without warning. Later in 1939, Hitler invaded Poland -- without warning. And now Japan has attacked Malaya and Thailand -- and the United States --without warning. Franklin D. Roosevelt
Antithese : Gegenüberstellung oder Kontrast von Ideen oder Wörtern. Heiss geliebt und kalt getrunken.
Brutus: Not that I loved Caesar less, but that I loved Rome more. Shakespeare, Julius Caesar
Aporia : Ausdruck von Zweifel. Der Sprecher scheint nicht zu wissen, was er zu tun oder sagen soll. Then the steward said within himself, 'What shall I do?' Lukas 16
Aposiopesis : Der Sprecher kommt zu einem abrupten Ende, scheinbar von Angst oder Erregung oder Bescheidenheit übernommen. Demosthenes, On the Crown 3
Apostroph : Ein plötzliches Abwenden vom Publikum, um eine bestimmte Person oder abstrakte nicht notwendigerweise anwesende Persönlichkeit anzusprechen. For Brutus, as you know, was Caesar's angel.
Judge, O you gods, how dearly Caesar loved him. Shakespeare, Julius Caesar
Archaismus : Gebrauch einer alten oder ungebräuchlichen Form. abhold, allezeit
Pipit sate upright in her chair
Some distance from where I was sitting; T. S. Eliot, "A Cooking Egg"
Assonanz : Repetition desselben Lautes in benachbarten Worten. O fortunatam natam me consule Romam! Cicero, de consulatu
Asyndeton : Auslassen von Konjunktionen zwischen zusammengehörigen Sätzen, Absätzen oder Wörtern. We shall pay any price, bear any burden, meet any hardships, support any friend, oppose any foe to assure the survival and the success of liberty. J. F. Kennedy, Inaugural Rede
Brachylogie : Ein allgemeiner Term für abgekürzte oder komprimierte Ausdrücke. Das ausgelassene Wort kann aus dem Zusammenhang gefunden werden. Non Cinnae, non Sullae longa dominatio. Tacitus, Annales I.1
Cacophonie : Harsches Aufeinanderfügen von Klängen. We want no parlay with you and your grisly gang who work your wicked will. W. Churchill
Catachresis : Eine harsche Metapher mit dem Gebrauch eines Wort ausserhalb der üblichen Sphüre. I listen vainly, but with thirsty ear. MacArthur, Farewell Address
Chiasmus : Zwei sich entsprechende Paare werden nicht parallel (a-b-a-b) sondern in umgekehrter Folge (a-b-b-a) gebraucht. Der Name kommt vom Griechischen Buchstaben chi (X). Sie wissen nicht, was sie wollen, und wollen nicht, was sie wissen.
Those gallant men will remain often in my thoughts and in my prayers always. MacArthur
Ellipse : Verkürzte Satzkonstruktion. Ohne Wenn und Aber.
Euphemismus : Beschönigung. Ersetzung eines unangenehmen Ausdrucks durch einen weniger Verletzenden. Ethnische Säuberungen. Entsorgungspark. Ableben.
Hendiadys : Zwei Wörter werden durch eine Konjunktion verbunden um nicht eines dem anderen unterzuordnen. It sure is nice and cool today! (for "pleasantly cool") I love the Lord, because he hath heard my voice and my supplications. Psalms 116 Perfecti oratoris moderatione et sapientia. Cicero, De oratore
Hypallage : Grammatikalisches Übereinstimmen eines Wortes mit einem anderen, obwohl Grammatikalisch nicht korrekt. Exegi monumentum aere perennius
regalique situ pyramidum altius, Horace, Odes III.30
Hyperbaton: Trennung von Wörtern, die nicht zusammen gehören. Wird oft gebraucht, um das erste getrennte Wort zu betonen. Speluncam Dido dux et Troianus eandem Vergil, Aeneid 4.124, 165
Hyperbel: Übertreibung zur Betonung oder für einen rhetorischen Effekt. todmüde
My vegetable love should grow
Vaster than empires, and more slow;
An hundred years should got to praise
Thine eyes and on thine forehead gaze;
Two hundred to adore each breast,
But thirty thousand to the rest. Andrew Marvell, "To His Coy Mistress"
Hysteron Proteron ("Später-Früher"): Umkehrung der natürlichen Abfolge des Geschehens um wichtigeres obwohl späteres Ereignis zu betonen. Zieh Deine Schuhe und Socken an!
Inversion Umstellung von Satzgliedern, abweichend vom normalen Sprachgebrauch. Unendlich ist die jugendliche Trauer.
Ironie : Unterschiedliche Bedeutung und Aussage der Worte. Du bist mir aber ein schöner Freund!
Yet Brutus says he was ambitious; And Brutus is an honourable man. Shakespeare, Julius Caesar
Klimax : Anordnen von Worten oder Sätzen in anschwellender Stärke. Oft wird das letzte betonte Wort im nächsten Satz wiederholt. Überall gibt es Eifrige, Übereifrige, und Allzueifrige.
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield. Tennyson, Ulysses
Litotes : Untertreibung zur Verstärkung. Eine Atombombe kann Dir den ganzen Tag ruinieren.
Metapher: Bildlicher Wortgebrauch. Die Sonne lacht.
Ein Beispiel von F. Hohler
Metonymie: Umbenennung, Ersetzung, durch ein suggestives Wort. Den ganzen Goethe aufsagen.
Im Schweisse Deines Angesichts sollst Du Dein Brot verdienen.
Neologismus: Wortneuschöpfung. Technologiepark, Gerechtigkeitslücke.
Onomatopoeia: Wörter imitieren natürliche Klänge. At tuba terribili sonitu taratantara dixit. Ennius
Oxymoron: Sich scheinbar widersprechende Aussagen werden nacheinander gebraucht. I must be cruel only to be kind. Shakespeare, Hamlet
Paradox: Eine wahre Aussage, die scheinbar dem gesunden Menschenverstand widerspricht, Merkwürdig, wie wenig im ganzen die Erziehung verdirbt.
What a pity that youth must be wasted on the young. George Bernard Shaw
Parallelismus: grammatischer Parallelismus: eindeutige Gleichordnung enes Gegenstandes. Die Revolution frisst ihre Kinder.
Paraprosdokian: Überraschendes Ende eines Satzes. He was at his best when the going was good. Alistair Cooke on the Duke of Windsor There but for the grace of God -- goes God. Churchill
Paronomasia: Gebrauch von ähnlich tönenden Wörtern, oft etymologisches Wortspiel. ...culled cash, or cold cash, and then it turned into a gold cache. E.L. Doctorow, Billy Bathgate The dying Mercutio: Ask for me tomorrow and you shall find me a grave man. Shakespeare, Romeo and Juliet Hic est sepulcrum haud pulchrum feminae pulchrae.
Personifikation: Vermenschlichung einer unpersönlichen Sache. Die Revolution frisst ihre Kinder.
England expects every man to do his duty. Lord Nelson
Pleonasmus: Gebrauch von überflüssigen Wörtern zum Verstärken der Aussage. No one, rich or poor, will be excepted.
LCD-Display
Gangsterbande
neu renoviert
hegen und pflegen
Polysyndeton: Die Wiederholung von Konjunktionen in einer Serie von Wörtern oder Sätzen. I said, "Who killed him?" and he said, "I don't know who killed him but he's dead all right," and it was dark and there was water standing in the street and no lights and windows broke and boats all up in the town and trees blown down and everything all blown and I got a skiff and went out and found my boat where I had her inside Mango Bay and she was all right only she was full of water. Hemingway, After the Storm
Praeteritio: Vorgespieltes Auslassen einer Bemerkung für rhetorische Zwecke. Let us make no judgment on the events of Chappaquiddick, since the facts are not yet all in. A political opponent of Senator Edward Kennedy
Prolepsis : Das Vorausstellen vom Adjektiven oder Subjekt vor dem dazugehörenden Verb. Vixi et quem dederat cursum fortuna peregi, Vergil, Aeneid 4.653 Consider the lilies of the field how they grow.
Rhetorische Frage : Scheinfrage. Wer glaubt denn noch daran?
Simile: Explizites Vergleichen von Dingen mit 'wie'. My love is as a fever, longing still For that which longer nurseth the disease, Shakespeare, Sonnet CXLVII
Syllepsis: Zweimaliger Gebrauch eines Wortes, in verschiedenen Bedeutungen. We must all hang together or assuredly we will all hang separately. (Wir müssen uns zusammenhängen, sonst hängen wir zusammen.) Benjamin Franklin
Syllogismus: Logischer Dreisatz, Verbinden von zwei Aussagen zu einer neuen Aussage. Der Fuchs ist ein Vierbeiner, Unser Chef ist ein Fuchs. Folglich ist unser Chef ein Vierbeiner.
Synchysis: Verbundene Wortfolge. Aurea purpuream subnectit fibula vestem Vergil, Aeneid 4.139
Synecdoche: Gebrauch eines Teils für das Ganze oder das Ganze für einen Teil. Die Schweiz hat drei Goldmedalien gewonnen (Anstatt: das Schweizer Skiteam hat drei Goldmedalien gewonnen).
Synesis: Übereinstimmung der Worte nach Logik, nicht nach der Grammatik. For the wages of sin is death. Römer 6
Tautologie : Wiederholung einer Idee mit anderen Worten. With malice toward none, with charity for all. Lincoln, Second Inaugural.
Siehe auch Pleonasmus.
Vergleich : Verbindung des gemeinsamen Gehalts zweier Bereiche. Wie ein Fels in der Brandung.
Verschweigen: Etwas Wichtiges wird nicht ausgesprochen. Du wirst doch nicht...
Vorgriff: Ein möglicher Vorwand wird vorweggenommen. Natürlich werden jetzt einige sagen ...
Wortspiel: Zusammenstellung klangähnlicher, aber bedeutungsverschiedener Wörter. So fürchten sie keine Verhandlungen, aber handeln auch nie aus Furcht.
Zeugma: Zwei verschiedene Worte werden zu einem Verb oder Adjektiv gebunden, obwohl es nur für ein Wort zulässig wäre. Nor Mars his sword, nor war's quick fire shall burn the living record of your memory.


Quellen Rhetorikfigurenglossary in Englisch an der Universität von Texas, von Ross Scaife nun an der University of Kentucky . Rhetorik Glossary von Robert Harris . Ein paar weitere Ergänzungen sind von der Seite www.teachsam.de .

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