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www.rhetorik.ch aktuell: (14. Jan, 2007)

Weibels Erfolgsrezepte im Umgang mit Medien

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Benedikt Weibel stand jahrelang an der Spitze der SBB. Er war ein Kommunikationstalent, der es stets verstand, mit den Medien geschickt umzugehen - und zwar in guten wie in schlechten Tagen. Wir gehen davon aus, dass er auch gut beraten liess. Seine langjährigen Erfahrungen aus der Praxis im "Umgang mit den Medien" verriet Benedikt Weibel in einem Referat an der traditionellen Dreikönigstagung vom 9. Januar im World Trade Center in Zürich. Diese Erkenntnisse mussten ich mir an dieser Veranstaltung anhören.

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung seiner Thesen. Führungskräfte können bestimmt vom Erfahrungsschatz des langjährigen SBB Chefs etwas lernen: Unsere Erkenntnisse zur Medienkommunikation vor allem zur Krisenkommunikation stimmen erfreulicherweise alle mit den Erfahrungen Weibels überein. Benedikt Weibel bestätigte, was wir in unseren praxisorientierten Seminaren den Führungskräften vermitteln.


Weibels Erfolgsrezepte:

  1. Wir müssen die Medien verstehen
    Es lohnt sich, die Journalisten nicht als Feindbild zu betrachten. So wie ein Manager seinen Job aussergewöhnlich gut machen will, möchten auch die Medienschaffenden gute Geschichten verkaufen. Medien sind unverzichtbar und immer eine Chance. Wir müssen aber wissen, wie die Medien arbeiten. Es ist anderseits falsch, den Medien zu hofieren. Man muss die Balance finden zwischen "Mediengeilheit" und Distanz.
  2. Gesagt ist gesagt!
    Damit unterstrich Weibel unser Credo: Stets denken, dann reden.
  3. Behandle alle Medien gleich
  4. Beschwere Dich nur in Ausnahmefällen
  5. Kritisiere die Medien nie öffentlich
  6. Inhalt kommt vor der Verpackung
    "Information ist die Beseitigung von Nichtwissen." Demnach gibt es keinen Grund zu kommunizieren, wenn man nichts zu sagen hat. Bei der Strompanne lohnte es sich, nur über Fakten zu informieren oder über konkrete Massnahmen, die tasächlich ergriffen werden konnten.
  7. Fakten, Fakten und nochmals Fakten!
    Nach Weibel lohnt sich ein "gepflegtes Unterstatement". Nie Interpretieren. Weder mit Adjektiven noch mit Superlativen.
  8. Vorbereitung ist alles
    Etwas vom Wichtigsten ist das Antizipieren. Was wäre wenn? Welche Fragen könnten gestellt werden? Welche Botschaften müssen formuliert werden? (Botschaftenmanagement)
  9. An die Mitarbeitenden denken
    Die Mitarbeiter müssen nicht vergessen werden. Es gibt viel Möglichkeiten zu informieren: Mit Mitarbeiterzeitungen, Intranet, Hauszeitungen, Newsletter usw. Weibel pflegte zusätzlich bewusst persönliche Flächengespräche. Er sprach in offenen Veranstaltungen in der ganzen Schweiz die insgesamt 39'000 Mitarbeitende an. Er zeigte sich 17 mal pro Jahr in verschiedenen Regionen der Schweiz. Das beste Medium, Mitarbeitende anzusprechen, findet Weibel die Medien, - die Zeitungen - das Radio - das Fernsehen Vor Mikrofon und Bildschirm können die Mitarbeitenden ihren Chef hautnah kennen lernen.



    Bildquelle
    Dass Benedikt Weibel echt, ehrlich und glaubwürdig kommuniziert, hat er schon bei der Strompanne bewiesen. Er nahm die Verantwortung damals voll und ganz auf sich (Mea Culpa). Am Dreikönigstreffen zeigte sich einmal mehr Weibels Selbstkritikfähigkeit und Fehlerkultur. Er gestand noch am Schluss, dass er bei der Verabschiedung am 31.12. in Fribourg, sich von den Mitarbeitenden (via Medien) persönlich habe verabschieden wollen. Weil jedoch die Sendung vorzeitig abgebrochen wurde, sei er nicht mehr dazu gekommen.


    Er habe damit diese einmalige Chance verpasst, nachträglich aber daraus wieder etwas gelernt. Weibel machte den Zuhörern bewusst: Auch beim besten Profi können im Umgang mit Medien Fehler unterlaufen. Doch können wir immer aus Erkenntissen lernen. Benedikt Weibel verriet die Lehre aus der letzten Geschichte: Beim nächsten Mal würde er die Kernbotschaft früher platzieren oder vor dem Schlusswort einfach intervenieren.




    Kommentar: Weibels Erkenntnisse bestätigen uns einmal mehr: Nur wer die Medien kennt, kann mit ihnen umgehen.

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