Wir haben einmal in einem Seminar den Redeprozess wir folgt skizziert:
"Hören bis zum letzten Wort" d.h. konzentriert, aufmerksam zuhören dann
warten, schweigen, nachdenken, überlegen, evt. laut reflektieren
und erst dann reden"
(Hauptanteil beim Redeprozess hat das Schweigen und das laute
Reflektieren oder Klären).
Bewusstes beabsichtigtes Schweigen, im Sinne einer Stellungnahme, kann
unter Umständen selbst zu einer Antwort werden.
Wer nicht gelernt hat, gezielt zu schweigen, verzichtet auf eines der
wichtigsten Mittel der Rhetorik.
In unseren Coachings ist die Denkpause einer der wichtigsten Parameter der
Überlegenheit.
Leute, die unsicher sind, verunsichert wurden, signalisieren mit dem zu
raschen Antworten, dass sie den Boden unter den Füssen verloren haben.
Nur wer überlegen ist, kann sich das Überlegen leisten.
Viele verzichten auch deshalb auf Pausen oder den Schweigeanteil, weil sie
Angst haben, die anderen könnten ihnen die Pause "stehlen".
Andragoge (Erwachsenenbildner) Franz Pöggeler geht so weit, dass er meinte:
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"Das Verpassen des richtigen Schweige-Augenblicks ist einer
der übelsten Gesprächsfehler".
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Tatsächlich:
In zahlreichen Gesprächssituationen kann keine Antwort die beste Antwort
sein.
Bei der provokativen Rhetorik, bei persönlichen Angriffen, bei emotional
geprägten Ueberraschungen kann ein kurzes Schweigen - verbunden mit einem
nonverbalen Signal "Aber bitte nicht so!" - die aussagekräftigste Entgegnung
sein.
Möglicherweise stimmen beide Aussagen:
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"Reden ist Silber - Schweigen ist Gold."
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Genauer jedoch wäre:
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"Schweigen ist Silber, Reden ist Gold
aber: Das richtige Wort zu richtigen Zeit zu sagen, ist wie ein Diamant
in Platin gefasst."
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Schottische Schweigsamkeit.
Der Reden-Berater
schlägt vor, sich an den Schotten Fleming zu halten,
wenn es um eine kurze Dankesrede geht:
Fleming erhielt 1945 den Nobelpreis für die Entdeckung des
Penicillins. Er war auch sparsam mit Worten.
Ein Kollege berichtete: "Wir begannen den Arbeitstag morgens mit
einer Diskussion über ein Experiment, das wir durchühren wollten.
Jeder trug seine Ansicht vor, und als die Reihe an Fleming kam, sagte er:
'Versuchen!' Dann begann er zu arbeiten. Um 5 Uhr nachmittags blickte
er auf die Uhr und sagte. 'Tee!' Mit diesen beiden Worten kam er den
ganzen Tag aus.
Der Redenberater:
"Wenden Sie sich an Ihr Auditorium:
'Gestatten Sie mir, mich an Alexander Flemings Vorbild zu halten und
meinen Dank in ebenfalls nur zwei Worte zu kleiden: Vielen Dank!'
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