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Erfolgsregeln


von Marcus Knill

Unglaubliches Comeback eines Skirennfahrers

Nicht nur Sportinteressierte werden das unglaubliche Comeback und den sensationellen Sieg von Hermann Maier beim Super-G in Kitzbühl 17 Monate nach seinem schweren Motorradunfall mitverfolgt haben. Ärzte und Fachleute waren sich nach der schweren Verletzung einig: Der Spitzensportler zieht sich vom Sport zurück, nachdem sein verletztes Bein durch eine siebenstündige Operation gerettet werden konnte. Nach dem unbegreiflichen Erfolg in Kitzbühl titelte eine Zeitung in Anlehnung an den Satz "Er zieht sich zurück": "Die Skilegende Hermann Maier siegt sich zurück".


Diesen unglaublichen Erfolg kommentierte Bernhard Russi mit den Worten:

"Dies kann man nicht trainingsmethodisch erklären, wahrscheinlich auch nicht medizinisch."

Auch wir teilen die Meinung, dass dieser Erfolg auf andere Kräfte zurückzuführen ist. Sehr wahrscheinlich geht es um enorme mentale Kräfte. Wir haben das Verhalten des eigenwilligen Sportlers verfolgt. Er liebte die Stille und war bei den Pistenbesichtigungen meist allein am Schluss und konzentrierte sich abseits des "Zirkus". Maier bevorzugte ein Hotelzimmer abgesetzt vom Team. Uns bleibt auch sein konzentriertes Gesicht mit dem eindringlichen Blick im Starthäuschen unvergesslich. Wir behaupten, das Erfolgsrezept heisst im Fall Maier nicht nur: "Eiserner Wille" , "Glaube an den Erfolg" oder "Selbstmotivation". Er war vor allem die

Volle Konzentratsfähigkeit auf ein Ziel.

Hermann Maiers Erfolg war keine "Eintagsfliege". An der Weltmeisterschaft in Davos holte sich der Terminator am 1. Februar 2003 die Silbermedaille. (Nachtrag vom 14. März, 2004: Der Skifahrer mit einem Fuss in dem er fast nicht mehr spürt, hat das Unglaubliche geschafft: Er wurde nun noch Sieger des Weltcups.)




Übertragen auf die Alltagsrhetorik heisst dies:

Wenn wir reden, müssen wir uns auf eine Kernbotschaft konzentrieren. Wenn der Partner spricht, gilt die uneingeschränkte Konzentration dem Zuhören.



Das Erfolgsrezept einer Triathletin

Das Referat der elffach preisgekrönten Erfolgssportlerin Natascha Badmann im Spätherbst 2002 vor Spitzenleuten einer Grossbank bleibt uns unvergesslich. Das Führungskader interessierte sich vor allem für die Frage, was aussschlaggebend ist, um im Beruf Erfolg zu haben. Natascha Badmann kam damals als Siegerin direkt aus Hawaii zurück und erzählte anhand verschiedener Beispiele, dass bei ihr immer dann der Erfolg ausgeblieben sei, wenn sie unkonzentriert war.


Wer Erfolg haben will, der muss fähig sein:

Sich für nur ein Ziel - sich dafür aber 100%ig einzusetzen.

Im Hinblick auf die Olympiade hatte sich die Sportlerin auch einmal in den Kopf gesetzt, den Kurztriathlon zu erobern. Dank der Beschränkung auf die Langstrecke und nur auf nur einen Wettkampf, erreichte sie etwas, was vor ihr erst drei Frauen in der 22-jährigen Geschichte des hawaiischen Rennens fertig gebracht haben. Sie ist die erste Europäerin, die diesen Wettkampf für sich entscheiden konnte und zwar mehrfach.
Übertragen auf die Alltagsrhetorik heisst dies:

Wir müssen fähig sein, uns 100ig auf den Adressaten und sein Denken einzustellen.



Gottschalks Erfolgsrezepte

Weshalb kann ein Mann 13 Millionen TV-Fans verzaubern? Gottschalk sagt von sich:

    "Es gibt keine Erfolgsregeln. Ich lebe jeden Tag neu. Ich weigere mich, zum Format zu werden. Aber es gibt einige Wahrheiten, die wir zu selten aussprechen:
  • Man muss haushalten mit seinem Leben und gefühlsmässig die richtige Balance finden." (Dieser Kerngedanke ist bei allen Kommunikationsprozessen ebenfalls der Schlüsselgedanke.)
  • "Meine Familie gibt mir eine Art Gottvertrauen. Ich brauche dieses Gefühl, nach Hause zu kommen." (Wer im Umgang mit Menschen Erfolg haben will, bedarf eines Ortes der Geborgenheit. Viele streben nach Erfolg und sind sich viel zu wenig bewusst, dass Belastungen im Beruf zum krankmachenden Distress führen, wenn die "familiären Verhältnisse" ungeklärt sind. )
  • "In meiner Ehe hat es nie Funkstille gegeben. Wir haben uns in den Haaren gehabt oder uns in den Armen gelegen - aber nie geschwiegen." (Bei der Teamkommunikation aber auch bei der Bewältigung von Konflikten müssen wir lernen, auch das Unangenehme situationsgerecht auszusprechen.)


"Keiner ist davor gefeit, dass ihn das Leben anspringt! Ich war mal Taxifahrer und mache immer noch das verstopfte Klo sauber. Wenn das passiert, bist du immer allein. Ich setze mich dem Leben aus."

Auch unser Rat "Bleib natürlich!" ist kein billiger Ratschlag. Spitzenleuten geben wir oft ein Kärtchen in die Hand - mit dem Aufdruck:

Sei Du selbst, Sei Du selbst, Sei Du selbst! "Ich liebe die Menschen und habe grossen Respekt vor einfachen Leuten. Ich kenne Reiche, die armselig sind und Arme, die eine Gelassenheit besitzen, um die ich sie oft beneide."

Auch wir betonen bei allen Kommunikationsprozessen immer wieder: Wer mit Menschen zu tun hat (Ärzte, Lehrer, Vorgesetzte usw), der muss Menschen mögen.

M man M muss M Menschen M mögen

Die Erfolgsformel lautet: MMMM. Das beste Studium nützt nichts, wenn jemand nur so tut, als ob ...!




Wer erfolgreich sein will, sollte vermehrt wahrnehmen, wie sich die Erfolgreichen verhalten. Es gibt viele Persönlichkeiten, von denen wir lernen könnten.

März, 2003




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