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Echosignale als Gesprächslenkungstechnik


von Marcus Knill

Als Echosignalen bezeichnen wir das gezielte Wiederholen eines Teils der Aussage des Gesprächspartners in Frageform. Beispiel:

Hans: "Ich habe heute das Handy im Auto liegen gelassen".
Hildegard: "Im Auto?"




Mit dem Echosignal "Im Auto" ist nur eine Einzelinformation in Frageform herausgegriffen worden. Dank des Echosignales können bei Gesprächen Details verifiziert oder geklärt werden. In der Regel wird der Gesprächspartner nach dem Echosignal seine Aussage präzisieren, klären oder ergänzen. In der Praxis folgen auf Echosignale meist Zusatzinformationen.


Zurück zum Beispiel : Hans würde sehr wahrscheinlich auf Hildegards Echosignal "Im Auto?" seine Aussage reflektieren und überlegen, ob er tatsächlich das Handy im Auto gelassen hat oder nicht anderswo. Er würde möglicherweise das Gespräch so weiterführen:

Hans: "Ich bin sicher. Ich war direkt zu Dir gekommen und im Auto hatte ich das Handy noch bei mir."


Dieses Echosignal hat so das Gespräch auf den Ort des Verlustes gelenkt. Würde Hildegard ein anderes Echosignal wählen, beispielsweise: "Heute?". So würde sich das Gespräch nachher sicherlich um das Datum oder den Zeitpunkt des Verlustes kreisen.




Mit einem Echosignal lässt sich ein Gespräch gezielt steuern, Es können Sachverhalte geklärt werden. Das Echosignal basiert auf einer der klassischen Spiegeltechniken aus den Bereichen Gegenfragen und aktives Zuhören, paraphrasieren, verbalisieren, zusammenfassend rückfragen, weiterführend fragen.

Bei der Anwendung gilt es zu beachten

Der Einsatz von unbedachten Echosignalen kann sich auf Gespräche auch negativ auswirken. Vor allem, wenn das Gegenüber die Technik erkennt. Es ist deshalb ratsam, die Gesprächstechnik "Echosignale" sparsam anzuwenden. Wir müssen zudem wissen: Der Gesprächspartner könnte geschult sein und die Lenkungstechnik "Echosignale" durchschauen oder sie selbst anwenden. Manipulative Echosignale gilt es zu stoppen, damit der Gesprächspartner diese wirkungsvolle Technik nicht gegen uns einsetzen kann, indem er beispielsweise bewusst der Frage ausweicht oder vom Thema ablenkt. Wie in der Medizin, wo gute Medikamente missbraucht werden können, ist es auch bei der Rhetorik möglich, wirksame Techniken zu missbrauchen. Wenn wir nicht ausgetrickst werden wollen, lohnt es sich, die wichtigsten Lenkungstechniken (Ablenkungstechniken) zu kennen. Nur wer die rhetorischen Phänomene wahrnimmt, kann gegensteuern. Echosignale können wir entlarven. Es muss uns auch gelingen, trotz Echosignal sehr schnell wieder zum eigenen "roten Faden" des Gespräches zurückzukehren.

In einem persönlichen Coaching im Simulator befähigen wir Sie, faire Kontertechniken anzuwenden. Das Lesen dieses Beitrages allein genügt noch nicht. Es lohnt sich, sich dialektisch schulen zu lassen. Wir können auch ohne Coaching im Alltag die Wahrnehmungsfähigkeit verbessern. Rhetorik.ch ermöglicht es Ihnen ein kostenloses, beobachtendes, reflektierendes Lernen.







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