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Medienrhetorik: Bischof Kochs geschickte Medienrhetorik

von Marcus Knill

Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft im August, 2004 erschienen. Der Abdruck hier ist mit Genehmigung von "Persoenlich" erfolgt.

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Viele schüttelten den Kopf, als Bischof Krenn jüngst die Missstände im Priesterseminar St. Pölten schönredete. Die Sexgeschichten redete er klein und blieb völlig uneinsichtig. Für Krenn war alles "Übertreibung und Mache". Die eindeutigen Szenen sah er als "Bubendummheiten". Die Dickköpfigkeit des Bischofs vor Mikrofon und Kamera führte dazu, dass er entmachtet wurde. Die Geschichte führte laufend zu neuen Enthüllungen. Wir möchten nicht Krenns Medienrhetorik analysieren, sondern belechten hier die Antworten Bischof Kochs, der sich in einem längeren Interview in der Sonntagszeitung am 4.July 2004 zu den jüngsten umstrittenen Beschlüssen der Bischofskonferenz geäussert hatte. Nach Koch muss die Kirche hart durchgreifen, falls ein Priester mit evangelischen Gläubigen eine Abendmahlsfeier abhält.









Nachtrag vom 13. November 2005: Kochs Medienschelte

Kurt Koch äusserte sich erstmals öffentlich zum Röschenzer Kirchenstreit. Er übte massive Kritik an den Medien. Koch lässt dem suspendierten Röschenzer Pfarrer Franz Sabo die Tür offen, verlangt von ihm aber "Einsicht und Umkehr". Stellung nehme er zum Fall Sabo jetzt, weil so viele "Halb- und Unwahrheiten und Verleumdungen" verbreitet würden, sagte Koch in der "Samstagsrundschau" von Radio DRS vom 12. November. In einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" übte nun Koch harsche Kritik an der Medienberichterstattung. Diese sei parteiisch. Offensichtlich hätten die Medien aus dem Fall Sabo einen Fall Koch machen wollen.

"Dass am Ende ein zweiter Fall Bischof Haas daraus werden sollte, das ist mit Händen zu greifen"


fügte Koch an. Es sei eine Gelegenheit, einmal mehr die katholische Kirche zu attackieren. Er frage sich, wie die Berichterstattung ausgesehen hätte, wenn es um andere Religionen ginge. (Quelle: Swiss Info)


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