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Bush's Besuch von 600 Truppenmitgliedern auf dem Flughafen von Baghdad im
Irak zur "Thanksgiving Zeit" war ein überraschender PR Coup.
Der Plan war aus Sicherheitsgründen geheim geblieben.
Selbst die Mutter von Bush war nicht informiert worden. Die Inszenierung gelang.
Erst auf dem Rückflug erfolgte die Information an die Öffentlichkeit.
Selbst Kritiker zogen den Hut vor dieser perfekten Medienshow.
(Vergleiche dazu auch Komponierte Medienauftritte.
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Bush, der im eigenen Land vermehrt den Vorwurf hört, er sei
persönlich nie an einer Beerdigung von gefallenen US-Sodaten dabei
gewesen, weiss, dass ihm vor den Wahlen ein kalter Wind entgegen bläst.
Es wurden keine Massenvernichtungsmittel im Irak gefunden. Auch die steigende
Zahl von US Marines im Irak werden zum Handicap:
434 Soldaten sind im Irak gestorben, davon 294 nach offiziellem Kriegsende.
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Nun sah das Amerikanische Publikum auf den Frontseiten der Zeitungen
ihren Präsidenten, wie er in salopper Kleidung den gebratenen Truthahn
serviert. Bush kann damit rechnen, dass diese Geschichte seine Wahl positiv
mitbeeinflussen wird. Die Bilder haben ähnliche Bedeutung wie
- Bush mit Megafon auf den Trümmern in New York, am 14. September 2001, oder
- Bush im Fliegerdress auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln am 1. May 2003
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Die Rede vor der Truppe signalisierte Stärke und Entschlossenheit.
Bush sprach adressatengerecht, geisselte den Erzfeind "Terrorismus",
dankte den Soldaten für ihren Dienst und posierte für die Fotographen.
Nach 2 Stunden in Baghdad flog Bush in seine Texanische Ranch zurück.
Thanksgiving ist in den USA ein wichtiger Feiertag an dem Familien selbst
von weither zusammenkommen.
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Bush fühlte sich in Bagdad sichtlich wohler als
im Königlichen Palast in England, eine Woche davor.
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Bushs Planer wusste natürlich, dass Hillary Clinton zu dieser Zeit auch
nach Irak geht und wollten ihr zuvorkommen. Tatsächlich wurde Clintons
Besuch in Irak am Freitag kaum noch beachtet. Clinten hatte vorher auch
Afghanistan besucht. Auch andere Demokraten wurden vom Coup überrumpelt.
Demokratische Präsidentschaftskandidaten wie John Kerry mussten
unwillig zugeben, dass der Besuch eine gute Sache sei.
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Bushs Besuch war der erste eines US Präsidenten in Irak. Die
Reporter, die mit ihm gereist sind, waren gewarnt worden, dass bei einem
Informationsleck der Besuch abgesagt würde. Bush wurde wenig für
die Desinformation kritisiert, denn der Presse war vorher gesagt worden, Bush
werde das Thanksgiving Essen auf seiner Ranch in Texas einnehmen.
Ein pensionierte Armee General meinte, dass der Besuch die Moral der Truppen
im Irak erhöhen würde.
Die Visite im Irak verbindet Bush noch stärker mit der Situation
im Irak. Rich Bond, ein Republikaner: "Er erhöhte den Einsatz,
wenn man Poker spielt und herausgefordert wird, ist die Erhöhung des
Einsatzes eine gute Abwehrmethode".
Der Historiker vom Präsidenten, Douglas Brinkley, sagte im Sender CNN, dass
die Reise ein perfekt ausgeplante Sache sei der "einer der grossen Momente
in seiner Biographie sein würde."
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Es wurde auch bekannt, dass der Besuch für Wochen geplant worden war.
Bush hatte das Haus heimlich verlassen, mit ungekennzeichtem Privatwagen
die Ranch verlassen und war zum Flughafen gefahren. Im Auto habe Bush mit Reportern
telefoniert und ihen Details zum Familienessen aufgetischt: es gäbe Truthahn
mit Kartoffelstock und Nusskuchen. Die Besatzung der AirForce 1 trug
schusssichere Westen. Reporter mussten im Flugzeug die Batterien aus den Handies
nehmen, um nicht geortet werden zu können und wahrscheinlich auch, um nichts auszuplaudern.
Die Klappen vor den Fenstern wurden runtergelassen. Die Maschine landete
ohne Licht auf dem Baghdader Flughafen. Auch die Fluglotsen wussten nicht, dass
Bush im Flugzeug sei. Vom Banner-Fiasko auf dem Flugzeugträger
("Mission accomplished", "Mission erfüllt") war gelernt worden: Bushs
Gesicht trug auch nicht mehr die prahlerischen Züge auf der Flugzeuglandung.
Nach nur 30 Stunden war Bush wieder zurück in seiner Crawford Ranch,
zufrieden mit seinem gelungenen PR Stunt.
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Kriegsbesuche von US Präsidenten (Text quelle: Washington Post)
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1952: Dwight D. Eisenhower besucht die Koreanischen Frontlinien
im Dezember.
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1966 und 1967: Lyndon B. Johnson besuchte zweimal Truppen in
Vietnam am U.S. Militärposten in Cam Ranh Bay.
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1969: Richard M. Nixon besucht Truppen in Dian, 20 Kilometer
südlich vom damaligen Saigon.
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1990: George H.W. Bush besucht U.S. Truppen in der Wüste
von Saudi Arabien an "Thanksgiving Day".
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1999: Bill Clinton spricht zu Kosovo Flüchtligen und NATO Militärpersonal
in Macedonien.
Im Dezember spricht Clinton zu Albanern und tifft an Thanksgiving
U.S. Truppen in Kosovo.
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2003: George Bush macht einen "Thanksgiving" Besuch mit U.S. Soldaten
im Baghdad Flughafen.
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