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www.rhetorik.ch aktuell: (10. November, 2001)


Gedanken zur bedachtsamen Rede


Klara Obermueller, Photoquelle:
http://sites.netscape.net/hatzurich/portraitslesecrew2 "Reden in geschwätziger Zeit" lautete der Titel eines vielbeachteten Referates von Dr. Klara Obermüller an der Vortragsgemeinschaft in Schaffhausen vom 8. November 2001.
Als Ergänzung zu den www.rhetorik.ch Beiträgen



zitieren wir an dieser Stelle einige wichtige Aussagen aus diesem Referat, ohne den Inhalt des Referates nachzuzeichnen oder zu werten.

"Viele reden, um sich nicht anmerken zu lassen, dass man nicht sprachlos ist".


Es ging bei dieser Aussage um den Wortschwall, der von den gleichen Spezialisten, Politologen, Psychologen, Soziologen, Militärwissenschaftler usw. gefragt war. Im Medienzirkus nach dem 11.9. wurden Spezialisten aufgeboten, um zu reden, zu reden. Wichtig schien nach der Katastrophe vor allem, dass geredet, geredet, geredet wurde. Es kam dabei auch zu peinlichen Entgleisungen: Ulrich Wickert: "Bush und Bin laden haben die gleichen Denkstrukturen" oder des Musikers Stockhausen, der den Einsturz der Türme mit einem Kunstwerk verglich und einigen Intellektuellen, die leichtfertig aus aus der Hüfte schossen und sofort wussten, dass die USA eigentlich selbst schuld ist an den Anschlägen (mit Begründungen, Rechtfertigungen).

Der Sinn für die Form des beredten Schweigens ist verloren gegangen.

Das Geschwafel zerstört die Sprache.


Wenn die Einschaltquoten die Schamgrenzen an Talk-shows überflüssig machen. Wenn nichts dumm genug, nicht banal genug sein kann, zerstören letzlich auch die Medien die Sprache. (Siehe Gesprächsunkultur.) Wenn hohles Geschwätz über dem Inhalt dominieren oder den Inhalt sogar ersetzen, so wird es gefährlich!
Klara Obermüller zitierte folgenden Satz:
"Alles was Leute schwafeln, habe ich im Buch festgelegt, indem ich schweige .
oder:
"Manches Wort ist schein-lebendig."
Als Gegenpol zum Geschwätz nannte die Referentin:
"Die bedachtsame Rede"


Über den Begriff des Sprechdenkens, des Denkens vor dem Reden vergleiche man Wörtlich nehmen. Lehrreich dazu ist auch die Aliesch geschichte.
"Gefragt ist die Wortmeldung gegen die Flut der Wörter!"
Was Not tut ist das "Nichteinstimmen" ins Geschwätz unserer Zeit- aber: ohne zu verstummen.
Gefragt sind immer Stimmen, die Fragen stellen, die sich mit dem eigenen Land auseinandersetzen, die Sachverhalte reflektieren, die aber auch den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen und sich bedachtsam zu äussern.


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