Mel Gibsons "Die Passion Christi" strotze von Gewaltszenen
und gilt als umstritten. Kommentatoren schreiben, der Film
sei antisemitisch. Mel Gibson, ein traditioneller Katolik
bestreitet das. Er wollte die Geschichte erzählen, wie sie
in der Bibel stehe. Blutig und gnadenlos.
Zwei Stunden lässt er die Zuschauer Zeuge der Folterung
und Hinrichtung eines Menschen werden. Obwohl es mehrere Filme gibt,
die mehr Gewaltszenen zeigen, wurde gefragt: "Hat Hollywood die Grenze
überschritten?"
Direkte judenfeindliche Tendenzen haben die Evangelische Kirche (EKD)
und die Katholische Bischofskonferenz nicht ausmachen können. "Aber
die massiven Gewaltszenen könnten vielleicht doch indirekt eine
negative Auswirkung auf die Menschen haben", befürchtet Karl Kardinal
Lehmann. Die EKD bemängelt, dass dem Film theologische Tiefe fehle,
um die Brutalität auszugleichen. Das Gewaltmaß sei für
unter 16-Jährige unerträglich, findet der Vorsitzende der
"freiwilligen Selbstkontrolle" (FKS), Folker Höge. Der Fim ist deshalb
erst ab 16 freigegeben.
Die Provokation hat sich zuminst in der USA gelohnt. In
14 Tagen sind 250 Millionen eingespielt worden. Vor allem
Kirchgemeinschaften haben ganze Theater ausverkauft. Die
Diskussion war sicher auch Gratisreklame für den Film.
Es folgen Auszüge von Dingen, die über den
Film geschrieben worden sind:
Am Kreuz hing nicht nur der Darsteller Jim Caviezel sondern auch
ein Roboter. Der lebensechter Computer-Jesus soll 350'000 Dollar gekostet
haben, auf Knopfdruck Blut speien, zucken oder die Augen verdrehen.
Jim Caviezels hat die gleichen Initialen wie Jesus Christus.
Der Schauspieler holte sich während den Dreharbeiten eine Lungenenzündung,
kugelte sich eine Schulter aus, wurde von Peitschenriemen wirklich getroffen
und sei sogar von einem Blitz getroffen worden.
Ein Pastor sei beim Betrachten des Filmes an einem Herzinfakt gestorben.
Ein Mörder habe sich nach dem Betrachten des Filmes gestellt.
Eine Kirchengruppe in Plano Texas habe alle 20 Vorführungen des Filmes
am Eröffnungstag ausgekauft.
Es wurde kritisiert, dass Kirchen, die sonst Filme mit Gewalt verurteilen
würden Doppelstandards hätten, wenn sie den Film ihren Mitgliedern
empfehlen.
Der Film sei auch in Beiruth und Damaskus ein Erfolg.
Die englische Komödie "The Life of Brian"
wird nächsten Monat wieder in einigen US Filmtheater zu sehen sein. Als
Gegengewicht zur "Passion".
Regiefehler (nach Bild online):
Eine Prügelszene am Anfang. Jesus rechtes Auge ist
zugeschwollen. Er geht zu Boden, die Perspektive wechselt.
Und schon ist sein linkes Auge blau.
Die Römer peitschen Jesus aus. Blut spritzt auf seinen
Lendenschurz. Als er aufsteht, ist plötzlich alles wieder
sauber.
Maria eilt zu dem geschundenen Jesus, ruft: "Ich bin hier." Seine
blutverschmierte Hand berührt ihr Gesicht. Doch das bleibt sauber.
Nachdem die Römer Jesus ausgepeitscht haben formt sich eine Blutlache
auf dem Kopfsteinpflaster. Und im glänzenden Blut spiegelt sich
ein Mikrofon.
Caviezel schleppt das Kreuz - und wechselt immer wieder die
Stellung seiner Hände.
Bei der Kreuzigung schlagen Römer Jesus einen Nagel durch
die linke Hand. Doch hinter der Requisite taucht plötzlich die
unversehrte Hand des Hauptdarstellers auf.
Maria hält den toten Jesus in den Armen - und der zwinkert ihr zu.
Bei einer Rückblende. Jesus zieht mit der Rechten eine Linie
in den Kieselboden. In Großaufnahme ist es plötzlich die
linke Hand.
Die Römer tragen ihre Lederhosen, die für Feldzüge im
Norden gedacht waren - im Film ist es glühend heiß.
Ein Kamel mit zwei Höckern trottet durchs Bild. Aber die
Szene spielt laut Drehbuch in der Wüste Gobi. Und dort lebten
ausschließlich Dromedare - mit einem Höcker.