Fotoquelle:
visionen2000.de
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Scharping und der grüne Politiker Özdemir stolperten beide
über Ungereimtheiten in finanziellen Fragen.
Cem Özdemir flog mit seiner Freundin zu Lasten der
Steuerzahler umher. Die Bonusmeilen, die ihm als Vielflieger
gutgeschrieben wurden, hätte er nach Reglement dem
Bundestag gutschreiben müssen. Die Freiflüge kosteten
dem Politiker Özdemir den Job.
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Jetzt wurde bekannt, dass auch der PDS Bundestabgeordnete
und Berlins Wirtschaftssenator Gregor Gysi
Fluggutschriften für private Zwecke genutzt hatte.
Gysi ist einer der eloquentesten Redner und ein messerscharfer
Dialektiker. Wir waren schon oft beeindruckt von seinen
rhetorischen Fähigkeiten. Nach Bekanntwerden der Ungereimtheiten
outete sich Gysi sofort:
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"Auf jeden Fall habe ich in den Jahren 2000 und 2001 Fluggutschriften, die
eigentlich für Dienstflüge im Rahmen des Bundestagsmandates genutzt werden
müssten, privat verwendet."
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Gysi beschönigte nichts und gab den Fehler sofort zu.
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"Dies war offensichtlich ein Fehler".
"Ich war falsch informiert, habe mich aber nicht selbst ausreichend
sachkundig gemacht."
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Er habe geglaubt, die Nutzung sei vor dem Verfall für private Zwecke
zulässig, ergänzte er noch.
Als Sofortmassnahme liess Gysi den Kostenvorteil der Flüge für seine
Frau und seine Tochter (ein Ticket sollte übrigens ein Weihnachtsgeschenk
gewesen sein) umgehend "Amnesty International" zukommen.
Einmal machte er sogar mit den Gutschriften Familienferien nach Kuba.
Gysi, der selbst eine Pilotenlizenz hat, weiss wie man ein Flugzeug aus
einer Windböe hinausmanöveriert.
Als Rhetoriker, weiss er, wie ein Fehlverhalten begründet werden muss.
Nun zeigt sich ob die Methode des "Schuld auf sich nehmen" in diesem Fall
den gewieften Politiker retten kann. Das Eingestehen eines Fehlers
("mea culpa") ist oft ein tauglicher Befreiungsschlag.
Ist es möglich, dass Gysi mit seinem geschickten Schachzug den Kopf
noch aus der Schlinge ziehen kann?
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