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Knill.com |
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Wir wir schon in verschiedenen Beiträgen gesehen haben:
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Das Realitätsfernsehen aus den USA ist entgültig auch in Deutschland eingetroffen: RTL zeigt die bei den Zuschauern erfolgreiche Sendung "Ich bin ein Star-holt mich hier raus", in der Schauspieler, Sportler oder Sänger sich im Dschungel-Big-Brother durchsetzen müssen. Die Zuschauer stimmen per Telefon ab, wer die nächste Prüfung absolvieren muss. Beispiele:
Tierschützer kritisieren Misbrauch der Tiere Nach den Medienwächtern und Menschenrechtlern haben sich jetzt erwartungsgemäß die Tierschützer mit ihrer Kritik an der RTL-Sendung "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" zu Wort gemeldet. Ihr Vorwurf: Die Dschungel-Prüfungen der Promis seien purer Stress für die beteiligten Tiere. Der Bund gegen den Missbrauch der Tiere bezeichnete die Show als "ethisch unwürdig". Die bisher gezeigten Tiere würden wie "Spielzeug" behandelt und durch die Prüfungen "purem Stress" ausgesetzt.
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Ekel schützt vor Übel
Fäkalien, Erbrochenes, Schweiss, Speichel, Eiter, Wunden, Leichen, abgeschnittene Zehennägel, verwesendes Fleisch, Maden, Schleim, Läuse, das Spektrum von Dingen, vor denen sich Menschen ekeln, ist sehr breit. Doch nahezu überall auf der Erde werden ähnliche Dinge als ekelhaft empfunden, und auch die körperliche Reaktion ist in praktisch allen Kulturen gleich: Der Blutdruck fällt ab, es entsteht Brechreiz und die Menschen zucken instinktiv zurück.
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Nachtrag vom 15. Januar: Der "Spiegel" berichtet, dass die
Zuschauerquoten
konstant hoch blieben: Gestern Abend verfolgten knapp acht
Millionen Zuschauer (Marktanteil: 29,9 Prozent) die Sendung.
Jeden Abend über 7 Millionen Zuschauer: RTL jubelt über die
Einschaltquoten seiner Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich
hier raus!" Sicher scheint: Es wird eine zweite Staffel geben. Laut RTL
gibt es
bereits Prominente, die sich freiwillig für das nächste
Camp beworben haben. Namen sind noch geheim. Bild-online fragte
seine Leser: Wen würden Sie gern im nächsten Dschungel-Camp
sehen? Hunderttausende machten mit. Das Ergebnis der großen
Online-Umfrage ist eindeutig: Platz eins ging an Naddel:
Moderatoren der Gesprächsunkultur und Exekutionsrhetorik dürften durchaus einmal als Teilnehmende bei einer fragwürdigen Sendung mitwirken, um zu erleben, was es heisst, blossgestellt zu werden. Psychologische Wirkung auf die Stars und Zuschauer Die erste Landesmedienanstalt fordert eine Absetzung der Sendung. Der Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, Gerd Bauer, kündigte an, er werde sich bei der Sitzung der "Gemeinsamen Stelle Programm und Werbung" der Landesmedienanstalten am 11. Februar dafür einsetzen, dass die RTL Sendung beanstandet wird. Die für RTL zuständige Landesmedienanstalt in Niedersachsen hatte dagegen gestern erklärt, es gebe dafür keinen Grund. Bauer bezeichnete es als erschreckend, was den Kandidaten der Show zugemutet werde. Auch wenn die Teilnahme freiwillig sei, habe man offensichtlich nicht über die psychologische Wirkung auf die Zuschauer nachgedacht, die die Stars verehrten und teilweise sogar vergötterten. "Es scheint, wir haben mit dieser voyeuristischen Show ein neues Niveau der Geschmacklosigkeit im deutschen Fernsehen erreicht", meinte Bauer. |
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Nachtrag vom 16. Januar:
Morgen wird ein Kandidat in einen Sarg mit Ungeziefer gelegt, dann
in den feuchten Urwaldboden versenkt. Vier Minuten lang muss der
Prominente in der Todeskiste ausharren. Bild online:
"Es ist dunkel, es ist eng, es ist stickig. Der Puls rast, das Herz
pumpt wie verrückt: Todesangst - während die Käfer,
Ameisen, Schlangen beginnen, am Körper des Kandidaten entlang zu
krabbeln. "
Gestern ließ sich Lisa Fitz in einem Glastank im See versenken.
Auch sie hat damit jetzt eine Prüfung ablegt, darf nicht mehr
gewählt werden. Daniel wurde bislang zwar von den Zuschauern
zu den Kakerlaken und unter die Spinnendusche geschickt - trotzdem
dürfen ihn seine Camp-Mitbewohner nochmals für eine
Folter-Mutprobe
nominieren. Gestern kommandierte der Teenager sogar gestandene Kerle wie
Costa Cordalis (57) und "Lagervater" Werner Böhm (62) herum.
Böhms Kommentar: "So langsam wird's richtig scharf! Daniel hat
wohl Lust, dem einen oder anderen in den A.... zu treten! Aber das
werden wir ja sehen!" Hüte dich vor ihrer Rache, Daniel ....
Susan Stahnke musste gestern das Camp verlassen. Sie sah nicht
betrübt aus.
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Nachtrag vom 17. Januar:
In den Medien schwingen derzeit Medienkritiker die grosse Keule gegen die Scham- Schmerz- und Peinlichkeitsgrenzen der RTL Dschungel Sendung. Es gilt jedoch zu bedenken, dass in der TV- Geschichte schon früher Quoten mit der Schadenfreude geholt wurden. Bereits in den 70er - Jahren wurden bei "Wünsch dir was" Autos samt Insassen im Schwimmbecken versenkt. Bei Kai Pflaume mussten sich auch schon Kandidaten in Insektenkübeln wälzen oder Höhenängste überwinden. Auch bei vielen Szenen bei der "Versteckten Kamera" oder bei "Pleiten, Pech und Pannen" schaffte die Schadenfreude Einschaltquoten.
Schadenfreude ist die Genugtuung, es jemandem heimzahlen zu können, den man nicht ausstehen kann. Millionen lachen deshalb bei der jüngsten Sendung gerne, wenn Schlager und Fernsehpromis leiden müssen. Jeder Fernsehzuschauer hat seinen Lieblings- Schadenfreudekandidaten. Frei nach Mark Twain: "Wir alle sehen es gern, wenn andere seekrank werden, solang wir es selbst nicht sind." Die Gefahr besteht jedoch darin, dass der verständliche Spass an Schadenfreude eskaliert, weil die Zuschauer abgestumpft werden. Wir sind überzeugt: Es gibt sicherlich Grenzen des guten Geschmacks. Wir fragen uns aber, wie lange es geht, bis auch das Schweizer Fernsehen dieses billige Format copiert? In Japan gehören derartige Shows bereits zum Medienalltag.
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Nachtrag vom 23. Januar 2004. Dschungelshow hat RTL-Image
geschadet Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Deutschen ist der Meinung, dass die Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" dem Image von RTL geschadet hat. Das ergab eine exklusive Repräsentativ-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts tns/emnid im Auftrag der Programmzeitschrift Gong. 53.6 Prozent der Deutschen fanden die RTL-Show außerdem peinlich. Für 45.6 Prozent wurde durch die Sendung die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Und 34.2 Prozent hielten die Dschungelshow sogar für einen Skandal. Weitere Erkenntnis: Mit zunehmender Bildung der Zuschauer sinkt die Akzeptanz der Sendung: 58,6 Prozent der Befragten mit Abitur waren von der RTL-Show peinlich berührt, gegenüber nur 32,6 Prozent mit Volksschulbildung. Diese Umfrage wird sicherlich die Haltung der Programmschaffenden bei RTL beeinflussen. Sinken bei den Medien die Einschaltquoten, wird eine Sendung recht schnell aus dem Programm gekippt. Wüssten die Konsumenten, dass sie letztlich die Sendungen beeinflussen könnten, würden sie die Medien anders nutzen. Wir glauben, dass alle Ekel-Sendungen ersetzt würden, falls diese Formate nicht mehr genügend betrachtet werden. Tatsächlich verschwanden viele billigen Talksendungen, nachdem das Publikum genug von den üblen gegenseitigen Beschimpfungen am Bildschirm hatte. Wie es nach den Ekel-sendungen bei RTL weitergehen wird, entscheiden demnach die Konsumenten. |
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Nachtrag vom 26. Januar 2004. Analyse im Spiegel Magazin
Das "Spiegel Magazin" weiss, dass im März auch bald eine Version der Amerikanischen Reality-TV Show "Fear Factor" in Deutschland zu sehen ist. Diese Sendung spielt mit der Todesangst der Kandidaten: Da müssen Mitspieler, die unter Höhenangst leiden, schon mal von einem Hochhaus springen. Oder mit dem Mund Schweine-Nieren aus einem mit Piranhas gefüllten Tank fischen.
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| Nachtrag vom 24. März, 2004 Rumänische Ausgabe wegen Pornografie verurteilt. Wegen der Ausstrahlung von Liebesszenen in seiner "Big Brother"-Version ist der rumänische Privatsender Prima TV zur Zahlung einer Geldstrafe von umgerechnet rund 19'000 Franken verdonnert worden. Das amouröse Treiben der Show-Teilnehmer Daniel und Andreea sei eindeutig als "Pornografie" zu werten, entschied die rumänische Medienaufsichtsbehörde. Mit Ausnahme der Bezahlsender sei im rumänischen Fernsehen die Sendung pornografischen Materials zu Tages- und zu Nachtzeiten verboten. Im Falle weiterer Verstösse müsse auch über neue Strafmassnahmen entschieden werden, kündigte die Behörde an. In Zeitungsanzeigen bewarb Prima TV seine "Big Brother"-Sendung mit dem Motto "Leb wohl Intimität, lebt wohl Hemmungen". Kritikern zufolge forderten die Fernsehmacher die zwölf Teilnehmer der Show auf, trotz der Dauerüberwachung durch Kameras "zur Tat zu schreiten". Daniel und Andreea folgten offenbar diesem Hinweis. |
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Nachtrag vom 18. April, 2004:
Caroline Beil behauptet im Bild am Sonntag vom 18. April
das Fernsehen habe ihre Ehe zerstört
Am 7. September 2002 heiratete Caroline Beil einen Verleger.
Nun ist die Ehe in Brüche gegangen.
Wer ist schuld am Scheitern der Ehe zwischen TV-Moderatorin Caroline
Beil und Verleger Hendrik te Neues? Freunde des Paares erzählen,
dass der zurückhaltende Kunstfreund seine temperamentvolle Frau
zu häufig allein liess. Sich von ihr distanzierte, mit ihrer
TV- und Promi-Welt nichts zu tun haben wollte. Zum ersten Mal spricht nun Caroline Beil über die Gründe, die wirklich zur Trennung führten - und räumt im Interview eigene Fehler ein. Die Moderatorin findet: "Das Fernsehen hat meine Ehe zerstört". Ich hatte mit eine tägliche Live-Sendung, lebte in Berlin, Hendrik in Düsseldorf. Wir haben uns wirklich kaum gesehen, und das über vier Jahre hinweg. Wir hätten wahrscheinlich alles ganz anders organisieren müssen, um die Beziehung zu retten. Aber wenn man sich nie sieht - das ist ja keine Ehe." Tatsächlich machte die "Dschungel Schlange" Schlagzeilen. Wir erinnern an Titel, wie:
Wir finden: Caroline Beil kann nicht dem Fernsehen den schwarzen Peter zuschieben. Sie hatte Ja gesagt zu allen Medienspeielen. |
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