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www.rhetorik.ch aktuell: (24. April, 2004)

Tabubilder der sterbenden Lady Di



Bisher unveröffentlichte Bilder der im Auto sterbenden Lady Diana wurden im US Fernsehsender CBS in der Sendung "48 hours" gezeigt. Wir haben vom Dilemma der Medienschaffenden, Bilder zu veröffentlichen schon mehrfach berichtet: Im Falle der CBS Bilder brachte keine andere Agentur die Bilder. Andere Medien hatten die Veröffentlichung gescheut und die Aktion von CBS am Donnerstag einhellig als geschmacklos verurteilt.


Der US-Nachrichtensender CBS brach in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag 21/22. April, 2004 ein Tabu. Der Sender strahlte die letzten Bilder der 1997 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Prinzessin Diana aus. Ein unscharfes Bild zeigt die Prinzessin nach dem Autounfall in Paris im August 1997 mit offenbar blutüberstömtem Kopf, wie sie im Autowrack von einem Arzt behandelt wird. Die undeutlichen und grobkörnigen Schwarzweissaufnahmen vom Unfallort stammen nach CBS-Angaben aus vertraulichen französischen Ermittlungsakten.
Der Tabubruch löste heftige Reaktionen aus. Andere Medien hatten die Veröffentlichung der Bilder bislang gescheut und die Aktion von CBS am Donnerstag einhellig als geschmacklos verurteilt. Auf größte Empörung ist die Ausstrahlung von Bildern der sterbenden Lady Diana in England gestossen. Die CBS Bilder stammen aus den Ermittlungsakten der französischen Behörden. Wie CBS an die Unterlagen gelangte, ist unbekannt. Die bewusstlose Prinzessin ist auf den Bildern teilweise in Nahaufnahme zu sehen.
Nicht nur die Familie von Lady Diana Spencer ist empört über die Ausstahlung der Bilder. Ihr Bruder Lord Spencer sagte, dies sei Ekel erregend. Weder Prinz Charles, Ex-Mann der verstorbenen Prinzessin, noch ihre gemeinsamen Söhne Wiliam und Harry oder andere Mitglieder des englischen Königshauses reagierten auf die Ausstrahlung der letzten Bilder von der sterbenden Diana. Medien in aller Welt beurteilten die Veröffentlichung der Bilder als geschmacklos. Bisher galt es unter den Medien als Tabu, die teils drastischen Bilder von Personen an einem Unfallort zu veröffentlichen. Alle Personen haben ein Recht auf Wahrung des Persönlichkeitsschutzes. Bis jetzt hatte sich die meisten Medien an den Grundsatz gehalten, dass verunfallte Menschen und kranke Menschen nicht gezeigt werden dürfen, wenn die Person erkannt werden kann vor allem bei Nahaufnahmen. Selbst das "Bild" hat nur Zeichungen der Bilder veröffentlicht.


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