Marcus Knill (1933-2025) hat sich sehr um Werbung, Manipulationen oder
Bildwirkung interessiert. Auf 561 der 4957 Rhetorik Artikel geht es
um Werbung. Fundamentale Fragen sind:
Wie sehr darf man die Wahrheit verbiegen, um etwas zu verkaufen?
Wie kann man eine Werbung erfolgreich machen? Wie kann man Werbung effektiv
verbreiten?
In der folgenden Geschichte, die im Moment in vielen Schweizer Medien zu finden ist,
geht es vorerst nur um Kleidung. Der zentrale Punkt ist ein manipulierter
Bauchmabel.
Der Bauchnabel von Leni Klum mag zwar nicht weltbewegend sein,
worauf auch Kommentatoren der Zeitungen richtig hinweisen. Die
Geschichte illustriert aber, dass Manipulationen ein ganz alltägliches Bestandteil von
fast aller Werbung ist. Auch Medien haben schon manipuliert, um eine Sichtweise zu bevorteilen
und Meinungen zu bilden. Es ist deshalb hilfreich, jeden Text, jedes Bild und
jedes Video zu hinterfragen und die Techniken zu kennen.
20 Min:
In der aktuellen Sommerkampagne des italienischen Dessous-Herstellers
Intimissimi posiert Leni Klum gemeinsam mit Mutter Heidi Klum in edler
Unterwäsche - die Tochter in schwarzer Mikrofaser, die Mutter in heller Seide.
Auf Instagram teilt Leni die Bilder mit ihren 1,8 Millionen Followern
und schreibt dazu: "Clean, comfy & classy". Innerhalb
eines Tages sammeln die Fotos über 50'000 Likes, unter anderem
von Victoria Beckham und Nicola Peltz.
In den Kommentaren wird der Artikel als unwesentlich hingestellt.
Allerdings geht es bei solchen Manipulationen um ein Thema das relevant
ist. Wieviel darf bei Werbung getäuscht werden?
Ist es hilfreich, manipulierte Schönheitsideale zu produzieren?
Ist es wirklich nötig, dass auch Topmodels sich Arme, Schenkel und
Bauch auf Bildern retouchieren müssen? Wird durch den "Bschiss" nicht
auch die Marke selbst geschädigt?
Eine gewagte Spekulation ist, dass sich die Werber den kleinen Bauchnabel
ausgedacht haben, um damit die online Medien zu stimulieren.
Die Bilder wurden auf 20 Minuten und Blick verbreitet. Das ist ein
Jackpot! Wie auch bei Provokationen brachte die Bauchnabelmanipulation
die Bilder gratis in die Medien.
Die Kommentare auf Blick und 20 Min sind zum Teil lesenswert. Beispiele:
- Mein Bauchnabel ist auch presseverdächtig ... aber sonst habe ich keine Sorgen ...
- ich weiss nicht was mich der Bauchnabel von Leni interessieren soll.
- Ist doch egal, Mutter und Tochter sind nur Kleiderständer, braucht man nicht wirklich.
Blick: Mega Aufregung um Leni Klums extrem kleinen Bauchnabel:
Normalerweise regt man sich über etwas auf, das man sieht oder hört. Bei Leni Klum
(20) herrscht grosse Aufregung um etwas, das man fast nicht sieht -
nämlich ihren Bauchnabel. Und der gibt zu reden. So zu sehen " oder
eben, so gut wie nicht " in der aktuellen Sommerkampagne für einen
italienischen Lingerie-Hersteller, für den sie seit Oktober 2022 mit
ihrer Mutter, Model-Ikone Heidi Klum (51) posiert. Sie trägt auf
den aktuellen Bildern edle, helle Seide, ihre Tochter schwarze Dessous
aus Mikrofaser, wie sie auf Instagram ihren 1,8 Millionen Followern zeigt.
Dazu schreibt Leni: "Die Basic-Kollektion ist alles, was wir lieben:
Clean, comfy & classy". Sprich, es sei bequem und elegant. Innerhalb eines
Tages hat das Jungmodel für das Foto von sich und eines mit ihrer
Mutter über 50'000 Likes bekommen, unter anderem von Designerin
Victoria Beckham (51) oder Schwiegertochter und Milliardenerbin Nicola
Peltz (30). Unter Lenis Singlebild häufen sich die Kommentare. Einer
der ersten stammt von einer Frau, die schreibt: "Was für ein winziger
Bauchnabel. Egal, ich finde sie unglaublich schön." Einer schreibt
dazu: "Hab ich mir auch gedacht", jemand weiteres wittert dabei, dass
Lenis Bauchnabel der Bildbearbeitung zum Opfer fiel, was auch andere
vermuten und mit entsprechenden Lach-Emojis kennzeichnen.
Bearbeitete Arme auf Fotos angeprangert Vergleicht man die heutigen
Bilder mit anderen für den Dessous-Hersteller "Intimissimi",
fällt auf, dass damals Leni Klums Bauchnabel sichtbar grösser
und natürlicher wirkt. Offensichtlich wurde nach dem aktuellen
Shooting generell zu grosszügig mit dem Photoshop umgegangen. Einige
der Follower prangern die an, die Armbearbeitung sei besonders schlecht.