Martin Pfister heisst der neue Bundesrat.
Nach zwei Wahlrunden wurde er mit 134 Stimmen gewählt.
Im ersten Durchgang fehlten ihm nur 1 Stimme zum absoluten Mehr.
Ich behaupte: Er hat dank der Stimmen bei den Sozialisten gewaltig
aufgeholt und damit das Rennen gemacht. Im Unterschied zum Favoriten
Ritter setzt er sich für den umstrittenen EU Rahmenvertrag
ein. Ob er tatsächlich zum EURO - Turbo wird, bezweifle ich.
Sein Bekenntnis zur EU bei der SP könnte auch Taktik gewesen sein.
Es wird vermutet, dass Pfister viele Stimmen geholt hat bei all jenen,
die den dominierenden Ritter nicht wählen wollten. Ich traue aber
dem neuen Bundesrat zu, die zahlreichen Mängel im VBS, die Amherd
hinterlassen hat, systematisch aufzuarbeiten.
Aus 20 Min: Welche Aufgabe sollte der neue VBS-Vorsteher priorisieren?
- Die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz schnellstmöglich wiederherstellen - 58%
- Eine ganzheitliche und kohärente Strategie zur Armee der Zukunft ausarbeiten - 14%
- Den Korruptionsfall bei der Rüstungsfirma Ruag aufarbeiten - 6%
- Die richtigen Lehren aus den missglückten Beschaffungen ziehen - 3%
- Die vakanten Kaderstellen neu besetzen - 7%
- Dafür schauen, dass die Armee genug Personal rekrutiert - 1%
- Dazu habe ich keine Meinung - 4%
Im Grunde muss der Chef VBS das Chaos von Frau Amherd aufräumen. Das ist keine leichte Aufgabe!
Schaffhauser Nachrichten kommentiert:
Kaum gewählt, pustete Bundesrat Martin Pfister vor dem Bundeshaus
schon in eine Posaune. Seine Guggemusik Snäfuu war vorbeigekommen,
und Pfister liess sich nicht lange bitten. Schweizerischer geht
nicht. Und das gilt insgesamt für die Wahl des Zugers. Dass sich
das Parlament für den besonnen auftretenden Aussenseiter statt
für den angriffigen Haudegen Markus Ritter entschieden hat, ist
eine gute Nachricht. Die Kollegialität im Bundesrat krankt derzeit,
und ein Selbstdarsteller wie Ritter wäre da kontraproduktiv. Und
einen weiteren Landwirt braucht es auch nicht.