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www.rhetorik.ch aktuell: (02. Mar, 2025)

Propagandabild fuer mehr Krieg

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Das Treffen in London als "Friedensgipfel" zu bezeichnen, ist schon etwas dicke Post. Es ist eine Koalition von Politikern, die weiter Krieg wollen. Es war ein Kriegsgipfel. Zu einem Friedensgipfel brauchte es beide Parteien. Das war schon auf dem Bürgenstock pure Propaganda. (Auch diese Konferenz hat ausser Spesen nichts gebracht sondern im Gegenteil den Krieg noch verschlimmert.) Unterdessen sterben jeden Tag Menschen auf dem Schlachtfeld, die Ukraine veliert jeden Tag noch mehr Gebiet. Die Inszenierung in Londen wurde erstaunlich schnell organisiert. Und praktisch alle Medien jubeln dieser Propagandashow zu. Es geht mehr um eine Inszenierung, nicht um Krieg und Frieden. Es ist "Virtue signalling" par excellence: das Zuschaustellen moralischer Werte. England, Deutschland oder Frankreich werden kaum Truppen in die Ukraine verlegen. Es wäre auch ein verstörendes Bild, wieder einmal Franzosen oder Deutsche Soldaten in diesem Bereich der Welt sterben zu sehen. Auch über die Milliarden von Steuergeldern, die weiter gebraucht würden und kaum zurückkehren wüden, wird geschwiegen. Die Tatsachen an der Front werden ignoriert. Es war in London offensichtlich eine Gelegenheit zu zeigen, dass man in Europa etwas machen will. Es wird wohl dazu kommen müssen, dass der Krieg ganz verloren geht, oder dann dass er zu einem grösseren Krieg zwischen Europäischen Ländern und Russland ausmündet, oder noch schlimmer zu einem Weltkrieg. Ein paar Jahre mehr Krieg wird auch zu einem weiteren wirtschaftlichen Abstieg führen. Vor allem von England, Frankreich und Deutschland. Die Politiker müssen die Konsequenzen von wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht selber tragen, viele von ihnen werden in Kürze abgewählt oder sind schon abgewählt, wie Scholz. Das Propagandabild jedoch wirkt. Es signalisiert symbolische Geschlossenheit. Der strategisch und moralisch richtige Entscheid wäre, mit Russland zu reden und den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Die Realität ist, dass der Krieg nicht gewonnen werden kann. Die USA sehen das ein, die Europäer sind noch in Verleugnung. Man verliert jede Woche an Territorium (und viele Menschen) und das seit Jahren, auch mit Amerikanischer Hilfe.

Als ich nach Jahren nochmals den authentischen Bericht von Peter Bamm "Die unsichtbare Flagge" gelesen habe, wurde mir bewusst: Die detaillierten Beschreibungen Bamms als Chirurg und Militärarzt an der Front der Deutschen bei ihrem Angriffskrieg in der Ukraine (2. Weltkrieg) lässt uns den aktuellen grauenhaften Krieg gegen den Angreifer Putin in einem anderen Licht erscheinen. Wer ist sich heute noch bewusst, dass im zweiten Weltkrieg die russische Ukraine von den Deutschen in einem Angriffskrieg erobert wurde und gegen Ende des Weltkrieges von den Russen wieder zurückerobert werden konnte. Der aktuelle Angriffskrieg Putins wird in den Medien nie aus der Sicht der Russen beschrieben. Wer dies wagt, wird als "Putinversteher" gebrandmarkt. Dass Kennedy in der Kubakrise beinahe einen Atomkrieg ausgelöst hat, weil er die Bedrohung mit Raketen gleichsam vor der Haustüre nicht zulassen wollte, ist wohl nur noch Wenigen bekannt. Dass auch Putin die NATO vor seiner Haustüre als Bedrohung empfindet, müsste eigentlich einleuchten. Die realistische Beschreibung der Verletzten im zweiten Weltkrieg verdeutlichte mir, dass heute alles getan werden muss, dem Blutvergiessen ein Ende zu setzen. Unverständlich, dass all jene die beim dreijährigen Krieg noch an einen Sieg gegen Russland glauben, sind sich nicht bewusst sind, welch enormes Leid ein Krieg bringt. Zumal ein Sieg gegen Russland aussichtslos ist. Die Fratze des Krieges ist in der Ukraine heute so hässlich, wie an der Front beim Angriffskrieg der Deutschen im zweiten Weltkrieg an der Krim. Erkenntnis: Es gibt nur einen Weg zum Frieden: Frieden mit Kompromissen.

Nachtrag vom 4. März: Ich habe heute die Pressemitteilungen durchgekämmt und gelesen, dass Europa die Ukrainische Armee mit vereinten Kräften unterstützen könnte, so dass das Land sich noch weitere sechs Monate verteidigen könnte. [Beipiele: 1) Ein Beispiel: Van der Leyen legt Plan von 800 Milliarden Euro für die Europäische Verteidigung vor. 2) Wie Europa jetzt Milliarden in die Aufrüstung stecken will. 3) Diese Waffen fehlen Kiew bald-und hier kann Europa helfen] Noch weitere 6 Monate kämpfen würde aber heissen: Der grausame Krieg würde noch ein halbes Jahr länger dauern. Noch mehr Gebiete werden verloren gehen. Gefragt wäre ein sofortiger Friede. Der ist aber nur mit Kompromissen und Verhandlungen möglich. Europa träumt, wenn es immer noch an einen Sieg gegen Russland glaubt.
Im Blick werden 4 Punkte des Meetings zusammengefasst:
  1. Mititärhilfen werden aufrecht erhalten: Das ist nichts Neues. Es ist auch keine Verpflichtung auf wieviel. Man kann die Ausgaben zurückfahren ohne das zu verletzen. Politiker wie Scholz werden auch auch kaum dazu noch etwas zu sagen haben.)
  2. Souveränität und Sicherheite weren gewährleisten. Wie wird man das durchsetzen wenn die Situation an der Front weiter so geht oder noch schlimmer wird?
  3. Künftige Invasionen verhindern. Die Mär, dass noch weitere Invasionen kommen, war schon immer eine gute Motivation.
  4. Die Formation einer Koalition der Willigen. Das ist einfach ein Wort. Die USA ist raus. Soll man sich etwa mit China oder Australien verbünden?

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