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www.rhetorik.ch aktuell: (30. Dez, 2024)

Helen Fischer Konzert

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Kritik in den Medien mit Folgen Helene Fischer erntete in den sozialen Medien verheerende Kritik für ihre Weihnachtsshow. Die Sendung ermöglichte Reinhard Mey ein verdientes Comeback vor einem Millionenpublikum.



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Damit hatte Helene Fischer wohl nicht gerechnet: An Weihnachten, als die Gastgeberin in ihrer Show hochkarätige Kollegen aus der Schlagerbranche auf die Bühne brachte, verschafften viele Zuschauer bereits nach wenigen Minuten ihrem Aerger Luft. Vielen gefiel die Darbietung der Schlager Queen ganz und gar nicht. Schon der Start misslang.

"Masterclass im schlechten Playback" schreibt ein Zuschauer auf Merkur.de Quelle. In einem anderen Kommentar lesen wir: "Fand" live schon absolut furchtbar." "Wenn man die Augen zu macht, stellt man sich nicht Marianne Rosenberg unter dieser Stimme vor", so das vernichtende Urteil. Nach der Sendung hagelte es im Netz weiter zahlreiche negative Kommentare. Helene Fischer wurde selbst Zielscheibe der Kritik. Die Moderatorin hat in ihrer ZDF-Show zu viele Duette mit ihren Stargästen präsentiert " und das kam nicht gut an. Ich zitiere auf der Social-Media Plattform X frustrierte Zuschauer:

"Helene lässt keine Künstlerin alleine singen? Sie hängt sich in jeden Song rein". Ein anderer User ergänzt: "Ich wünschte, Fischer würde sich mehr zurücknehmen und nicht ständig die Ina Müller machen und mitsingen, manchmal sollte sie sich einfach zurücknehmen und anderen den Vortritt lassen." Dies der Grundtenor der Beanstandung.

Die Frage ist berechtigt: Warum muss Helene Fischer überall ihre Stimme beifügen? Mit ihrem Konzept wertete sie manche Beiträge ab. Das Fischer Bashing zeigt uns eindrücklich, wie Medien externe Urteile - besonders Kritik - verstärken. Es findet ein sogenannter " Dominoeffekt" statt. Medien können Meinungen vervielfachen und ankern. Die Kritik an der Fischer-Show wird bestimmt Folgen haben.

Anderseits fand ich es es lobenswert, dass die Moderatorin an der kritisierten Weihnachtsshow dem Poeten Reinhard Mey nach einer längeren Pause wieder eine Plattform geboten hatte. Mey sah sich nie als Schlagerstar. Er ist auch eher ein Liedermacher, mit Texten ohne Hohlformeln.

In den 70er Jahren feierte er mit dem Lied " Der Mörder ist immer der Gärtner" und dem berühmtesten Titel "Ueber den Wolken" einen grossen Erfolg. Der Auftritt Meys war bei Helene Fischer ein besonderes Erlebnis.



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Nachdem der Liedermacher früher mit dem Ohrwurm "Annabelle, Annabelle - du bist so schrecklich intellektuell" eine alternative Studentin aus den 68er Jahren aufs Korn genommen hatte, wurde der Liedermacher von der linken Szene jahrelang hart kritisiert, geächtet und an den Pranger gestellt. Es wurde ihm vorgeworfen, er betreibe eine kleinbürgerliche Hexenjagd. Erst als er später mit dem Lied" Der Biker" gleichsam einen Entschuldigungssong geschrieben hatte, verebbte die destruktive Kritik, deren abwertenden Kommentare die Wirkung nicht verfehlten. Die Wiederholung - "Mey beschreibt nur Alltägliches ohne politische Mission" - führten dazu, dass sich Mey zurückzog. Auch dieser Fall veranschaulicht uns die Macht der Medien. Im Grunde genommen ist Meys Fähigkeit, dem Alltag über die Schulter zu schauen, seine Stärke. Er schärft mit seinen Texten unsere Wahrnehmung und macht uns hellhöriger. Folgende Sequenz auf "Ueber den Wolken" verdeutlicht dies:

"Dann ist alles ganz still, ich geh, Regen durchdringt meine Jacke. Irgend jemand kocht Kaffee in der Luftaufsichtsbaracke. In den Pfützen schwimmt Benzin - schillernd wie dein Regenbogen. Wolken spiegeln sich darin, Ich wär gerne mitgeflogen."

Reinhard Mey trat an der Weihnachtsshow bei Helene Fischer erst gegen den Schluss ein zweites Mal auf. Ich wollte seinen wohlgesetzten Worte lauschen. Doch wurde der Genuss geschmälert, weil sich die egozentrische Moderatorin bei dieser Darbietung einmal mehr anmasste, den Beitrag als Duett abzuwerten.

Fazit meiner Beobachtungen: Bei Fischer und bei Mey verdeutlicht uns die Kraft der Kritik in den Medien. Die Macht der Medien darf nicht unterschätzt werden. Mitunter beinhaltet Medienkompetenz die Fähigkeit, einen allfälligen Missbrauch der Medienmacht zu erkennen.

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