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Frau Wille, wie oft haben Sie schon bereut, dass Sie den Job als
SRG-Generaldirektorin angenommen haben?
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Kein einziges Mal. Im Gegenteil. An meinem ersten Arbeitstag habe ich
den Mitarbeitenden in einer Ansprache gesagt, dass ich mich nochmals
neu in die SRG verliebt habe. Ich habe so vieles entdeckt, was ich in
der alten Rolle nicht kannte. Ich bin in die Herzkammern gegangen, ich
habe gesehen, wie man in der Westschweiz arbeitet und wie im Tessin. Die
SRG ist das Unternehmen meines Lebens.
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An Ihrem ersten Arbeitstag eröffneten Sie Ihren Mitarbeitenden,
dass Sie 17 Prozent des SRG-Budgets streichen werden. Geht man so mit
einer grossen Liebe um?
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Ich habe mir das gut überlegt. Gerade in einer Zeit, in der sich so
viel verändert, müssen sich die Mitarbeitenden darauf verlassen
können, dass ich ehrlich zu ihnen bin. Ich habe mir über den
Sommer einen Zeitplan zurechtgelegt und gemerkt: Ich darf keine Zeit
verlieren. Ich kann nicht 100 Tage warten, bis ich sage, wo wir stehen.
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Wie hat die Belegschaft reagiert?
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Wenn ich die Reaktionen anschaue, dann haben die Mitarbeitenden mein
Vorgehen verstanden. Ich erhielt viele Mails, in denen es hiess: Das
ist heftig. Das ist viel. Aber danke für die Ehrlichkeit.
"Wenn wir zum Beispiel die UKW-Technologie abstellen, spart uns das 15
Millionen Franken pro Jahr."
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Auf welche Sendungen muss das Publikum zukünftig verzichten?
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Es wäre nicht seriös, jetzt schon Formate aufzulisten. Wir
nennen diese Transformation nicht ohne Grund "Enavant" " auf Deutsch:
Nach vorne. Diese Veränderung ist in ihrem Ausmass und ihrer
Geschwindigkeit neu für die SRG: Wir müssen höhere Summen
einsparen, uns schneller und umfassender reformieren als bisher. 17
Prozent Budgetreduktion erreicht man nicht, indem man einfach bei allen
Unternehmenseinheiten ein bisschen kürzt. Wir schauen uns stattdessen
das ganze Unternehmen an und richten unseren Blick in die Zukunft:
Was will die SRG sein? Wie sieht der künftige Service public aus?
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Die Antwort von Medienminister Albert Rösti lautet: Die SRG
soll sich künftig stärker auf Information, Kultur und Bildung
fokussieren" und weniger Unterhaltung und Sport zeigen. Sind Sie bereit
dafür?
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Ab 2029 bekommt die SRG eine neue Konzession. Solche Fragen
müssen im Rahmen dieser Verhandlungen geklärt werden. Zudem
überprüfen wir unser Angebot natürlich im Rahmen
von "Enavant". Unterhaltung und Sport sind aber wichtig. Unsere
Unterhaltungsformate " der "Donnschtig-Jass" oder "Siamo Fuori"
in der italienischen Schweiz " sind ganz anders als die der privaten
Sender. Wir verzichten auf internationale Showformate. Gerade bei einem
jungen Publikum gilt zudem: Mit Unterhaltung kann man informieren "
und umgekehrt.
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Wie sieht es beim Sport aus? Gibt es nicht genügend Sender, die
Fussball oder Formel 1 übertragen?
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Sport bringt die Menschen zusammen. Die Olympischen Spiele erreichten beim
jüngeren Publikum einen Marktanteil von über 40 Prozent. Die
Berichterstattung über Fussball oder Ski sorgt dafür, dass
auch Sportarten wie Volleyball, Handball oder OL mehr Aufmerksamkeit
erhalten. An Tagen mit einer Fussball- oder Ski-ssbertragung schalten fast
70 Prozent mehr Menschen auch beim Breitensport ein. Die ssbertragung
von Premium-Sportarten stärkt grundsätzlich die Vielfalt im
Schweizer Sport.
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Sie brauchen den Sport und die Unterhaltung also, um das Publikum für
das restliche SRG-Angebot zu interessieren?
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Ja, auch aus dem Ausland ist bekannt, dass es schwierig ist, nur mit
Informationssendungen auf Dauer das breite Publikum zu erreichen.
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Wenn 270 Millionen Franken wegmüssen, entspricht das rund 1000
Stellen. Werden ganze Abteilungen wegfallen?
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Die 1000 Stellen sind eine finanzplanerische Grösse, da rund die
Hälfte der Kosten bei der SRG Personalkosten sind. Natürlich
werden wir versuchen, Lösungen zu finden, die weniger Abbau zur
Folge haben. Wenn wir zum Beispiel die UKW-Technologie abstellen, spart
uns das 15 Millionen Franken pro Jahr. Denkbar ist auch, dass wir sparen,
wenn wir IT-Leistungen zusammenlegen. Man könnte das frei werdende
Geld aber auch investieren, um die Cyber Security zu erhöhen. Sie
sehen: Es gibt so viele offene Fragen, dass es im Moment unseriös
wäre, sich auf eine Stellenzahl festzulegen.
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Sie haben auch noch keine Szenarien in der Schublade?
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Natürlich haben wir uns bereits viele Gedanken gemacht. Wir sind
jetzt in der Analysephase. Wir leuchten mit der Taschenlampe überall
rein, das ist viel Arbeit.
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Hatte Ihr Vorgänger keine Taschenlampe? Wenn man Ihnen zuhört,
klingt es so, als wäre im System SRG noch viel Luft.
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Wir werden nichts finden, was man einfach streichen kann. Egal,
wo wir jetzt die Kosten senken, es wird schnell Mitarbeitende
treffen. Die SRG hat in den letzten Jahren über 100 Millionen
Franken eingespart und dabei die Immobilienflächen reduziert,
die Effizienz gesteigert. Diese Sparmassnahmen konnten mehrheitlich
ohne Personal- und Programmabbau umgesetzt werden. In den kommenden
Monaten wird es für die Geschäftsleitung und mich nun viele
schwierige Entscheidungen zu treffen geben. Und sobald wir das Programm
antasten müssen, wird es auch das Publikum merken. Dann wird jeder
Sparvorschlag kritisiert und diskutiert, da mache ich mir nichts vor.
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Sie wirken nicht so kämpferisch wie Ihr Vorgänger Gilles
Marchand, der die Halbierungsinitiative als "Attacke gegen die Schweiz"
bezeichnete. Warum machen Sie Ihren Gegnern so viele Zugeständnisse?
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Ich kämpfe engagiert und entschlossen für die SRG. So hat sich
die SRG in der Vernehmlassung auch klar gegen die Gebührensenkung
des Bundesrats ausgesprochen. Aber jetzt ist die Reduktion beschlossene
Sache, das nehmen wir so zur Kenntnis. Für mich ist das ein
unternehmerischer Auftrag. Ich will mit diesem neuen Finanzrahmen eine
gute, starke SRG bauen. Daran werde ich mich messen lassen.
"Ich wäre die Letzte, die sagen würde, 300 Franken sind nichts."
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Medienminister Albert Rösti war einst im Komitee der
Halbierungsinitiative. Wie erleben Sie ihn als Bundesrat?
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Ich habe sehr gute und konstruktive Gespräche mit Albert
Rösti. Wir haben uns bereits mehrfach getroffen. Ich weiss, dass
es ihm ein grosses Anliegen ist, dass wir eine starke SRG in der Schweiz
haben" und da treffen wir uns.
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Und wo sind Ihre Differenzen?
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Wenn ich mit dem Bundesrat Differenzen habe, bespreche ich sie direkt
mit ihm.
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Voraussichtlich 2026 kommt die Halbierungsinitiative an die Urne. Wie
wollen Sie diese bodigen?
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Natürlich habe ich Respekt vor jeder Volksinitiative. Aber ich
bin eine Anhängerin der direkten Demokratie. Es ist wichtig, dass
wir debattieren und dass sich alle daran beteiligen können. Die
freie Meinungsbildung ist dafür zentral, und die SRG trägt
viel dazu bei. Die Menschen nutzen zudem unser Angebot, wir sind "bi de
Lüt". 83 Prozent der Bevölkerung nutzen wöchentlich ein
SRG-Angebot, bei den Jungen ist es rund die Hälfte. Das ist die
stärkste Antwort.
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Was sagen Sie jemandem, dem 300 Franken zu viel sind?
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Das kommt darauf an, warum die Person das sagt. Ich wäre die
Letzte, die sagen würde, 300 Franken sind nichts. Es gibt Menschen
in unserem Land, die jeden Rappen umdrehen müssen. Meine Aufgabe
ist es, aufzuzeigen, was ein Schweizer Haushalt für die heute 335
Franken pro Jahr oder 92 Rappen pro Tag bekommt: ein Vollprogramm mit
Information, Bildung, Sport und Unterhaltung. Wir zeichnen Konzerte auf,
wir fördern Talente.
"Wir bauen quasi eine neue Streamingplattform."
Vielleicht sagt die Person: Ich habe ein Netflix-Abo, ich lese meine
News im Internet " das reicht mir.
Es ist so, dass sich der weltweite Medienkonsum in den letzten Jahren
massiv verändert hat. Die Nutzung ist fragmentierter. In der Schweiz
haben mittlerweile 50 Prozent ein Netflix-Abo. Ich bin überzeugt,
dass es die SRG dennoch braucht, weil wir Geschichten aus der Schweiz
erzählen. Ich denke zum Beispiel an die historische Serie "Davos
1917" oder "Winter Palace" von RTS. Die unterschiedlichen Perspektiven
aus den Regionen sind zentral, auch in der politischen Berichterstattung.
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Und wie wollen Sie mit diesen Inhalten ein Publikum erreichen, das sich
vom linearen TV und Radio verabschiedet hat?
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Zuerst möchte ich betonen, dass immer noch viele Menschen TV
und Radio konsumieren. Aber ja: Die Nutzungszahlen gehen weltweit
zurück. Die Menschen wollen Medienangebote vermehrt zeitversetzt und
digital konsumieren. Gerade deshalb hat für mich beispielsweise ein
Projekt mit dem Arbeitstitel "Play Next" strategische Priorität. Wir
bauen quasi eine neue Streamingplattform. Heute sind unsere Livesendungen
und Nachrichten auf Play SRF zu finden, fiktionale Serien gibt es auf
dem Portal Play Suisse. Künftig wird es eine Plattform für
alles geben.
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Es gibt Prognosen, wonach der TV-Konsum der Jungen nochmals drastisch
zurückgehen wird. Ist das Ihre Antwort darauf?
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Ja, das ist eine Antwort darauf. Mit "Tschugger" beispielsweise ist
es uns gelungen, ein junges Publikum anzusprechen. Und zwar nicht nur
digital. Wir sind mit "Tschugger" ins Kino gegangen und die Säle
waren voll mit jungen Menschen. Wir müssen das, was wir produzieren
" Reportagen, Dok-Filme " besser auffindbar machen für diese
Zielgruppe. Aber auch für andere Altersklassen, denn auch da nimmt
die zeitversetzte Nutzung zu.
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Um relevant zu bleiben, müssen Sie ins Internet "dorthin, wo
die meisten Nutzerinnen und Nutzer sind. Doch dort gibt es schon sehr
viele Angebote von privaten Medien. Sind Sie da nicht eine unnötige
Konkurrenz?
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Ich bin überzeugt: Es braucht beide für einen starken
Medienplatz Schweiz " die SRG und die Privaten. Die SRG ist auf starke
Private angewiesen. Uns umgekehrt zu schwächen, macht die privaten
Medienhäuser nicht stärker. Das Geld fliesst dann an die
grossen amerikanischen Techkonzerne wie Google oder Meta. Werbegelder,
die aus dem Schweizer Mediensystem rausgenommen werden, kommen nicht mehr
zurück. Unser Ziel muss es sein, die Bevölkerung gemeinsam
gut zu informieren und nicht zuletzt auch zu erklären, warum die
direkte Demokratie den Journalismus braucht.
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Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit konkret vor?
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Ein Beispiel: Ab kommendem Jahr teilen wir unser Rohmaterial, das heisst:
unbearbeitete Videos, mit den privaten Medienhäusern. Wenn es
irgendwo einen Felssturz oder eine Pressekonferenz gibt, dann stellen wir
unsere Aufnahmen allen Newsportalen zur Verfügung. Sie dürfen
es zeigen, kostenlos und ohne das Logo der SRG. Es gibt da viele weitere
Ideen " moderner Service public bedeutet auch, Stärken zu teilen.
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Viele junge Menschen informieren sich überwiegend in den sozialen
Medien. Sind Sie selber auf Tiktok?
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Ich selber habe keinen Account, aber ich nutze Tiktok regelmässig
mit meinen Kindern. Wenn mein Sohn auf Tiktok aufschnappt, dass in
Frankreich gerade die Regierung auseinanderbricht, dann ist es gut,
wenn er diese Information mitbekommt. Für mich als Medienmanagerin
gehört es dazu, dass man weiss, was aktuell genutzt wird, wie die
Plattformen funktionieren und was als Nächstes kommen könnte.
Tiktok ist eine chinesische Plattform, bei der man nicht weiss, was mit
den Daten geschieht und welche Strategien das Regime mit ihr verfolgt. Da
ist doch aus demokratischer Perspektive grösste Vorsicht geboten.
Klar, daher halten wir auch kritische Distanz. Nur: Wegschauen, das geht
nicht. Wir mussten vor einigen Jahren auch verstehen, was in den USA
mit den Podcasts passiert ist: Warum hat das funktioniert? Was bedeutet
es für uns, wenn der konservative US-Podcaster Matt Walsh sagt:
"Legacy media is dead" ("Herkömmliche Medien sind tot")? Wir
müssen den Markt genau beobachten.
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Zusammen mit dem ehemaligen "Tagesschau"-Moderator Franz Fischlin haben
Sie drei Kinder im Alter von 13, 18 und 19 Jahren. Wird bei Ihnen zu
Hause noch regelmässig lineares TV geschaut?
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Ja, aber eher zeitversetzt. Im Moment schaue ich mit meiner Familie
sehr viel RTS oder RSI, weil ich mich gerade mit den Programmen aus den
anderen Sprachregionen noch verstärkt auseinandersetze. Es geht oft
vergessen: Die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer bezahlen zwar 73
Prozent der Gebühreneinnahmen, aber es bleiben nur 43 hier. Den Rest
verteilen wir solidarisch nach dem sogenannten Helvetiaschlüssel,
damit auch die französische, italienische und rätoromanische
Schweiz ein gutes Angebot haben.
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Zieht das als politisches Argument? Die meisten in der Deutschweiz
kennen das Welschland und das Tessin doch nur als Feriendestination.
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Ich bin überzeugt, dass das Publikum die Vielfalt der Schweiz
schätzt. Wir sind eine Willensnation. Es kommt immer sehr gut
an, wenn die "Tagesschau" über die Sprachgrenzen hinaus einen
Moderatorinnen-Austausch macht. Und auf Play Suisse werden schon heute
40 Prozent der Inhalte nicht in der Sprachregion geschaut, in der sie
produziert wurden. Es ist doch toll, wenn man in der Deutschschweiz
zum Beispiel "Alter Ego" mit Untertiteln schaut " eine Serie von RSI,
die in Bellinzona spielt. Darauf möchte ich aufbauen.
"Ich bin eine sehr selbstkritische Person"
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Die SRG sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, politische
Schlagseite zu haben. Nun zeigt eine Studie der ZHAW, dass sich drei
Viertel der Medienschaffenden politisch links der Mitte verorten. Wie
gehen Sie damit um?
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Ich habe hohe Ansprüche an die Qualität unseres Programms. Die
persönliche politische Haltung einer Journalistin sagt noch nichts
über ihre Arbeit aus. Die Universität Zürich hat unsere
gesamte Berichterstattung analysiert und ist zum Schluss gekommen,
dass wir politisch neutral berichten. Es gibt auch eine Ombudsstelle,
bei der man sich melden kann, wenn man mit unserer Berichterstattung
nicht zufrieden ist.
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Glauben Sie, dass man heute, angesichts der unterschiedlichen politischen
und gesellschaftlichen Blasen, überhaupt noch ein Programm für
alle machen kann?
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Ich bin in einem Haus aufgewachsen, in dem viel diskutiert wurde. Unser
Vater hat uns darauf aufmerksam gemacht, wie mehrere Medientitel
unterschiedlich über das gleiche Thema berichten. Das hat mich
geprägt. Die Gesellschaft mag heute fragmentierter sein. Für
mich ist es aber sehr wichtig, dass die SRG weiterhin ein Angebot für
alle bereitstellt. Denn schliesslich zahlen auch alle dafür. Das
heisst aber nicht, dass jede Sendung allen gefallen muss.
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Die Corona-Pandemie war für gewisse Leute eine Zäsur, was das
Vertrauen in die Medien anbelangt. Einen Teil des Publikums haben Sie
verloren " können Sie diesen jemals wieder zurückholen?
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Ich bin eine sehr selbstkritische Person und mache mir auch darüber
viele Gedanken. Ob es gelingen kann, diese Menschen zurückzuholen,
weiss ich nicht. Aber es muss unser Bemühen sein, unterschiedliche
Meinungen zuzulassen. Wenn der Dialog abbricht, dann haben wir nur
noch Lärm.
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Angenommen, das Volk sagt Ja zur Halbierungsinitiative: Bleiben Sie dann
an Bord und führen auch diesen Abbau durch?
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(überlegt) Es wäre nicht an mir allein, das zu
entscheiden. Wir setzen alles daran, der Bevölkerung den Wert der SRG
aufzuzeigen. Dazu gehört auch der Transformationsprozess, der jetzt
angelaufen ist: Es ist unser unternehmerischer Auftrag, den medialen
Service public mit dem bereits jetzt veränderten Finanzrahmen in
die Zukunft zu führen. Dafür engagiere ich mich jeden Tag.
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Das Parlament wird nächstes Jahr darüber beraten, ob
es zur Halbierungsinitiative einen Gegenvorschlag ausarbeiten
will. Beispielsweise könnten alle Unternehmen von der
Gebührenpflicht ausgenommen werden. Was würde das für
die SRG bedeuten?
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Dann müssten wir zusätzlich nochmals etwa 170 Millionen Franken
sparen, insgesamt 450 Millionen. Das wäre ein substanzieller
zusätzlicher Einschnitt. Dann wären wir nicht mehr so weit
weg von den Zielen der Halbierungsinitiative.
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Lobbyieren Sie persönlich im Bundeshaus?
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Als Generaldirektorin bin ich natürlich im Austausch mit der Politik,
das wird erwartet, und das mache ich auch gerne. Bei der Anhörung
in den Parlamentskommissionen stand ich Rede und Antwort.
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Als ehemalige "10 vor 10"-Moderatorin sind Sie in der Schweiz einem
breiten Publikum bekannt. Hilft Ihnen Ihre Prominenz, den politischen
Kampf zu gewinnen?
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Das kann ich nicht beurteilen. Ich habe einen Managementjob. Ich muss
dieses Unternehmen in die Zukunft führen. Daran werde ich gemessen,
nicht daran, wie prominent ich in meiner ersten Karriere war.
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Wie viele Stunden arbeiten Sie eigentlich pro Woche?
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Viele. (lacht) Die Aufgabe als Generaldirektorin in einer solchen Zeit
bedeutet, im Prinzip nonstop dran zu sein, inklusive Wochenende. Aber
ich wusste, worauf ich mich einlasse. Es ist eine wunderbare Aufgabe.
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