Die
SN wurdert sich warum Trump mit seiner Strategie steigende Umfrage werte hat.
Vielleicht hat es damit zu tun, dass Trump
authentischer wirkt als Harris. Seine
manchmal groben und ungewöhnlichen Ansprachen oder mal auch ein Tanz machen ihn
menschlicher. Harris ist für viele ein Rätsel. Man weiss nicht, was sie wirklich
denkt. Sie spricht wie eine Sphynx.
Trump hatte letzthin viel Medienecho erhalten, als er in einem McDonald
mitkochte und Burger verkaufte. Es war eine geniale Werbekampagne.
Hier aus der SN:
Präsidentschaftswahlkampfes zunehmend an eine Wundertüte. Der
Republikaner sorgt mit einer Reihe von bizarren Auftritten für
Aufsehen " und der politische Gegner fragt sich erstaunt, warum diese
Serie von unorthodoxen Vorkommnissen sich bisher nicht negativ auf seine
guten Umfragewerte auswirkt. Ein paar Beispiele bloss.
- Musikstunde: Am Montag, während eines Auftrittes in der politisch
umkämpften Agglomeration von Philadelphia, brach Trump kurzerhand
eine Fragestunde ab " stattdessen spielte er DJ und unterhielt das
Publikum eine halbe Stunde lang mit seinen Lieblingsschlagern. Dazu
machte der 78 Jahre alte Ex-Präsident ein paar linkische
Tanzbewegungen. "Lass uns einfach Musik hören", sagte Trump. Die
Anwesenden waren angeblich begeistert.
- Schimpfworte: Trump überschüttet seine Kontrahentin
mit Beleidigungen. Kamala Harris sei "geistig behindert",
sagt er zum Beispiel. Oder: Die Vizepräsidentin habe die
"geistigen Fähigkeiten eines Kindes", und ein Kaninchen habe mehr
Energie. "Wir können sie nicht ausstehen, sie sind eine beschissene
Vizepräsidentin", sagte er am Samstag über Harris.
- Redestil: Wenn der Republikaner seine Positionsbezüge erklären
muss, dann kommt er rasch vom Hundertsten ins Tausendste. Neuerdings
vergleicht er deshalb seinen Redestil mit einer Webe-Technik ("The
Weave"). Am Ende, sagt er, komme er immer ans Ziel.
- Fehlender Fokus: Trump verschwendet Zeit mit Auftritten in Staaten, in
denen die Republikaner chancenlos sind. Voriges Wochenende trat er in
Kalifornien auf. Nächsten Sonntag ist ein Event im Madison Square
Garden im New Yorker Stadtteil Manhattan geplant. Warum? Weil Trump in
New York aufwuchs und schon immer einmal in der ikonischen Sportarena
auftreten wollte, in der fast 20'000 Menschen Platz haben.
- Opfer als Täter: Trump hat eine neue Theorie, wie der Ukraine-Krieg
begann. Er beschuldigt den ukrainischen Präsidenten Wolodimir
Selenski, für die Invasion der Russen verantwortlich zu sein. "Er
hätte diesen Krieg nie zulassen dürfen", sagte Trump diese
Woche über Selenski.
- Hetze gegen Migranten: Die Rhetorik des Republikaners gegen Migranten
wird immer extremer. In seinen Wahlkampfansprachen behauptet er, Horden
von illegal eingewanderten Menschen hätten ganze Städte und
Dörfer in den USA "überfallen und erobert". Das ist Schwachsinn.
- Absurde Abschweifungen: Am Wochenende schwärmte Trump in Latrobe
(Pennsylvania) minutenlang über Arnold Palmer, den berühmten
Golfer, und dessen Männlichkeit. Die Geschichte endete in dieser
Aussage: "Wenn er zusammen mit den anderen Profis duschte, kamen sie
raus und sagten: "¹Oh mein Gott. Das ist unglaublich."º"
Und dennoch gibt es keine Anzeichen dafür, dass Trumps
Popularität unter diesen Aussagen leidet. Er profitiert davon, dass
Präsident Joe Biden unbeliebt ist. Auch ist es dem Republikaner
gelungen, neue Wählerschichten anzusprechen " die bereit sind,
seine Eigenarten zu tolerieren, weil sie seine wirtschafts- und
einwanderungspolitischen Ideen gut finden.
Nachtrag: NZZ vom 25. Oktober 2024: