In der NZZ vom 1. Mai wird ein Kernproblem vieler Medien beschrieben. Es geht in diesem Fall
um den öffentlichen Radiosender NPR in den USA. Seit mehreren Jahren hat dieser Sender sich ähnlich
wie andere Medien von Information zu Belehrung verwandelt. Wie der 25 jähriger Mitarbeiter
Uri Berliner auf der
Substack Webseite "The Free Press" berichtet, soll der Sender sich nicht nach Wahrheit, sondern
einem "Nordstern" orientieren. Und da geht es nicht nur um Wahrheit.
Er beschreibt drei Beispiele, die heute gut dokumentiert sind: Die "Russiagate"
bei der eine Verbindung von Trump zu Russland vorgegaukelt wurde und die sich später als nicht wahr
herausstellte, dann die Berichterstattung um den Ursprung der Covid Pandemie, wo a priori die Möglichkeit
dass der Virus aus einem Laboratorium war, ausgeschlossen wurde und die heute (nachdem man seit Jahren kein
Kandidaten für eine
Zoonose gefunden wurde und das
Laboroatorium
"Gain of function Forschung" gemacht hat, die eine solche Möglichkeit erlaubt.)
Oder dann die
Geschichte mit dem Laptop von Hunter Biden,
die unter den Teppich gekehrt wurde, um Biden nicht zu gefährden.
Uri Berliner meint, dass seit 2020
mehr belehrt, statt berichtet wird. Das habe sich auch
nicht under der neuen CEO Katherine Maher verbessert.
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Aus der NZZ:
So gibt es für Katherine Maher viele verschiedene Wahrheiten. Die verfassungsmässig
zugesicherte Redefreiheit, die Grundlage für die journalistische Arbeit, ist für sie ein Problem, da sie
auch Desinformation zulasse - oder eben unliebsame Standpunkte, wenn man an den Covid-Ursprung oder Hunter
Bidens Laptop denkt. Dann wieder hat Maher die Wahrheit gepachtet: Hillary Clinton etwa soll nicht von "Jungs und
Mädchen" sprechen, da dies nonbinäre Menschen ausradiere. Am Martin-Luther-King-Feiertag stimmte Maher dem
Autor Ta-Nehisi Coates zu, für den Amerika auf der "Plünderung Schwarzer" gegründet ist, weshalb
dem Land Reparationszahlungen gut anstünden.
Plünderungen während "Black Lives Matter"-Protesten sind für Maher, die aus einer wohlhabenden
Familie stammt, hingegen nachvollziehbar. Einmal hat sie sich an einem Thanksgiving dafür gerühmt,
keine Truthähne den "rassistischen Onkeln" geopfert zu haben. In einem anderen Post auf X wünscht sich
die "cis-weisse Mobilitätsprivilegierte", so ihre Selbstbezeichnung, Kohlenstoffgutschriften zu Weihnachten.
Eine politisch unabhängige Haltung sieht anders aus.
Im Jahre 2017 hatte NPR noch 30 Millionen Zuhörer, Im Jahre 2022 waren es 23 Millionen
Pewresearch.
Es wäre interessant zu sehen, wie das heute, im Jahre 2024 aussieht. Im Jahre 2023
musste NPR 10 Prozent der
Angestellen kündigen. Vor allem die Gelder von Sponsoren sollen ausbleiben. Man wird
warten und beobachten müssen, um zu sehen, ob der Trend global für alle Radio
Stationen gilt, ob es wirtschaftsbedingt ist, oder ob auch der Trend zur Missionierung ist,
der zu den Problemen des Senders beitragen.
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In eine ähnliche Kerbe haut
Bari Weiss, die von der New York Times abging, weil es nach ihrer Meinung
"nur noch darum ginge, dem Publikum eine Art
politisches Heroin zu verabreichen.
Bari Weiss, hat dann im Jahre 2021 den Substack Kanal
Die freie Presse gegründet.
Diese Publikation ist unterdessen zum grössten Substack Kanal angewachsen.
Im Oktober 2023 hatte die Seite 75'000 zahlende Kunden und 520'000 Subscribers (nichtzahlende Leser).
Im April 2024 waren es bereits
630'000 subscribers. Das ist immer noch viel
weniger als die New York Times, die 10.5 Millionen Subscribers hat. Zum Vergleich, die NZZ hat 211'000 Subscribers.
Ein Artikel auf "Free Press" von gestern hat den Titel
Die Revanche der Normalen. Es gehe
um einen Konflikt der Normalen gegen die Eliten. Auf Deutsch übersetzt:
Ein heftiger politischer Konflikt tobt über weite Teile
der demokratischen Welt. Auf der einen Seite stehen die Normies:
gewöhnliche Menschen, die naiv die historischen Prinzipien der
Demokratie verteidigen, wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die
Gewaltenteilung usw. Auf der anderen Seite stehen die Eliten, Meister
der grossen Institutionen des Reichtums, des Wissens und der Macht,
die darauf bestehen, dass aussergewöhnliche Massnahmen ergriffen
werden müssen, um eine verdorbene und selbstzerstörerische
Gesellschaft vor ihrer eigenen Geschichte und ihren eigenen Menschen zu
retten - das heisst, vor den Normies.
Die Eliten sind vollständig vom Drang nach Kontrolle getrieben. Sie
verabscheuen die Demokratie, die ihnen ständig im Weg steht,
und bevorzugen viel mehr ein goldenes Ideal, das sie possessiv "Unsere
Demokratie" nennen - ihre eigene Herrschaft in Ewigkeit. Individuelle
Rechte sind bedauerliche Überbleibsel aus einer einfacheren
Ära. Der Erste Verfassungszusatz, zum Beispiel, wird von ihnen als
"die Regierung in bedeutender Weise fesselnd" angesehen. Übrigens,
das war Ketanji Brown Jackson, eine Richterin am Obersten Gerichtshof,
deren Aufgabe es ist, die Verfassung zu verteidigen. Meinungsfreiheit
fesselt die Regierung, das ist vollkommen wahr - aber nur für
die Eliten (die den Klang der Stimmen der Normies hassen) ist es eine
schlechte Sache.
Die Normies wollen mit ihrem Leben weitermachen. Sie wollen arbeiten,
heiraten, Kinder bekommen - langweilige Sachen. Das bedeutet normal zu
sein. Die Eliten hingegen wollen alles ändern: Geschlecht, das Klima,
unsere Geschichte, dein Auto, deine Ernährung, sogar die Strohhalme,
mit denen du deinen Smoothie schlürfst. Für sie gibt es kein
Gut und Böse, kein Richtig und Falsch, nur Unterdrücker und
Unterdrückte. Jede Transaktion verlangt nach ihrem Eingreifen,
um bestimmte unterdrückte Gruppen zu schützen. "Soziale
Gerechtigkeit" übersetzt sich nahtlos in "Kontrolle durch
die Eliten". Die Normies, von Natur aus eine unorganisierte Menge,
kämpfen zurück, indem sie in erschreckend grosser Zahl
auf die Strassen strömen und Politiker wählen, die von den
Eliten verachtet werden, wie Donald Trump in den USA und Javier Milei
in Argentinien.
Die Eliten, als Wesen der Hierarchie, sind hyperorganisiert und
können die etablierten politischen Parteien, die nationalen und
transnationalen Bürokratien und die Aktivistenklasse auf ihre Seite
ziehen. Sie können dich von oben (mit Regierungsmandaten) oder von
unten (mit der Parolengruppe) erreichen und scheinen daher alle Vorteile
zu haben. Doch der Konflikt tobt weiter rund um die Welt, unentschieden,
und es sind die Eliten, die meiner Meinung nach diesen verängstigten,
verzweifelten Blick haben.