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www.rhetorik.ch aktuell: (01. Mai, 2024)

Matthias Ackeret am Lilienberggespraech

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Am Lilienberg Gespräch vom 29. April hat Moderator Dr. Andreas Jäggi den Gast Matthias Ackeret als eine der schillerndsten Figuren in der Schweizer Medienlandschaft vorgestellt. Matthias Ackeret gelang es sofort, mit Geschichten aus seiner Medientätigkeit, das Publikum in Bann zu ziehen. Seine Leidenschaft für den Journalismus zeigte sich schon in den Jugendjahren, als er mit Freunden mit dem Piratensender "Tutti frutti" von Kohlfirstwald aus die Agglomeration Schaffhausen bestrahlte. Ackeret konnte aus dem Vollen schöpfen. Dank seiner reichen Erfahrung als Print-, Radio- und Fernsehjournalist sowie Buchautor, Chefredaktor und Verleger des Branchenmagazins "persönlich" war sein Blick in die heutige Medienlandschaft spannend. Der grosse Aufmarsch im Lilienberg bestätigte, dass es einem Bedürfnis entspricht, die Sicht eines Generalisten zu hören. Vor allem, wenn es einem Referenten so gut gelingt, mit narrativer Rhetorik, komplexe Sachverhalte einfach, klar und gut verständlich zu vermitteln.

Aus der Webseite::
Wie beurteilt Matthias Ackeret die Medienlandschaft Schweiz heute? Wie steht es mit der Unabhängigkeit des Journalismus, der Kompetenz der Medienschaffenden, dem Unternehmertum mit Leidenschaft und der Motivation, neue Wege zu gehen? Und weshalb haben Fernsehen, Radio und Magazine trotz Internet und Social Media seiner Meinung nach noch eine Zukunft? Er verrät es an unserem heutigen Lilienberg Gespräch, das von Andreas Jäggi moderiert wird.
Nach der Veranstaltung hat Ackeret Antworten zu vier anspruchsvolle Fragen exklusiv kurz zusammengefasst:
Wie steht es heute mit der Unabhängigkeit des Journalismus? Und mit der Kompetenz der Medienschaffenden? Weshalb haben Fernsehen, Radio und Magazine trotz Internet und Social Media noch eine Zukunft? Braucht ein Medienunternehmen noch mehr als Leidenschaft und Motivation, wenn es neue Wege beschreiten will?
Absolute Unabhängigkeit gibt es nicht. Aber ich glaube trotzdem, dass der Schweizer Journalismus aufgrund der vielen Titel, die es immer noch gibt, im Vergleich zu anderen Ländern vielfältig und auch unabhängig ist. Sogar gegen die "politische Korrektheit" geben Titeln wie Weltwoche oder Nebelspalter ein publizistisches Gegengewicht. Journalisten selber sind ja auch nicht ganz unabhängig von ihren Vorurteilen. Obwohl ich mit der Corona-Politik des Bundesrates mehrheitlich zufrieden war, haben 30 Prozent (!) der Bevölkerung das Vertrauen in die Regierung und vor allem in die Medien, die diese unterstützten, verloren. Das ist viel. Ich glaube, Journalistinnen und Journalisten sollten wieder vermehr vor Ort sein. Heute macht man vieles aus dem Newsroom oder per Email. Das gibt schon eine Verzerrung. Bereits die Wahl von Donald Trump 2016 zeigte doch, dass die meisten, die über Trump berichteten, diesen gar nie gesehen hatten und konnten somit auch nicht die Stimmungslage in den USA einschätzen, sondern schrieben lediglich den Journalisten in Washington und New York ab. Das Motto hiess nicht "Schreiben, was ist" (Augstein), sondern "Schreiben, wie es sein sollte." Als zuverlässiger Anker mit klar erkennbarem Absender der Botschaft. Ja, es muss seinen Markt und die Wünsche seiner KonsumentInnen kennen. Was nützt alle Leidenschaft, wenn niemand das Produkt lesen, sehen oder hören will?

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