Rhetorik.ch

Knill+Knill Kommunikationsberatung

Knill.com
Aktuell Artikel Artikel Inhaltsverzeichnis Suche in Rhetorik.ch:

www.rhetorik.ch aktuell: (19. Jul, 2020)

Zürcher Sprachkolonien 1963-1981

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Von 1963 bis 1981 leiteten wir Sprachkolonien für Zürcher Schüler im Welschland. Diese Sprachkolonien hiessen damals ``Ferienkolonien der Stadt Zürich". Es wurde im Jahre 1992 in Zürcher Schülerferien umbenannt. Sprachkolonien scheint es heute nicht mehr zu geben.
Von 1967 an haben wir (Hildegard und Marcus Knill) mit dem Leiterehepaar Heidi und Hansueli Hostettler harmonisch zusammengearbeitet. Jedes Jahr. Zuerst in Côte-aux-Fées, dann in Prilly nahe von Lausanne mit einem Jahr in Paspels, und schliesslich ein paar Jahre in Chexbres am Genfersee. Im letzten Jahr 1981 haben unsere Söhne Oliver und Matthias Knill die Leitung mit uns für ein Jahr mitübernommen, als die Hostettlers nicht kommen konnten. Hier sind ein paar Fotos, alle von der Grangette in Prilly nach Lausanne. Klicken Sie auf ein Bild um es gross zu sehen.
Musizieren in der Grangette Marcus und Hildegard Knill Marcus Knill und Hansueli Hostettler Heidi und Hansueli Hostettler und Hildegard Knill
Information nach Siesta Planung mit Franzlehrern Franzlehrer Strassenmusik in Lausanne
Klavier im Freien (vor der Grangette) Musik im Freien (vor der Grangette) Matthias Knill mit Reto Luginbühl Oliver Knill mit Reto Luginbühl
Franzlehrer in Grangette Warten auf Bank Preisverleihung Die Strahms Tanne bei Grangette
Die Struktur der ``Sprachkolonien" war sehr einfach aber effizient. Es gab eine klare, gute Struktur. Die Leiterpaare wechselten sich konsequent jeden Tag ab. Das verhinderte Burn-Outs, denn drei Wochen mit Jungen und Mädchen in den Teenager Jahren braucht volle Energie und der freie Tag half, Energie aufzuladen und den nächsten Tag zu planen (zum Beispiel das Rekognoszieren einer Wanderung oder Reise (das war noch lange vor der Zeit des Internets!), wie dem Kaufen von Billeten, Abstimmung der Fahrpläne etc). Hier zur Struktur: Hier sind die drei Hauptorte
Schulhaus (vorne links) in Côtes aux Fées Grangette in Prilly Hotel Victoria in Chexbres
Grangette in den 70er Jahren. Sommerfotos
Hier sind Photos von den ersten Jahren (frühe 60er Jahre in Côtes aux Fées)
Franzlehrer unterrichtet im Freien Talent show am Abend Franzlehrerin (Barbara Bresch)
Auf dem Chasseral. Links stehend Hansueli Hostettler, rechts sitzend Marcus Knill. Rest sind Studenten. In Côtes aux Fées: links auf der Bank Heidi Hostettler und rechts auf der Bank Hildegard Knill. Rest sind Studenten und Kinder.
Leiter Kinder: Christine Hostettler, Matthias Knill und Oliver Knill, Martin Hostettler
Im Schnitt waren es immer etwas mehr als 40 Studenten. Ein Beispiel mit einem Mädchenlager, dann ein Knabenlager. Es gab auch gemischte Lager. Die waren aber schwieriger zu leiten.

Tagi Bericht

Austausch

Der Kontakt zu Französischlehrern führte auch zu Schüleraustausche während des Jahres. So kam Charly Rothen aus Ecublens nach Uhwiesen und seine Schüler logierten bei den Eltern der Schüler, die ins Welschland gingen. Einmal kam auch die Klasse ihrem Klassenlehrer und logierte in der Jugendherberge im Schloss Laufen. Tagsüber unternahmen die Romands mit meiner Klasse Exkusionen und lernten Schaffhausen kennen. Die Deutschschweizer Schüler mussten den Lead übernehmen. Später wurde dieses Modell gekehrt. Die Uhwieser logierten in der Grangette und die Schüler von Monsieur Rothen machten die Deutschschweizer mit den Sehenswürdigkeiten von Lausanne bekannt. Am Abend musste jeder Schüler ein Tagebuch in de Fremdsprache führen. Der Partner war dabei Coach und Korrektor. Es war ganz wichtig, dass die Deutschschweizer sich konsequent in der Schriftsprache ausdrückten (auch in der Freizeit und während der Pausen), weil für die Welschen die Mundart eine Fremdsprache ist und Mundart im Unterricht nicht gelernt wird.
17. Mai 1988 (Pressespiegel; Schaffhauser Nachrichten)

Wenn der "Röstigraben" nicht existiert

Wenn irgendwo die Rede vom "Röstigraben" ist, so meint man
ganz einfach den Unterschied zwischen den Deutschschweizern und den
"Welschen". Dass dies ganz anders sein kann, bewies der Uhwieser
Sekundarlehrer Marcus Knill mit seiner Klasse.
Die beiden Schulklassen zeigten, wie man den "Röstigraben"
überwinden kann.

Vor 20 oder 30 Jahren packten viele junge Deutschschweizer
ihr Köfferlein und zogen ins Welschland, um während einem
Jahr im Haushalt, in den Reben oder auf einem Landwirtschaftsbetrieb
die französische Sprache zu lernen und mehr von der welschen
Mentalität zu verstehen.  Dies hat sich aber in der heutigen Zeit
grundlegend geändert, das Welschlandjahr wird kaum mehr benutzt. Was
kann man deshalb tun, um den Kontakt mit den Welschen zu erhalten? Ganz
einfach, man lädt eine Schulklasse aus einem welschen Kanton zu
sich ein.

Eine Woche zu Gast in Uhwiesen

Marcus Knill lud eine Klasse der Ecole Supérieur aus Ecublens
im Waadtland ein. Der Schulbetrieb wurde umgestellt, statt Rechnen und
Schreiben stand Spiel, Sport und Exkursionen auf dem Stundenplan. Ein
Postenlauf durch die Stadt Schaffhausen in Zweiergruppen mit je einem
Schüler aus beiden Klassen war ein Stundenplanteil, so waren
die Schüler gezwungen, sich jeweils mit dem anderen irgendwie
zu verständigen.  Weiter wurde auch eine Exkursion nach Stein am
Rhein durchgeführt.

Höhepunkt am Freitag

Zu einem ganz besonderen Ereignis kam es dann am Freitag im Schloss
Laufen. Bundesrat Otto Stich kam mit den kantonalen Finanzdirektoren in
den Räumlichkeiten des Schlosses zusammen. Marcus Knill benützte
diesen Anlass ganz speziell für diesen Klassenzusammenschluss. Vor
den versammelten Regierungsräten aus der ganzen Schweiz
(Bundesrat Stich war bereits abgereist) sangen die Uhwieser Klasse
ein französisches Lied, die Welschen ein deutsches, und zusammen
wurde mit "Aprite le Porte" die dritte Sprache vertreten. Mit solchen
Anlässen kann man mehr erreichen als mit grossen Konferenzen und
Tagungen gegen den "Röstigraben".

Rhetorik.ch 1998-2020 © K-K Kommunikationsberatung Knill.com