Die Kashoggi Affaire hat international grosse Wellen geschlagen. Der Journalist
und politische Dissident wurde am 2. Oktober in Istanbul auf grausame Weise ermordet. Es ist
unvorstellbar: es sieht danach aus, als ob dem Journalisten zuerst die Finger abschnitten wurden, um
dann noch lebendig in 7 Teile zerteilt worden zu sein. Die Leiche wurde
dann in Koffern entsorgt. 15 saudische Agenten waren zugegegen.
Die Saudis hatten Schwierigkeiten, die Sache zu erkl&aumnl;ren.
Es gibt Tonbandaufnahmen, die den 7 Minuten langen Mord aufgezeichnet haben.
Donald Trump weigert sich aber, Konsequenzen zu ziehen. Trump ist
ein Freund von Mohammed Bin Salman, dem Arabischen Prinz.
Nachtrag vom 21. Oktober, 2018:
Spiegel:
- 2. Oktober: Jamal Khashoggi, Kritiker des mächtigen Kronprinzen Mohammed
bin Salman, betritt das saudi-arabische Konsulat in Istanbul, um
Dokumente für die geplante Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten
abzuholen. Diese wartet vergeblich auf seine Rückkehr.
- 3. Oktober: Die Verlobte und die "Washington Post", für die Kashoggi als
Kolumnist schrieb, melden ihn als vermisst.
- 4. Oktober: Saudi-arabische Behörden behaupten, Khashoggi sei
verschwunden, nachdem er das Konsulatsgebäude verlassen habe. Das
türkische Aussenministerium beruft den saudi-arabischen Botschafter wegen
des Verschwindens ein.
- 5. Oktober: Die "Washington Post" druckt aus Solidarität eine leere
Kolumne auf der Meinungsseite, mit der Überschrift "Eine Stimme, die
fehlt".
- 6. Oktober: Die Türkei leitet formelle Ermittlungen zum Verschwinden
Khashoggis ein. Der saudische Prinz Mohammed bin Salman gibt an,
Khashoggi sei nicht im Konsulat, und bietet den türkischen Behörden an,
das Gebäude zu durchsuchen. "Wir haben nichts zu verbergen."
- 7. Oktober: Ein enger Freund Khashoggis berichtet der Deutschen
Presse-Agentur unter Berufung auf vertrauliche Informationen der
türkischen Polizei, der Journalist sei im Konsulat getötet und
zerstückelt worden.
- 9. Oktober: US-Präsident Donald Trump sagt, er sei "besorgt".
US-Aussenminister Mike Pompeo ruft Saudi-Arabien auf, eine "gründliche
Untersuchung" durchzuführen.
- 10. Oktober: Türkische Medien veröffentlichen Material über ein
angebliches saudi-arabisches Mordkommando, das nach Istanbul gereist
sei, um Khashoggi umzubringen.
- 12. Oktober: Ein Team aus Saudi-Arabien kommt in Ankara an, um zusammen
mit türkischen Ermittlern das Verschwinden Khashoggis zu untersuchen.
Das Königreich gerät immer stärker unter internationalen Druck, sich zu
erklären.
- 14. Oktober: Trump kündigt eine "harte Bestrafung" an, sollte sich
herausstellen, dass die Führung in Riad hinter Khashoggis Verschwinden
steckt.
- 15. Oktober: Türkische Ermittler beginnen, das Konsulat in Istanbul nach
Beweisen für das Verschwinden des Journalisten zu durchsuchen.
- 16. Oktober: US-Aussenminister Pompeo trifft König Salman in Riad. Der
US-Diplomat fliegt danach in die Türkei und trifft Präsident Recep
Tayyip Erdogan.
- 17. Oktober: Türkische Ermittler durchsuchen die Residenz des
saudi-arabischen Botschafters in Istanbul.
- 18. Oktober: US-Finanzminister Steven Mnuchin sagt seine Teilnahme an
einer grossen Investorenkonferenz in Riad ab. Er reiht sich damit in eine
grosse Zahl von Politikern und Wirtschaftsvertretern ein, die die
Veranstaltung boykottieren.
- 20. Oktober: Saudi-Arabien gibt den Tod Khashoggis im saudi-arabischen
Konsulat zu. Er sei bei einem "Faustkampf" im Konsulat ums Leben
gekommen, heisst es offiziell. Kronprinz Salman entlässt mehrere
Mitarbeiter des Geheimdiensts und einen Hofberater (lesen Sie dazu die
Geschichte: Der General und der Troll). International wird diese Version
als absolut nicht glaubhaft gesehen.