Trump hat im Moment viel Spass mit Twitter. Er treibt die Leute zur Weissglut und
erreicht so, dass niemand mehr über die Politik redet.
Zuerst kamen die Tweets getgen Mika Brzezinski und Joe Scarborough.
Er hat dabei ziemlich viel Erfolg. Seine Fans haben Freude daran und verteidigen ihn
mit "Er ist ein Kämpfer. Falls er von den Medien angegriffen wird, dann schlägt
er zurück."
Das Bild auf seinem Twitter-Account ist betont staatsmännisch. Die
Inhalte seiner Tweets allerdings sind es nicht. Im Streit mit dem
Fernsehsender CNN veröffentlichte Trump am Sonntag einen Beitrag
auf Twitter, auf dem er den TV-Sender symbolisch in den Schwitzkasten
nimmt und zu Boden prügelt. Kein Scherz.
Trump und sein Social-Media-Team, dessen Chef Daniel J. Scavino ein
stolzes Salär von 179'000 US-Dollar kassiert, haben sich mit der
Video-Montage offensichtlich Mühe gegeben.
Das Original-Video stammt aus dem Jahr 2007, als Trump als Show-Man
auf der WrestleMania 23 den Unternehmer und WWE-Chef Vince McMahon vor
laufender Kamera verprügelte. McMahons Kopf wurde für den Tweet
durch das CNN-Logo ersetzt. Zudem erstellte Trumps Social-Media-Team
ein Logo, das im CNN-Design "FNN" für "FraudNewsNetwork"
(betrügerisches Nachrichten-Netzwerk) steht.
Schuld am jüngsten Streit ist eine Story, in dem CNN mutmassliche
Verbindungen zwischen Trumps Lager und Russland aufzeigen wollte. Der
Fernsehsender zog die Story zurück, nachdem Fehler in der Recherche
öffentlich wurden. Drei CNN-Journalisten kündigten.
Das Eingeständnis reichte aber Trump offenbar nicht: Er
kündigte am Samstag an, den Sender nur noch "FraudNewsCNN"
(Betrugs-Nachrichten-CNN) nennen zu wollen. Bei Trump nichts Neues. Sein
makaberes Prügel-Video vom Sonntag übertritt jedoch seinen
Groll gegen den Journalismus.
Trump selbst bezeichnete seine Social-Media-Nutzung vor Tagen als
"modern präsidial".
Die Reaktionen folgten prompt. So erinnerte etwa CNN selbst daran,
dass Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders vor Tagen an einer
Pressekonferenz sagte: "Der Präsident hat in keiner Art und Weise
jemals Gewalt gefordert oder gefördert." Mit dem Tweet von heute
beweist er das Gegenteil.
Der Sender CNN zeigte sich empört über Trumps Tweet. "Es ist
ein trauriger Tag, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zur
Gewalt gegenüber Reportern ermutigt", erklärte der Sender in
einer Stellungnahme.