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www.rhetorik.ch aktuell: (15. Mai, 2016)

Urkaine gegen Russland im Eurovision

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Die Ukraine hat den Eurovisions Song 2016 gewonnen. Der Ukrainische Song hat eine politische Komponente da er von Stalin Opfern handelt. Dies ist natürlich ein Seitenhieb auf Russland. Ein Wink mit dem Zaunpfahl. Dass die Bewertung auch eine polische Komponente gehabt haben könnte, ist daran zu sehen, dass die Zuschauer den Russland Song klar bevorzugten und viele Juroren Russland keinen Punkt gaben. Die Russischen Medien sprechen so schon von einem Komplott. Auf Youtube hat der Russische song 13 Millionen views mit 5 mal mehr Likes als Dislikes, während Ukraine 4 Millionen Views hat mit etwas gleichvielen Likes als Dislikes hat. Ungeschickt ist es allemal, einen Politischen Song mit geschichtlichem Hintergrund über einen Konkurrenten ins Rennen zu schicken. Entertainment ist zur Politik geworden.

Platz 1: Ukraine - Jamala mit "1944" 
Platz 2: Australien - Dami Im mit "Sound Of Silence" 
Platz 3: Russland - Sergey Lazarev mit "You Are The Only One" 
Platz 4: Bulgarien - Poli Genova mit "If Love Was A Crime" 
Platz 5: Schweden - Frans mit "If I Were Sorry" 
Platz 6: Frankreich - Amir mit "J'ai Cherché" 
Platz 7: Armenien - Iveta Mukuchyan mit "Love Wars" 
Platz 8: Polen - Michal Szpak mit "Colour Of Your Life" 
Platz 9: Litauen - D. Montell "I've Been Waiting For This Night" 
Platz 10: Belgien - Laura Tesoro mit "What's The Pressure"
Aus Quelle.
Für die Ukraine ist es bereits der zweite Sieg beim Eurovision Song Contest. Während der erste Beitrag 2003 mit dem 14. Platz noch im Mittelfeld landet, erzielt Ruslana mit "Wild Dances" bereits im Folgejahr den ersten Sieg im Wettbewerb. Insgesamt neunmal schafft es die Ukraine in die Top Ten. Im vergangenen Jahr muss sie wegen Geldmangels auf ihre Teilnahme beim ESC verzichten.
Aus Spiegel:
Sofern der ESC gemäss seiner Statuten tatsächlich die Politik aussen vor halten wollte, ist er in diesem Jahr damit gescheitert. Nachdem die ukrainische Sängerin Jamala im Finale des Eurovision Song Contest Australien und vor allem den russischen Publikumsliebling Sergey Lazarev auf die Plätze verwiesen hatte, meldete sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zu Wort. "Heute hat mit Jamalas Stimme das ganze ukrainische Volk gesprochen. Die Wahrheit hat wie immer gesiegt", schrieb der Staatschef auf Twitter. Er nutzte die Gelegenheit für das Versprechen, in seinem Land zügig mit dem kommunistischen Erbe aufzuräumen, das sei "eine Frage der politischen Sicherheit". Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sagte: "Ich bin unglaublich stolz auf die Ukraine, und ich bin Jamala dankbar für diesen Sieg, der für uns alle heute wichtig ist." Er lud für 2017 zum ESC nach Kiew ein, als einen möglichen Austragungsort nannte er das Olympiastadion. Jamalas Siegersong "1944" war offiziell dem Leiden der Krim-Tataren gewidmet, die von Sowjetdiktator Josef Stalin 1944 nach Zentralasien deportiert worden waren. Der Beitrag war aber auch eine kaum verhohlene Anspielung an die jüngere Geschichte der Halbinsel, nämlich an die militärisch durchgesetzte Annexion der Krim durch Russland 2014 (Lesen Sie hier die Analyse). So wurde ihr Lied jedenfalls auch in der Ukraine verstanden, das zeigen die Reaktionen auf Jamalas Erfolg.
Aus 20 Min:
Die Reaktion aus Russland nach dem Eurovision Song-Contest (ESC) überrascht kaum. "Es waren nicht die ukrainische Sängerin Jamala und ihr Lied 1944, die den ESC 2016 gewonnen haben, es war ein Sieg der Politik über die Kunst", sagte der russische Senator Franz Klinzewitsch am Sonntag russischen Nachrichtenagenturen. Möglicherweise solle Russland im nächsten Jahr dem Wettbewerb fernbleiben, der dann in der Ukraine ausgetragen wird. Der Vorsitzende des Aussenausschusses im russischen Oberhaus, Konstantin Kotschatschew, erklärte auf seiner Facebook-Seite, "der Punktzahl nach hat die Geopolitik die Oberhand gewonnen". Der Sieg beim ESC könne die prowestliche Führung der Ukraine ermutigen und den ohnehin stockenden Friedensprozess im Osten der Ukraine weiter in Mitleidenschaft ziehen. "Aus diesem Grund hat die Ukraine verloren", erklärte er. Jamala besingt in "1944" die Deportation der Krimtataren unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin. Die Krimtataren hatten wegen dieser Erfahrung auch gegen die Annexion der Krim im Jahr 2014 protestiert - und bekommen seitdem Moskaus Härte zu spüren. Jamalas Lied hatte bereits im Vorfeld des ESC in Russland Kritik ausgelöst. Die auflagenstarke Zeitung "Komsomolskaja Prawda" überschrieb ihren Artikel zum ESC mit dem Titel "Wie die europäische Jury Lazarew den Sieg geraubt hat". Wegen des politischen Inhalts des Gewinnerliedes müssten die Ergebnisse überprüft werden. Der russische Sänger Sergej Lazarew war im Vorfeld als Favorit gehandelt worden, landete letztlich aber auf dem dritten Platz. Beim Publikum lag Lazarev zwar vorn - bei der Jury schnitt er jedoch nicht so stark ab. Um die Spannung zu erhöhen und tatsächlich erst am Ende der Auszählung den Sieger zu kennen, wurden in diesem Jahr die jeweils fünfzig Prozent der Gesamtpunkte ausmachenden Punkte von Jury und Publikum getrennt vorgetragen. In der Summe führte dies dazu, dass Jamala 534 Punkte hatte, die zweitplatzierte Australierin Dami 511 Punkte und Lazarew 491 Punkte.

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