Ein Marken Co-Branding ist zwischen Google und Nestle geplant. Das neue Android soll
Kitkat heissen. Ein Marketingcoup oder Flop? Die Alianz birgt Risiken aber auch Potential
f&uunml;r Synergien für beide Marken.
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Solche sogenannten Co-Brandings hätten in den letzten Jahren extrem
zugenommen, sagt René Allemann, Markenexperte und Chief Executive
Officer von Branders. "Eine solche branchenfremde Partnerschaft zwischen
einem Technologie-Unternehmen und einem Lebensmittelkonzern ist aber
etwas sehr aussergewöhnliches", so der Experte.
Die Kollaboration mache aber durchaus Sinn. Denn: Kitkat und Android
würden gut zusammen passen. Einerseits erinnere die Form von
Kitkat an ein Smartphone und andererseits seien die Werte der Marken
sehr ähnlich. "Beide Marken stehen für Innovationskraft,
Leichtigkeit und Freude", sagt Allemann.
Markenexperte Stefan Vogler sieht das ähnlich: "Die Idee
ist hervorragend und ein cleverer Marketingschachzug. Denn: Trotz
unterschiedlichen Branchen haben die beiden Unternehmen schon eine
ähnlich Zielgruppe". Nun könne sich Kitkat zusätzlich
bei einer sehr modernen Zielgruppe positionieren.
Erfolg und Misserfolg einer Zusammenarbeit hängt aber davon ab,
wie gut der Konsument die beiden Produkte zusammenbringt. Denn das klappt
nicht immer: "Nur etwa rund die Hälfte aller Co-Brandings entwickeln
sich mit Erfolg", sagt Vogler.
Zudem birgt das Projekt auch gewisse Risiken: "Im Frühjahr 2010
wollte Nestlé einen Greenpeace-Spot im Netz verbieten lassen: die
Umweltschützer kritisierten Nestlé darin scharf, weil für
die Herstellung von Kitkat Palmöl verwendet wurde - wofür
Lebensraum in den Tropen zerstört würde." Nestlé wurde
dafür mit einem veritablen Shitstorm abgestraft. "Würde Kitkat
nochmals derart in die Kritik geraten, hätte dies auch für
Google negative Folgen", sagt Allemann.
Dass bei dem Werbedeal kein Geld geflossen ist, wie das Google verlauten
liess, ist für Allemann durchaus realistisch. Das mache Sinn, wenn
beide Marken von der Kollaboration profitieren. "Weil die Marke Google
aber viel wervoller ist als die von Kitkat, wird das Nestlé
Produkt von dem Deal sicher mehr profitieren", sagt Allemann.