Der republikanische Präsidentschaftskandidat
Mitt Romney ist auf
seiner Auslandsreise in ein paar Fettnäpfchen getreten:
- In London hat er die Organisatoren der Olympischen Spiele kritisiert und
stellte den Enthusiasmus der Britten in Frage. Er wurde von David Cameron gerügt,
die Zeitungen waren voll von Spott. Auch plauderte er ein vertrauliches Treffen mit
dem Chef von MI6 aus.
- In Israel forderte er die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt und eine
Übersiedlung des US Konsolats nach Jerusalem. Die Palästinenser werfen ihm Rassismus vor
weil er die Wirtschaftsstärke Israels mit der Kultur des Landes
und dem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen der Palästinenser verglich.
- In Polen kam das Treffen von Lech Walesa mit Romney
bei der Gewerkschaft Solidarnosc nicht gut an weil er
"Angriffe auf Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte" unterstütze.
Der Spiegel: Tour de Fettnapf.
Ob die Sache Romney schaden wird, ist nicht klar. Es gibt auch Kommentatoren, die
die Pannen positiv sehen können:
Focus:
Der amerkanische Borat als schlauer Stratege.
Mitt Romney befindet sich im Wahlkampf. Das, was die Europäer als
Fettnäpfchen bezeichnen, macht aus Sicht der Romney-Kampagne durchaus
Sinn", sagt Josef Braml, USA-Experte von der Deutschen Gesellschaft
für Auswärtige Politik. In England habe Romney nur versucht,
sein Image als toller Manager ins Gespräch zu bringen, indem er seine
sehr gute Arbeit für die Olympischen Spiele in Salt Lake City in
Erinnerung rief. Der Schuss ging nach hinten los. Bei den Engländern
stiess die Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen bitter auf.
Dass Romney aussenpolitisches Porzellan zertreten hat, "interessiert die
Amerikaner nicht", sagt Braml. "Ich bin mir noch nicht einmal sicher,
ob es die Amerikaner überhaupt interessiert, dass Romney hier in
Europa rumturnt - und ob er damit wirklich gut beraten ist. In Amerika
geht es um Arbeitsplätze, Arbeitsplätze und Arbeitsplätze."