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www.rhetorik.ch aktuell: (01. Feb, 2012)

Schlacht um Florida

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Newt Gingrich und Mitt Romney haben sich in Florida mit harten Bandagen geschlagen. Sowohl das, also auch die Ankündigung Gingrichs, eine permanente Mondbasis zu bauen, wurde von Karikaturisten ausgeschlachtet:
Über die Schlammschlacht:
Der Spiegel:

In der Tat war der Pulverqualm vom Schlachtfeld Florida kaum verflogen, als klar wurde: Dies ist so schnell nicht ausgestanden. Die interne Krieg der Partei wird noch eine Weile weitergehen, und dabei wird es unverändert brutal zugehen. (...) In der letzten Woche waren 92 Prozent aller TV-Spots direkte Angriffe auf den Gegner. 68 Prozent stammten von Romney und seinem Super-PAC "Restore Our Future", einer privaten Lobbygruppe: 15,4 Millionen Dollar gaben sie aus - viermal so viel wie Gingrich. Beide Kandidaten logen dabei, dass sich die Balken bogen. Ein Omen für den Hauptwahlkampf im Herbst: Auch Romneys Siegesrede von Florida, die er Obama widmete, strotzte vor Verzerrungen und Verfälschungen. "Wenn du angegriffen wirst", rechtfertigte er sich auf ABC, "musst du zurückschlagen." (...) Mit seinem Blutsieg hat Romney auch einen wichtigen Bonus für den Obama-Wahlkampf im Herbst verspielt - sein blütenreines Image. Er liess die freundliche Maske fallen und offenbarte sich als der eiskalte, gnadenlos kalkulierende Manager, als der er sein Vermögen machte. Gingrichs Kampagne der verbrannten Erde enthüllte weitere Schwachstellen Romneys - seine Zeit als Firmenhai, sein Reichtum, seine Flip-Flop-Politik, sein gestörtes Verhältnis zu "normalen Leuten". Romney glaubt, dass ihn diese Feuertaufe auf den Herbst "vorbereitet". Die Demokraten dagegen wittern Munition: Was die Vorwähler von Florida nicht störte, ist für viele Wähler der Mitte ein Stolperstein. Schon sinken Romneys Popularitätswerte in den gesamten USA. Eine positive Einheitsfigur fehlt der Partei weiter. Dafür besitzt Romney weder das Kaliber noch den emotionalen Rückhalt. "Geld", schreibt der Kolumnist Charles Blow ("New York Times"), "kann ihm keine Liebe kaufen." In Florida gab es noch einen weiteren Verlierer - die Medien. Nichts symbolisierte deren Machtlosigkeit krasser als der schlimmste TV-Spot Romneys gegen Gingrich: Der bestand aus einem Clip der Nachrichtensendung "NBC Nightly News" von 1997, in dem Anchorman Tim Brokaw mit pikiert-sonorer Stimme über Gingrichs Verurteilung wegen Ethikverstössen berichtete. NBC protestierte offiziell dagegen, dass die Sendung im Wahlkampf missbraucht wurde - ohne Erfolg.

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