Rhetorik.ch

Knill+Knill Kommunikationsberatung

Knill.com
Aktuell Artikel Artikel Inhaltsverzeichnis Suche in Rhetorik.ch:

www.rhetorik.ch aktuell: (01. Jul, 2011)

Strauss-Kahn frei

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Die Vorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn sind schnell schwächer geworden, als herauskam, dass die Hotelangestellte gelogen hatte. DSK wurde freigelassen.

Bei einem Vergewaltigungsvorwurf ohne Zeugen ist die Glaubwürdigkeit des Opfers alles. Ein Washington Post Artikel beleuchtet das.

Staatsanwälte wissen, dass sie in Fällen, wo das Opfer (oder angebliche Opfer) ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, die Anklage oft gar nicht durchgezogen wird, weil der Fall keine Chance hätte.

Der Hauptpunkt: Aus Spiegel: Strauss-Kahn feiert seine Freiheit:

Weniger als 24 Stunden, nachdem sie die Vorwürfe gegen Strauss-Kahn erhoben hatte, telefonierte die Frau mit einem wegen Drogenbesitzes im Gefängnis sitzenden Mann und besprach dabei die Vorteile eines Vorgehens gegen Strauss-Kahn. Wie die "New York Times" am Samstag berichtete, war es offenbar dieser Anruf, der die Ermittler hellhörig machte. Das in einem Dialekt der Sprache Fulani geführte Gespräch sei im Gefängnis aufgezeichnet worden, aber erst Tage später übersetzt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen mit dem Fall vertrauten Justizbeamten. Demnach sagte die Frau: "Mach dir keine Sorgen, dieser Typ hat viel Geld, ich weiss, was ich tue."


Die Glaubwürdigkeit war auch das das Achillessehne im Kachelmann Prozess: Dort musste Simone D. im Laufe der Ermittlungen zugeben, nicht nur in Teilen ihrer Aussage gelogen zu haben, sondern auch belastende Beweise selbst angefertigt zu haben. Quelle: Zeit.


Einige Wochen nach ihrer Anzeige hat Simone nach weiteren Ermittlungen der Polizei zugeben müssen, mindestens in Teilen ihrer Aussage gelogen zu haben: Den anonymen Brief, der die Tat ausgelöst haben soll, hatte sie sich selbst geschrieben. Und die Beziehung Kachelmanns zu jener Mitreisenden hatte sie auch schon Wochen zuvor gründlich ausspioniert. Unter falschem Namen hatte sie sich im Internet via Facebook als vermeintliche alte Bekannte an die Konkurrentin herangepirscht, hatte sich deren Bild schicken lassen und die Bestätigung erschlichen, dass diese ebenfalls mit Kachelmann zusammen sei. (...) In ihrer Expertise vom 31. Mai 2010 kommt Luise Greuel zu dem Ergebnis, dass die Angaben der Opferzeugin nicht einmal den qualitativen Mindestanforderungen an eine tragfähige Aussage genügen. Und dass Simone die geschilderten Vergewaltigungshandlungen höchstwahrscheinlich nicht erlebt habe: Über den Ablauf der Tat berichte sie zum Teil Unwahrscheinliches bis Unmögliches. So konnte Simone nicht plausibel machen, wie Kachelmann ihr ununterbrochen das Messer an die Kehle gehalten und zugleich sie und sich selbst teilweise entkleidet haben soll. Darüber hinaus behauptete sie, sich an komplette Handlungssequenzen nicht erinnern zu können.
Nachtrag vom 5. Juli

Die Anklage wird fallengelassen. Blick.

Rhetorik.ch 1998-2011 © K-K Kommunikationsberatung Knill.com