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www.rhetorik.ch aktuell: (10. Jun, 2011)

Frauenfussball im Playboy

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Kurz vor dem Startschuss ziehen sich "Deutschlands schönste Fussball- Nationalspielerinnen" für den "Playboy" aus. Was war das Ziel einer Aktion? Wird der Frauenfussball imagemässig verbessert? Kaum. Anstatt den Frauenfussball dem Männerfussball gleichberechtigt auszuüben, schaden diese Bilder diesem Gedanken und die Frauen reduzieren sich selbst auf Sexobjekte.
Aus der "Welt online":

Über Fussballerinnen gibt es viele Vorurteile. Zum Beispiel, dass sie alle hässliche Mann-Weiber seien. Jetzt ist der Gegenbeweis da. Von wegen Frauen-Fussball ist nicht sexy. Das haben wieder einmal fünf Spielerinnen in der aktuellen Ausgabe des "Playboy" kurz vor dem Startschuss zur Fauen-WM.
Der Berater der Mädchen hat es sicher gut gemeint und sich vorgestellt, er könne mit diesen Aufnahmen das Image der "Mannweiber" aus der Welt schaffen und dem Stereotyp der typischen Frauenfussballerin entgegenwirken. Er war ihm aber nicht bewusst, dass er dem Frauenfussball mit dieser Aktion einen Bärendienst erweist und die Sportlerinnen als Sexygirls vermarktet werden. Es wird zwar Aufmerksamkeit erreicht, das genügt aber nicht. Der Frauenfussball wird einmal mehr auf das Geschlecht reduziert. Die Aktion ist kontraproduktiv und schadet längerfristig dem Frauenfussball als Sport. Tagi:
Der Schweizer Kommunikationsprofi Marcus Knill geht noch einen Schritt weiter. "Mit dieser Strategie schiessen die Frauen ein Eigentor. So werben sie nicht für den Frauen-Fussball, sondern werden zu Sexobjekten reduziert." Knill, der Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann im medialen Bereich berät, glaubt auch nicht, dass wegen der "Playboy"-Kampagne mehr Zuschauer in die Stadien strömen werden. Die taz folgt Knills Argumentation. "Die Spielerinnen im #Playboy# haben sich entschieden, nicht als Fussballerinnen in Erscheinung zu treten, sondern als reine Männerfantasie: halb nackt bei der gegenseitigen Massage oder fidel am Flussufer", schreibt die Zeitung. Die Kommunikationswissenschaftlerin Daniela Schaaf von der Sporthochschule Köln stellt sich dagegen hinter den Entscheid der Fussballerinnen, sich freizügig im Männermagazin zu präsentieren. "Bei der Vermarktung von Frauen im Sport geht es um drei Dinge: Bekanntheitsgrad, Medienpräsenz und hohe physische Attraktivität mit Sexappeal", so Schaaf im österreichischen Fussballmagazin "Ballesterer". Die deutschen Nationalspielerinnen sind längst nicht die einzigen Athletinnen, die für den "Playboy" die Hüllen fallen liessen. Vor ihnen taten dies unter anderem die Schweizer Autorennfahrerin Christina Surer, die deutsche Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katharina Witt und die US-Tennisspielerin Ashley Harkleroad.

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