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Das vom Fotographen Pete Souza gemachte Foto
das Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden und Mitglieder des
Sicherheitsteams am 1. May, 2011, während der Mission gegen Osama bin Laden zeigt ist zu einer
Ikone geworden. Es zeigt den "Situation Room des Weissen Hauses". Kaum ein Bild wurde so sehr analysiert,
auf Situation- und Körpersprache und Details untersucht. Was denken die Leute in diesem Moment? Was sehen sie?
Sitzend von links nach rechts:
Joe Biden Vizepräsident
Barack Obama Präsident
Marshall Webb Brigadier General
Denis McDonough Deputy National Security Advisor
Hillary Clinton Secretary of State
Robert Gates Verteidigungsminister
Stehend von Links nach Rechts
Mike Mullen Admiral
Tom Donilon National Security Advisor
Bill Daley Chief of Staff
Tony Binken Security Advisor vom Vize
Audrey Tomason Counterterrorism
John Brennan Homeland Security
James Clapper National Intelligence
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Aus dem Tagesanzeiger
Quelle::
Als die Navy Seals in der Nacht auf Sonntag das Anwesen von Osama Bin
Laden stürmten, war US-Präsident Barack Obama im 11'000
Kilometer entfernten Washington live zugeschaltet. Im sogenannten
"Situation Room" im Weissen Haus schauten Obama und seine engsten
Mitarbeitenden, darunter Aussenministerin Hillary Clinton, gebannt auf
einen Monitor.
Ausgerechnet als die Operation "Geronimo" in die entscheidende Phase ging,
brach die Übertragung ins Weisse Haus vorübergehend ab. Dies
ändert aber nichts an der Tatsache, dass es Obamas Hoffotografen Pete
Souza gelang, Bilder zu machen, die wohl im kollektiven Gedächtnis
haften bleiben werden. Und es sind Bilder, die eine bestimmte Botschaft
in die Welt hinaustragen sollen. Der Schweizer Kommunikationsberater
Marcus Knill kommentiert im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnetz
die Inszenierung des amerikanischen Präsidenten.
Herr Knill, was fällt Ihnen auf, wenn Sie das Foto von
US-Präsident Barack Obama und seinem Sicherheitsteam im "Situation
Room" anschauen?
Das Bild erinnert an eine Gruppe, die einen wichtigen Fussballmatch
oder einen brutalen Film verfolgt. Doch geht es hier um das
Betrachten einer Hinrichtung, und zwar live - wie es im Mittelalter
auf dem Hinrichtungsplatz von Verbrechern der Fall gewesen war. Ein
ähnliches Bild hätte man im Weissen Haus beim Blick auf
den Bildschirm anlässlich des Columbia-Desasters im Jahr 2003
aufnehmen können. In der Aufnahme mit Obama liegt Spannung in
der Luft. Bestürzt hält Aussenministerin Hillary Clinton
die Hand vor den Mund. Obama wirkt höchst konzentriert und neigt
selbstvergessen den Oberkörper nach vorn, die Unterarme auf die
Oberschenkel stützend. Neben Obama ist ein Sack, in dem Papiere zur
sofortigen Vernichtung gesammelt werden. Eine Karte vor Clinton wurde
unkenntlich gemacht. Drei der Betrachter schützen sich gleichsam
mit den verschränkten Armen.
Obama ist auch auf anderen Fotos zu sehen, zum Beispiel in Denkerpose
oder im Gespräch mit Sicherheitsberater Tom Donilon. Was sagen
diese Bilder über den US-Präsidenten aus?
Obama wirkt natürlich, engagiert und bedacht. Man sieht bei allen
Aufnahmen: Es geht dem Präsidenten um sehr viel. Sie haben Obama
Punkte gebracht. Doch ist damit nicht gesagt, dass diese Punkte bei den
nächsten Präsidentschaftswahlen nachwirken werden.
Das Weisse Haus hat bewusst diese Bilder freigegeben. Was will der
amerikanische Präsident damit der Welt mitteilen?
Das Weisse Haus hat keine Bilder freigegeben, die den Jubelbildern
auf der Strasse ähneln. Es wollte auch keine Bilder des toten
Terroristen Osama Bin Laden publizieren. Das Foto-Dilemma löste
die US-Regierung, indem sie nur Bilder veröffentlichte, die
veranschaulichen, dass die Regierung überlegt gehandelt hat. Die
Aufnahmen sollen bewusst machen, dass es um eine ernste, bedachte
Aktion gegangen ist. Die Weltöffentlichkeit soll sehen, dass der
imagemässig angeschlagene US-Präsident sich durchsetzen und
handeln kann. Und dass Obama das gelang, was seinem Vorgänger George
Bush nicht gelungen war.
Die Bilder von Obama mit seinen engsten Mitarbeitenden erinnern an
Fotos von John F. Kennedy während der Kuba-Krise. Wollte sich Obama
bewusst wie Kennedy inszenieren, der eine Ikone der US-Geschichte ist?
Präsident Kennedy war 1962 mit seinen Beratern auf der Veranda des
Weissen Hauses fotografiert worden. Dieses Bild ging tatsächlich
in die Geschichte ein. Die Aufnahme mit Obama und seinem engsten Kreis
könnte eine ähnliche Wirkung haben.
Nach tagelangem Ringen hat die US-Regierung beschlossen, keine Fotos des
toten Terrorchefs zu zeigen. Was hätte die Veröffentlichung
von Leichenfotos bedeutet?
Wenn Fotos des Toten mit dem zerstümmelten Kopf gezeigt worden
wären, wäre dies ein Verstoss gegen den Ethik-Kodex der Medien
gewesen. In der amerikanischen Medienlandschaft sollen möglichst
keine Bilder von Toten gezeigt werden - zumindest keine Aufnahmen von
verstümmelten oder misshandelten Menschen. Die meisten US-Medien
halten sich an das Gebot. Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen
- zum Beispiel, als Saddam Husseins Leiche nach dessen Hinrichtung
gezeigt wurde. Nachdem gefälschte Fotos aufgetaucht waren, war der
öffentliche Druck auf die US-Regierung sehr gross, Bilder des toten
Bin Laden zu zeigen. Dennoch hat sie darauf verzichtet - angeblich auch
aus Gründen der nationalen Sicherheit. Selbst wenn die US-Regierung
ein Leichenfoto des Terrorchefs veröffentlicht hätte, wäre
es sehr gut möglich gewesen, dass die Verschwörungstheoretiker
auch diese Aufnahme angezweifelt hätten.
Wie beurteilen Sie die verbale Kommunikation der amerikanischen Regierung
nach der Tötung von Bin Laden?
Es ist unglaublich: Da wurden Anfängerfehler begangen. Mir ist
unverständlich, dass das Weisse Haus Informationen nicht koordinieren
kann. Zuerst hiess es, Bin Laden sei bewaffnet gewesen, nachher wurde
dies offiziell dementiert. Ein Sicherheitsverantwortlicher liess zuerst
verlauten, man solle Bin-Laden-Fotos veröffentlichen. Dann entschied
der Präsident, es werde nichts veröffentlicht. Gegenteilige
Aussagen untergraben die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen. Ich
gehe davon aus, dass jetzt die Fotos auf keinen Fall mehr herausgegeben
werden. Ich habe allerdings Zweifel, ob nun Ruhe einkehrt.
Zur Informationspolitik
Zuerst hiess es, Obama sei bewaffnet gewesen, nachher wurde dies
dementiert. Ein Sicherheitsverantwortlich liess zuerst verlauten,
man solle die Foto Bin Ladens veröffentlichen, dann entscheidet der
Präsident, es werde nichts veröffentlicht. Auch Mitglieder der
US Regierung müssen jetzt lernen, dass gegenteilige Aussagen
die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen untergraben.
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Entsetzen oder Niesen ?
Clinton meinte
Quelle:
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"Ich habe keine Ahnung, in welcher Milisekunde das Bild genommen wurde.
Ich vermute dass es ein Versuch war, Husten von meiner Allergie gegen Pollen
zu unterdrücken. Es hat wahrscheinlich nicht viel Bedeutung. "
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Der Tagesanzeiger:
US-Aussenministerin Hillary Clinton hält sich die Hand vor den
Mund, als sie im Weissen Haus mit Präsident Barack Obama und dem
übrigen Sicherheitsteam die Kommandoaktion auf Al-Qaida-Chef Osama
bin Laden verfolgt. Sie scheint im Situation Room ihr Entsetzen nicht
verbergen zu können.
Doch Clinton will von dieser Interpretation ihrer Geste nichts wissen.
Zwar bezeichnet sie den Einsatz als die "38 intensivsten Minuten meines
Lebens", doch was in ihr vorgegangen sei, als das Foto entstand,
wisse sie nicht mehr. Vielleicht habe sie nur ein Husten oder
Niesen unterdrücken wollen, erklärte sie heute bei einer
Pressekonferenz mit ihrem italienischen Kollegen Franco Frattini in Rom.
Hillary Clintons Begründung sieht nach einer Selbstschutzbehauptung aus.
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Die zweite Frau
Wer ist Audry Tomason, die zweite Fraum im Bild? Das Bild hat die Frau
ins Rampenlicht gebracht. Sie hat nun eine eigene Wikipedia Seite.
Sie ist "Direktor für Terrorabwehr". Das Bild hat viele Interpretationen
provoziert: Was macht diese relativ junge Frau in der Nähe des Präsidenten.
Tommy Vietor, ein Sprecher für NSC (National Security Council)
wurde gefrag, warum sie früher nicht identifiziert oder erwähnt worden war.
Vietor schlagfertig:
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Well, wir hatten bisher auch Bin Laden noch nicht getötet.
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