
Massenkopien von Wikileaks
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Rhetorik.ch Artikel zum Thema: |
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Die Versuche, Wikileak zu stoppen sind kläglich gescheitert. Die Geldhähne
sind der Wikileak Organisation zugedreht worden, die Server abgeschaltet. Assange
wurde mit Anschuldigungen dingfest gemacht, das wie aus einem schlechten Spionageroman
kommt:
Nachdem die mächtigsten Regierungen der Welt von einer Organisation blossgestellt worden sind,
wird deren
Anführer
unter dem nebulösen Vorwurf "sexuelle Nötigung" international per Interpol gesucht
und befindet sich dann in Untersuchungshaft.
Der
Streisand Effekt ist eingetreten. Das
Wikileaks Feuer wurde - statt ausgetreten - noch weiter entfacht.
Schon
350 Seiten haben den Inhalt von Wikileaks parat. Der Spiegel:
WikiLeaks setzt auf die Macht der Masse: Mit einem verzweigten
Netz von Kopien im Internet will die Organisation ihre Webseite vor
Abschaltversuchen schützen. Zuvor war das Angebot zeitweilig nicht
mehr erreichbar gewesen. Wenige Stunden nach dem Start ist die Aktion
bereits ein Erfolg.
Die Webseite von WikiLeaks soll unverwundbar gemacht werden. Nach
andauernden Angriffen aus dem Netz und verschiedenen Versuchen, die Seite
nicht mehr erreichbar zu machen, vertraut das Enthüllungsportal
jetzt ganz auf seine Unterstützer. Ein weitverzweigtes Netz
von Kopien im Internet soll dafür sorgen, dass die Inhalte des
Enthüllungsportals nicht mehr aus dem WWW gelöscht werden
können. Eine Aktion, die am Sonntag mit Erfolg angelaufen ist. Sobald
mindestens 50 Kopien der WikiLeaks-Seite online sind, soll eine Liste
davon ins Netz gestellt werden, teilte die Organisation in der Nacht
zum Sonntag mit.
Der Aufruf zu dieser " Massen-Spiegelung" folgt auf eine Reihe von
zeitweiligen oder Beinahe-Abschaltungen, mit denen die Organisation in den
letzten Tagen zu kämpfen hatte. Zudem ist WikiLeaks eigenen Angaben
zufolge seit Veröffentlichung der Botschaftsdepeschen sogenannten
DDoS-Attacken (Distributed-Denial-of-Service) ausgesetzt. Dabei wird
der Webserver von WikiLeaks durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen
eines sogenannten Botnets (siehe Kasten) stark ausgebremst oder bis zum
Totalausfalls überlastet. (...)
Dass die jetzigen Wikileaks nicht gestoppt werden konnten war wohl klar.
Ob die massive Reaktion in Zukunft durch Abschreckung solche Wikileaks
verhindern kann ist noch nicht klar.
Nachtrag vom 16. Dezember, 2010
In den USA dürfen Air-Force Mitarbeiter manche Zeitungsseiten
nicht mehr aufrufen. Dazu gehört die Webseite der "New York Times".
In den USA garantiert ein erster Verfassungszusatz
"Redefreiheit und Pressefreiheit".
Der Spiegel Artikel meint, dass dieser Vorfall all jenen Warnern recht geben,
die vor der Einrichtung einer zensurtauglichen Infrastruktur gewarnt haben.
Denn der Fall zeigt, dass falls Zensurmöglichkeit mal vorhanden sind,
die Gefahr gross, dass sie auch eingesetzt wird.
Unterdessen sind die Wikileaks Dokumente auf Tausenden von Webseiten zu
finden.