Der Blick:
diskutiert eine Verschwörungstheorie, die im Internet aufgetaucht ist
Die Nase gebrochen, Zähne abgrebrochen - dafür Sympathiepunkte
gewonnen. Nach monatelangen Schlagzeilen über Sex- und
Korruptionsvorwürfen steigt Berlusconi in der Gunst des
Volkes wieder. 66 Prozent stehen plötzlich wieder hinter dem
Ministerpräsidenten. Vor der Dom-Attacke waren es noch 48 Prozent.
Berlusconi-Gegner ist das nicht geheuer. In einem anonymen Youtube-Video
machen sie glauben, dass die ganze Attacke auf Berlusconi eine
Inszenierung war.
Woher kam plötzlich das viele Blut?
Die Verschwörungstheoretiker zeigen Bildabfolgen des Anschlags und
stellen kritische Fragen:
Warum war unmittelbar nach dem Schlag kein Blut zu sehen? Der tiefe
Schnitt, den man später sieht, hätte sofort bluten müssen.
Woher kam das grosse Taschentuch, mit dem Berlusconi sofort sein Gesicht
verdeckte? Als er es wegnimmt, ist er plötzlich blutverschmiert.
Der italienische Premier hat gemäss Spital "mehr als einen halben
Liter Blut" verloren. Wieso war dann aber kein Blut auf dem Hemd oder dem
Anzug des Politikers?
Warum ist das Blut auf dem Gesicht Berlusconis
bereits kurz nach dem Angriff sehr dickflüssig?
Eine Szene wird besonders hevorgehoben: Ein Bodyguard reicht
dem blutenden Berlusconi
eine kleine Flasche ins Auto. Die Verschwörungstheoretiker behaupten,
dass es sich hierbei um eine Sprayflasche mit Kunstblut handelt.
Parteikollegen verurteilen die Unterstellung der Fälschung. "Ich
kann nicht glauben, dass Leute die Attacke anzweifeln, nur weil er
nicht genug Blut verloren haben soll", sagt Parteikollege Danielle
Capezzone. Berlusconi selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen
geäussert - er ist für die nächsten 14 Tage krank
geschrieben.
Anderseits muss man sich schon fragen:
wer will schon freiwillig Zhäne verlieren und sich ein Nasenbein brechen lassen?