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www.rhetorik.ch aktuell: (25. Sep, 2007)

Toscanis Nolita-Kampagne

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Oliviero Toscani schockt erneut mit einer Nolita-Kampagne. Er will etwas tun gegen die Magersucht.

Der italienische Fotograf Oliviero Toscani sorgt erneut für Aufsehen. Er ist bekannt für seine Schockbilder. In einer Kampagne für ein Modelabel zeigt er den ausgemergelten nackten Körper einer jungen Magersüchtigen.
Die Frau leidet seit 15 Jahren an der Krankheit und wiegt nur noch 31 Kilogramm.

Toscanis Bilder wurden zu Beginn der Mailänder Modewoche, von mehreren italienischen Tageszeitungen und auf Plakaten in mehreren italienischen Städten veröffentlicht.

"Magersucht ist ein Tabuthema für die Modewelt, wie es früher mit Aids war."


sagte Toscani, der mit Benetton- Werbekampagnen bekannt wurde. Heute sagt er:

"Ich glaube, dass die Mode stark zur Verbreitung der Anorexie beigetragen hat. Die Medien führen Mädchen Erfolgsbeispiele vor, die unerreichbar sind", sagte er weiter. "Das Fernsehen hat eine Gesellschaft geschaffen, die sich nicht liebt und nicht akzeptiert. Das System ist degeneriert."


Fabiola De Clercq, die Präsidentin eines Verbandes zur Erforschung der Magersucht findet hingegen:

"Diese Kampagne macht so keinen Sinn".


Ein derart krankes Mädchen gehöre in die Therapie. Die Werbung zeige die Schwere des Leidens nicht und könne keine positive Wirkung haben.


Kommentar: Bilder wirken mehr als Worte, heisst es. Trotzdem: Wie bei den Schockbildern, bei den Schockbildern des Zigarettenkonsums oder bei den Raserbildern zweifeln wir an der Nachhaltigkeit derartiger Schockbilder. Die Werbebilder für schnelle Autos oder Zigaretten oder Mode dominiert dermassen, dass eine derartige allein Aktion wenig bringt, Quellen:


Nachtrag vom 20. Oktober 2007: Italien lässt die Toscani-Plakate entfernen. Die Darstellung verstosse gegen den Grundsatz, weil die Würde einer Person respektiert werden müsse. Die Plakate werden nachträglich verboten, weil das Bild gegen den Selbstdisziplinierungskodex der Werbeindustrie verstosse. Doch wird der Entscheid der Kontrolleure eher als Zensur gewertet.

Kommentar: Das Verbot ist nach meinem Dafühalten kontraproduktiv. Dan Bild wird jetzt erst beachtet und im Zusammenhang mit dem Entscheid zusätzlich publiziert und milllionenfach verbreitet. Die Bilder sind bereits im Internet verewigt und können international nicht mehr rückgängig gemacht werden.



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