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www.rhetorik.ch aktuell: (27. Aug, 2007)

Wirbel um SVP Video

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:


Quelle: SVP Wahlkampfseite
Ein Wahlkampf-Video der SVP Schweiz soll gestoppt werden, die in Biel gedrehte Filmsequenzen zeigen sieben Jugendliche, die Drogen verkaufen und sich prügeln. Die Jungen behaupten nun, man habe ihnen gesagt, dass es um Gewaltprävention gehe und seien damit getäuscht worden.


Die SVP will mit dem Video schockieren. Es läuft unter dem dem Titel "Himmel und Hölle". Es zeigt Gewaltszenen auf dem Bieler Bahnhofplatz, in der Nidaugasse und in einem dunklen Park. Als Hauptdarsteller treten darin sieben junge Seeländer zwischen 13 und 23 Jahren auf. Das Problem: Man habe ihnen gesagt, sie würden in einem Video zur Gewaltprävention mitwirken - und ihre Gesichter würden unkenntlich gemacht. Dies erklärte am Montag abend einer der Beteiligten, die Mutter sowie eine Anwältin der Jugendlichen an einer Pressekonferenz in Biel.Das Wahlkampf-Video beginnt mit einem Paar, das sich auf einem Sofa unterhält. Es wird das Gefühl einer heilen Welt vermittelt. Danach wird der Schriftzug "Himmel" eingeblendet, gefolgt vom Schweizer Kreuz. Wenig später ist ein schwarzer Hintergrund zu sehen, vor dem Flammen lodern und "Hölle" geschrieben steht. Es folgt der Satz: "Wenn Rot/Grün gewinnt, geht die Schweiz kaputt." Es folgen nachgestellte Szenen, die alle in Biel gedreht wurden: Jugendliche, die Drogen verkaufen und konsumieren, Betagte überfallen, Gleichaltrige zusammenschlagen und Mädchen angehen. Zuletzt werden fröhliche Kinder und grüne Landschaften gezeigt. Das Paar, das zu Beginn des Films auf dem Sofa sass, wird nochmals gut gelaunt eingeblendet. Danach steht: "Die Wahl ist klar. Mein Zuhause - unsere Schweiz".


Kommentar: Falls die SVP von den Darstellern keine schriftliche Einwilligung erworben hätten, wäre dies unprofessionell. Die Darsteller müssten vor der Einwilligung ihrerseits auch klären, wo der Film gezeigt wird. Wir zweifeln daran, dass die rechtlichen Schritte Erfolg haben. Der Wirbel um den Werbespot bewirkt wahrscheinlich - einmal mehr - genau das, was die SVP wollte: Man spricht vom Video und will ihn sehen. In den Zeitungen wird sogar noch die Webseite veröffentlicht. Wir sind überzeugt, das umstrittene Video bekommt dank des Protestes noch eine höhere Einschaltquote. Er findet auch bei den Gegnern Beachtung und hat somit eine grössere Breitenwirkung, zumal er sich des bewährten Musters bedient: Sach -Botschaften werden emotionalisiert. Emotionen beeinflussen nachhaltiger.


Quellen:
  • Espace.ch
  • www.svp-wahlen.ch


Nachtrag vom 29. August, 2007: SVP erwägt eine Strafanzeige.

Die SVP behät sich nun eine Strafanzeige, aber gegen ihren Produzenten Falls die Jugendlichen tatsählich über den Verwendungszweck des Films getäuscht worden sein, so hätten die Produzenten versagt.

Wenn die Jugendlichen nicht wussten, worum es ging, hat der Betreffende, der den Auftrag erhalten hat, unser Vertrauen missbraucht, sagte Maurer in einem Interview in der Samstagsausgabe des Bieler Tagblatts. Der Fall sie für die SVP kein Drama. Die Jugendlichen sind ein wenig naiv, wenn sie solche Szenen nachstellen und das Gef¨hl haben, sie würden ger, sagte der SVP-Präsident. Sie hätten fragen müssen, wofür das Video ist.



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