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www.rhetorik.ch aktuell: (24. Jun, 2007)

Gerangel um Medienpräsenz

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Quelle: SonntagsZeitung 24. Juni 07, Illustration von Igor Kravari
Medienpräsenz ist kostspielig. Dreissig Sekunden Werbezeit kostet - je nach Sendegefäss - Tausende von Franken. Wer sich vor Mikrofon und Kamera artikulieren kann, hat einen Vorteil. Er kann die Wähler beeinflussen. Vorausgesetzt er kann verständlich und überzeugend ausdrücken. Wer ausgeklammert wird, ist benachteiligt. Jeder Auftritt ist eine Chance! So ist es begreiflich, dass die Parteien genau darauf bedacht sind, möglichst viel Medienpräsenz herauszuholen. Die Auftritte der Konkurrenz werden kritisch überprüft. Die CVP übte sich jüngst im Erbsenzählen. So hat sie nachgerechnet, dass sie ihre Leute dieses Jahr - in der "ARENA im Frontpult - lediglich 12- mal positionieren konnten. Die FDP und die SVP sei je 15-mal vertreten gewesen und die SP habe 19- mal in der ersten Reihe gestanden. Der FDP sind die kommenden Monate ebenfalls wichtig. Sie ist darauf bedacht, den zweiten Sitz im Bundesrat zu halten. In der Sendung "classe politique" verweigerte sie jüngst eine Teilnahme, weil die Sendung angeblich zu SVP lastig gewesen sei. Auch die SVP blieb bei einem Treffen mit dem Chefredaktor des Schweizer Fernsehens fern. Die Partei war verstimmt, weil an einen "Zischtigclub" die SP ihr Parteiprogramm und ihre Problem allein habe ausbreiten dürfen.

Das Fernsehen ist während dieses Wahljahres gefordert. Den Machern wird künftig mit Argusaugen auf die Finger geschaut. Das Schweizer Fernsehen ist sich dieser Problematik bewusst. Es ist bereits vorgesehen, dass jede Partei mit einer Handycam selbst einen Werbespot fabrizieren kann. In mehreren Sendungen sollen dann die Resultate unter dem Titel "Entscheidungen 07" aufgezeichnet werden. Zudem sind vier Wahl-"Arenen" vorgesehen.

Unserer Prognose: Die Turbulenzen zwischen Parteien und Staatsfernsehen werden in den kommenden Monaten dennoch weiter gehen. Wahrscheinlich trifft die These von Reinhard Fendrich zu:

"Früher wollten alle Leute in den Himmel- heute ins Fernsehen".


Erst wer im Fernsehen kommt, ist jemand.



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