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www.rhetorik.ch aktuell: (03. Mar, 2007)

Rhetorischer Krieg gegen Iran

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Nach "20 Minuten" soll seit 27. Februar 2007 nach der "USS Eisenhower" mit der John C. Stennis" auch ein zweiter Flugzeugträger im Golf von Oman kreuzen. Experten sehen darin weitere Vorzeichen für einen US-Angriff auf den Iran.
USS Eisenhower USS Stennis
Hauptmann Bradley E. Johanson, der Kommandant auf der "John C. Stennis", behauptet, er habe keine Befehle, die den Iran beträfen:

"Wir haben ganz explizite Anweisungen, dass wir keine Eskalationshaltung gegenüber dem Iran einnehmen. Unsere Mission ist es nicht, den Iran einzuschüchtern, sondern unseren Partnern vom Golfkooperationsrat Vertrauen in die Sicherheitslage zu geben."


Offiziell heisst es aus Washington, ein Angriff auf den Iran sei nicht geplant. Doch in jüngster Zeit häufen sich Berichte, die stark an die Zeit vor dem US-Einmarsch in den Irak im Frühjahr 2003 erinnern. So soll es einen Planungsstab für Angriffe auf den Iran geben und Spezialkräfte bereits konkrete Ziele auskundschaften.

Die US-Regierung beteuern zwar, sie wollen mit dem zweiten Flugzeugträger in der Region die bereits im Irak und Afghanistan stehenden Einheiten unterstützen. Das Manöver könnte eine Drohgebärde an die Adresse Irans sein. Dafür spricht der Umstand, dass man hinter der vorgehaltenen Hand munkelt, Israel habe sich bereits die Luftstrassen frei gehalten, um einen überraschenden Luftschlag gegen die Atomanreicherungsanlagen zu führen. Eine Zeitung in Kuweit meldete, dass Qatar, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate schon die Zustimmung für einen solchen Korridor gegeben hätten. Quelle. Israel hatte im Jahre 1981 die Nuklearanlagen Osirak im Irak zerstört. Auch die Luftstrassenanfrage könnte zum Konzept einer Kriegs-rhetorik zählen, mit dem Ziel, Iran einzuschüchtern. Bislang zeichneten sich aber Israels Militäraktionen nie durch Vorankündigung aus.

Für einen Angriff der Amerikaner könnte höchstens der Umstand sprechen, dass Bush an Boden verloren hat und imagemässig profitieren könnte, wenn mit einer militärischen "notwendige Polizeiaktion" die Aufmerksamkeit von anderen Problemfeldern abgelenkt werden kann. Bush wäre in der heutigen Situation alles zuzutrauen, das von der misslichen Lage im Irak ablenkt.

Ein anderer Gedanke stammt von Karen Kwiatowski, die aus ihrer Arbeit in der US Air Force und im Pentagon die Vorbereitungen im Pentagon aus erster Hand kennt: In einem Interview (Google Übersetzung) meint sie, dass Bush und Cheney denken, ein Krieg mit Iran sei gewinnbar, weil sie auf die Air Force und Navy hören. In einem Krieg mit Iran werde nicht einmarschiert, wie im Irak, sondern der Versuch gemacht, das Ahmadinejad Regime im Iran zu destabilisieren und das wäre durch Bomben a la "Shock and Awe", wie zu Beginn des Irak Angriffs denkbar. Der Navy und Air Force wäre das recht. Sie glaubt auch, dass Leute wie Bush und Cheney mit der Situation im Irak doch zufrieden sind: die USA habe 4 grosse Militärbasen im Land. Man werde sich in der Zukunft auf diese Basen zurückziehen und weniger zur Befriedung des Landes tun. Auch eine zukünftige Regierung werde sich kaum aus diesen Basen zurückziehen wollen.


  • Am 2. März meinte der frühere US Präsident Bill Clinton in einer Rede in Kansas, dass Sanktionen der richtige Weg wären und ein militärischer Schlag das Atomprogramm kaum stoppen könne. Quelle
  • Auch der Demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama ging in einer Rede am 2. März auf Iran ein. Er sagte, das Iranische Regim sei eine "Bedrohung". Es müsse verhindert werden, das Iran Nuklearwaffen baut. Das bedeute "direkte Kontakte" mit dem Iran, ähnlich wie mit der Sowjetunion während des kalten Krieges. Die schlimmste Konsequenz des Irak Disasters sei die Stärkung des Irans gewesen.





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