Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber
hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde am 3. September
2007 sein Amt als Ministerpräsident abgeben und
auf dem Parteitag der CSU nicht mehr antreten.
Auf dem Parteitag im September wird der neue Parteivorsitzende
gewählt und der Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl im
September 2008 nominiert.
Wenn Stoiber im September als bayerischen
Ministerpräsident zurücktritt, wird er 14 Jahre und vier
Monate in München regiert haben.
Gute Chancen für die Nachfolge
haben Bayerns Innenminister Günther Beckstein
als neuer Ministerpräsident und Wirtschaftsminister
Erwin Huber als neuer CSU-Chef.
Für den Parteivorsitz der CSU kommen CSU-Vize und Landwirtschaftsminister
Horst Seehofer und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber
in Frage.
Das Zundhölzchen von Gabriele Pauli
Wer kennt es nicht jenes Lied von Mani Matter von einem
"Zundhölzchen", das letztlich zu einem Weltenbrand führte.
In Bayern zündete Gabriele Pauli nur ein wenig ein Feuerchen,
das Stoiber nicht ernst nahm. Dann wurde es ihm plötzlich heiss
und der Gegenwind brachte das Zündhölzchen zum Lodern.
Nun hat gleichsam der Sturm Kyrill, Ministerpräsident Stoiber
völlig ausser Gefecht setzen können.
Damit geht eine politische Bilderbuchkarriere in Bayern zu Ende. Edmund
Stoiber - früher das blonde Fallbeil genannt - wurde zuerst zur
Lichtgestalt und später zum Chefreformer. Zuletzt schätzte
er leider den Gegenwind völlig falsch ein. Jener Wind, der Paulis
Feuerchen zum Lodern bringen konnte.
|