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www.rhetorik.ch aktuell: (26. November, 2006)

Freigekauft ist nicht frei gesprochen



Obwohl sich Ackermann rechtlich freikaufen durfte und nicht vorbestraft seinen Job weiter ausüben kann, hat dieser Befreiungsakt einen Makel:

Jo Ackermann ist durch den Freikauf nicht freigesprochen.
Durch die Zahlung des Millionenbetrages wurde der Öffentlichkeit bewusst, dass bei der Geschichte etwas faul ist. Hätte nämlich Josef Ackermann eine weisse Weste, so hätte er vor dem Gericht nichts zu befürchten gehabt. Der Freikauf wird dem Image Ackermanns sowie dem Image der Deutschen Bank zusätzlich schaden. Die Bevölkerung hat durch den Deal erlebt, dass nicht alle gleich behandelt werden:


Wer Geld hat, kann sich loskaufen.


Der "Stern" nennt es Klassenjustiz. Auf Jo Ackermanns Weste bleibt trotz des vermeintlich raffinierten Arrangements ein unschöner Fleck, den er nicht mehr so rasch los werden wird.


Quellen und Links




Nachtrag vom 29. November 2006: Kritik am vorzeitiges Prozessende: Etliche Politiker und Juristen haben die "Freikaufaktion" kritisiert: (Quelle: Spiegel)
  • Der bayerische SPD-Politiker und Oppositionsführer Franz Maget urteilte, die Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts sei "geeignet, die Zustimmung zu unserem demokratischen Staat nachhaltig zu untergraben und zu beschädigen". Die vom Landgericht festgesetzten Geldauflagen stellten "für einen Menschen in der Einkommensklasse des Herrn Ackermann in der Tat nichts anderes dar als die berühmt-berüchtigten Peanuts."
  • CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer reagierte ähnlich: "Wie eine solche Freikaufaktion auf das gesunde Rechtsempfinden der Menschen im Lande wirkt, so wirkt es auch auf mich."
  • Der Frankfurter Strafverfolger Wolfgang Schaupensteiner erklärte schon vor der absehbaren Entscheidung, die Einstellung des spektakulären Wirtschaftsprozesses sei stark zu bedauern: Als Jurist hätte er eine endgültige Klärung erwartet, ob es sich bei den Millionenzahlungen an Manager um Untreue gehandelt habe. "Von daher wäre ich dankbar gewesen, wenn das eben durch die Instanzen durchdekliniert worden wäre."


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