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www.rhetorik.ch aktuell: (9. November, 2006)

Zur Rumsfeld Verabschiedung

Rumsfeld Widerspruch Rumsfeld unter Druck Auszeichnung für Rumsfeld


Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wird von Bob Gates abgelöst.


Bei der Verabschiedung von Donald Rumsfeld geriet Bush bei einer Frage etwas aus dem Konzept. Auf die Frage, warum die Zeit jetzt richtig ist für die Ablösung Rumsfelds, und ob es etwas mit den Wahlen zu tun habe:
"Ich habe mit Rumsfeld seit längerer Zeit über neue Perspektiven gesprochen. Er nennt das 'die Sache mit neuen Augen sehen'. Er selbst versteht, dass es im Irak nicht gut genug geht, nicht schnell genug geht. Und - Er und ich sind dauernd am Einschätzen, - und - und ich bin auch am Einschätzen - die ganze Zeit - alleine, - darüber - ob wir die richtigen Leute am richtigen Ort haben - ob es die richtige Strategie ist. Wie Sie wissen, ändern wir dauernd die Taktik, und das erfordert ständiges Einschätzen."




In einem Artikel mit dem Titel "Bush gestutzt - Irak-Strategie verzweifelt gesucht" berichtet der Korrepondent Marc Pitzke von einer anderen Episode: beim ersten Auftritt nach dem Wahlsieg der Demokraten begrüsste der US-Präsident das Pressekorps mit einem Scherz über die designierte neue Parlamentssprecherin Nancy Pelosi:

"Als ersten Akt überparteilichen Kontaktes habe ich ihr die Namen einiger republikanischer Innendekorateure gegeben, die ihr helfen können, neue Bürovorhänge auszusuchen."


Fast niemand lachte. Der Witz versank wie Blei. Obwohl das Protokoll später im offiziellen Transkript trotzig vermerkte: "(Gelächter.)" Der Spiegel vermutet, dass das Schweigen der Reporter auf einen persönlichen Affront zurückging: sie hatten gerade herausgefunden, dass Bush den Abgang Rumsfelds zwar schon wochenlang geplant, dies aber auf direkte Nachfrage geleugnet hatte. Nur wenige Tage zuvor hatte er einer Gruppe Journalisten im Oval Office hoch und heilig versichert, "Rummy" werde bis 2008 bleiben - obwohl er da längst dessen Nachfolge einfädelte. "Er hat die Journalisten belogen", schäumt John King, der frühere CNN-Korrespondent im Weissen Haus.


Verschiedene Webseiten, unter anderem die BBC, haben eine Liste von bekannten Rumsfeldaussprüchen gemacht:



Wir wissen, dass es bekanntes Unbekanntes gibt. Das heisst, dass es Dinge gibt, von denen wir wissen, die wir sie nicht wissen."


Rumsfeld Zitate



Donald Rumsfeld:

"Wir wissen mit Sicherheit, dass Osama Bin Laden entweder in Afghanistan
oder in einem anderen Land oder tot ist".

"Dinge passieren."  stuff happens

Februar 2003: Zum Irak Krieg:

"Es ist unmöglich zu sagen, wie lange das dauern wird. Vielleicht
sechs Tage, vielleicht sechs Wochen. Ich glaube, sechs Monate wirds nicht
dauern."

"Ich würde nicht sagen, dass die Zukunft weniger vorhersagbar ist
als die Vergangenheit. Die Vergangenheit war auch nicht vorhersehbar
als sie begann."

Zur Frage der irakischen Massenvernichtungswaffen:

"Wir wissen, dass sie da sind. Sie sind in der Region um Tikrit und
Bagdad, und östlich, westlich, südlich und nördlich davon
irgendwo."

Antwort auf die Frage, wieso so viele Soldaten das Leben lassen:

"Der Tod führt dazu, dass man die traurigen Seiten des Krieges
sieht."

Vor dem Kongress beantwortete Rumsfeld die Frage nach der Anzahl
verwundeter amerikanischer Soldaten folgendermassen:

"Da kann ich Ihnen keine Zahl nennen. Das ist nicht meine Aufgabe, solch
intelligente Dinge zu tun."

"Es ist unnötig festzuhalten, dass der Präsident recht hat. Was
auch immer er gesagt hat."

"Alles was ich sage und nicht hätte sagen sollen, habe ich nie
gesagt.  Ich möchte, dass sie das verstehen. Sofort."

"Ich stehe zu dem, was ich gestern gesagt habe. Ich weiss zwar nicht,
was ich gesagt habe, aber ich weiss, was ich denke, und ich denke,
genau das habe ich gesagt."

"Wenn ich die Antwort weiss, dann werde ich Ihnen die Antwort sagen. Und
wenn ich sie nicht weiss, dann werde ich bloss clever antworten."

"Man hat mich über diese Sache informiert, bevor ich hergekommen bin.
Ich bin sie noch nicht durchgegangen. Sie ist interessant. Lassen Sie
mich versuchen, sie im Kontext zu bringen, und dann schau¹ ich, ob ich
sie beantworten kann. Ich habe keine Ahnung, worum es geht."

"Aussenminister Powell und ich stimmen in jedem einzelnen Entscheid des
Weissen Hauses den es je gab überein, ausgenommen bei denjenigen
Dingen, wo Colin noch am Lernen ist."

Rumsfeld-Klassiker:

"Berichte über Dinge, die nicht passiert sind, interessieren mich
besonders, weil wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir wissen. Wir
wissen aber auch, dass es Dinge gibt, von denen wir wissen, dass wir
sie nicht wissen. Das heisst: Es gibt Dinge die wir nicht wissen. Es
gibt auch unbekanntes Unwissen. Das sind diejenigen Dinge, von denen
wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen."

Quelle: Süddeutsche Zeitung (about.com)


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