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www.rhetorik.ch aktuell: (19. September, 2006)

Zur Rhetorik der Verschwörungstheoretiker



In der SonntagsZeitung vom 17. September 2006 geht die ETH und die Uni Zürich auf Distanz mit zwei Verschwörungstheoretikern, die jüngst in verschiedensten Medien als Wissenschaftler zitiert worden sind. Der Öffentlichkeit wurde in den Beiträgen suggeriert, als stünde hinter den zwei Verschwörungstheoretikern die ETH und die Universität. Der eine, Daniele Ganser, arbeitet zwar an der Universität Zürich am Institut für Politikwissenschaft und war früher an der ETH. Der zweite, Albert A. Stahel, ist Dozent an der Milak an der ETH Zürich.
Aus dem Film 911 Cover up "Loose Change" mit Deutschen Untertiteln.
Nach dem Medienwirbel hielt nun Uni Kommunikationsdelegierte Christina Hofmann fest:

"Ganser vertritt nicht die universitäre Meinung. Er äusserte sich als Privatperson!"




Ob die Verbreitung eine Verschwörungstheorie Konsequenzen haben werde, sei noch offen. Experten bezeichneten die Thesen des Historikers Daniele Gansers als "völlig absurd". Der renommierte Militärwissenschafter Karl Haltiner, Professor an der Milak ETH, ging ebenfalls deutlich auf Distanz:

"Von diesen Theorien halte ich gar nichts. Auch in meinen Kollegenkreisen an der ETH und Milak kenne ich niemanden, der sie ernst genommen hat. Ausgenommen mein Arbeitskollege Stahel."


Stahels Reaktion entspricht der Rhetorik von Verschwörungstheoretikern. Er sagte:

"Gar nicht ist klar"


Nach der eindeutlichen Kritik der Hochschulkollegen sagte Ganser gemäss SonntagsZeitung:

"Da muss ich jetzt durch."








Verschwörungstheoretiker sind für uns Personen, die auf offene Fragen bereits eine fertige Antwort haben. Antworten, die nur auf Thesen beruhen und nicht bewiesen werden konnten.

Auch wir finden selbstverständlich, dass es bei unzähligen Vorkommnissen offene Fragen gibt, Fragen die nicht eindeutig beantwortet werden konnten und vielleicht auch nie beantwortet werden können. Ungewissenheiten erträgt der Mensch schwer. Er wünscht eine Antwort. Deshalb mutmasst er und sucht er nach Thesen, die möglich sein könnten. Solange Fragen offen sind, werden Verschwörungsrhetoriker stets offene Ohren finden für ihre Theorien.


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