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www.rhetorik.ch aktuell: (3. Juli, 2006)

Lehmanns Spickzettel





Nachdem die Deutschen - im Gegensatz zu den Schweizern- an der WM das Elfmeterschiessen für sich entschieden hatten, wurde in den verschiedensten Medien die Vorbereitung des Torwartes genauer unter die Lupe genommen. So liess Lehmann vor dem Spiel die generischen Torschützen analysieren. Es wurden die Vorlieben und Stärken analysiert und Lehmann wurden diese Informationen auf einem Spickzettel mitgegeben. Es ist nun offensichtlich: Die Deutschen hatten das Elfmeterschiessen antizipiert. Bekanntlich muss sich ein Torwart vor dem Abschuss für die linke oder die rechte Seite entscheiden. Denn alles geht blitzschnell. Wenn er nun vor dem Abschuss bereits ahnt, welche Seite der Schütze bevorzugt, so hat der Torwart einen Wissenvorsprung. Ob sich die Schweizer auch so vorbereitet hatten? Die gründliche Vorbereitung d.h. das Antizipieren lässt sich zweifach auf die Alltagsrhetorik übertragen:

  1. In Gesprächen und heiklen Situationen (bei Krisen) lohnt es sich auch, die Fragen der Journalisten zu überdenken.
  2. Wir empfehlen bei allen Auftritten - mit Stichworten (Spickzetteln) "ins Gefecht" zu gehen.




Fazit: Vorbereitung und Antizipieren ist die Häfte des Ganzen.


Nachtrag vom 25. September 2006 Im "Spiegel" wurde das Geheimnis um den Inhalt von Lehmanns Spickzettel gelüftet: Im WM-Tagebuch "Deutschland, ein Sommermärchen" berichtet Reggisseur Sönke Wortmann, dass er von Lehman den Zettel gezeigt bekam. Darauf stand:
  1. Riquelme links hoch/
  2. Crespo langer Anlauf/rechts, kurzer Anlauf/links
  3. Heinze 6 links flach
  4. Ayala 2 lange warten, langer Anl. rechts
  5. Messi links
  6. Aimar 16 lange warten links
  7. Rodríguez 18 links.


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