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www.rhetorik.ch aktuell: (22. Juni, 2006)

Politiker und Werbung

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Dürfen Politiker für Produkte werben? Darf man Politiker ungefragt auf Werbeplakate kleben? In Österreich gibt die "Big-Mac Affaire" gerade zu solchen Fragen Anlass. Was ist passiert? Die Werbeangentur "CCP Heye" hatte für die Firma "McDonnald Österreich" eine Werbekampagne ausgedacht, die "das nationale Selbstbewussein" der Nation wieder hochbringen und auch zu Schmunzlen Anlass geben soll. Der Slogan




"Österreich isst Weltmeister"


soll für die Nichtqualifikation an der Fussball WM kompensieren. Pikant an der Sache war, dass neben den beiden österreichischen Fussballern Andreas Goldberger und Andreas Herzog, die als offiziell Werbeträger engagiert worden waren, auf dem dritten Plakat unfreiwillig der österreichische Bundeskanzler und Sportminister Wolfgang Schüssel mit Schal und Schminke zu sehen war.


Die Reaktion des Bundeskanzlers war entspannt: Die Darstellung stehe eher in Zusammenhang mit der WM als mit Fastfood. seine Sprecherin Heidi Glück. Man habe sich als Entschädigung mit der Burgerkette auf eine karitative Spende in fünfstelliger Höhe geeinigt. Der Kanzler eine öffentliche Person, Werbung mit ihm komme immer wieder vor. Der Geschäftsführer Peter Czerny von der Werbefirma "CCP Heye" war sich das Risiko der Aktion bewusst:

"Wenn ich einen Politiker verwenden will, darf ich niemals vorher fragen. Er müsste immer ablehnen".


Entscheidend für den Erfolg der Werbung ist ob der jeweilige Politiker mit einem Imageverlust zu rechnen hat, oder auch davon profitieren kann. Angela Merkel, die vor einigen Jahren für eine Cabrio-Werbung einer Autovermietung herhalten musste. Wie der Spiegel berichtet, hatte sich auch Angela Merkel damals betont souverän gegeben und liess sich ein Wochenende im Cabrio spendieren. Sie nutzte den Medienrummel - notgedrungen - vorbildlich, um Sympathiepunkte zu sammeln, indem sie dem Volk zeigte, dass sie über sich selbst lachen kann.


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