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www.rhetorik.ch aktuell: (20. Mai, 2006)

Überraschungsinterview





Interview mit dem Guy Goma in BBC News 24, nachdem ein Produzent ihn irrtümlich als Experten zu einem Gerichtsfall ins Studio brachte.

Quelle: auf Video Google.

Guy Goma hatte sich um einen Job im Informatikbereich bei BBC beworben. Er befand sich im BBC Studio in Erwartung des Vorstellungsgesprächs, als ein Produzent ihn mit jemand anderem verwechselte und ins Fernsehstudio brachte. Statt mit Guy Kewney, einem Experten und Editor einer Internetseite über Internettechnologie, wurde nun Guy Goma gefragt, einen Kommentar über das Urteil im Streit von "Apple Computer" und dem "Apple Corp Record Label" zu geben.

Nach einem sichtlichen Überraschungsmoment fasste sich Guy schnell und gab Auskunft. Goma ist erst vor 4 Jahren vom Congo eingewandert und hatte erst dann begonnen, Englisch zu sprechen.


Der Kolumnist John Tierney von der "New York Times" schrieb am 20. Mai:

"Es war eine klassische Albtraumsituation: man befindet sich entblösst in einer Situation, für die man sich nicht vorbereitet hat, mit der zusätzlichen Schwierigkeit, in einer fremden Sprache zu sprechen."


und etwas zynisch:
"Gomas Auftritt von Goma macht klar, dass die Fernsehstationen Geld mit professionellen Kommentatoren verschwenden. Die einzige Vorbereitung für diese Zunft ist, sich das Video von Goma anzusehen. Es demonstriert das erste Prinzip der sprechenden Köpfe: "Verbaue die Meinung nicht mit Tatsachen. Je weniger Du weisst, desto stärker wirkst Du, weil Du nicht durch Details abgelenkt bist. Du kannst dann die grossen Zusammenhänge kommentieren."


Tierney meint, der Auftritt Gomas illustriere und entlarve Tricks, die von TV Kommentatoren gebraucht werden:

  • Beispiel:: "Wenn jemand um etwas Spezifisches fragt, werde breit. Befasse Dich nicht mit Details, sondern mit grösseren Wahrheiten."
  • Beispiel: "Bei jedem politischen Thema kann man immer kommentieren, dass der Kandidat es mit der Basis verscherzt, weil er die Moderaten zu besänftigen will. Und umgekehrt."
  • Beispiel: "Was auch immer ein anderer Kommentator über ein Land sagt. Es kann immer mit einem 'Ja, aber nicht im Süden des Landes' gekontert werden."
  • Beispiel: "Wenn gefragt, wer im politischen Rennen die Nase vorn hat, kann man immer sagen: 'Die einzige Umfrage, die wirklich gilt, ist die Umfrage am Wahltag'."


Das Interview (Englisch)

Karen Bowerman: Guy Kewney is editor of the technology website Newswireless. Hello, good morning to you. Guy Goma: Good morning.
Karen Bowerman:Were you surprised by this verdict today. Guy Goma:I am very surprised to see... this verdict to come on me because I was not expecting that. When I came they told me somehting else and I am coming. So a big surprise anyway.
Karen Bowerman: A big surprise, yeah, yes. Guy Goma: Exactly.
Karen Bowerman: With regards to the costs involved do you think now more people will be downloading online? Guy Goma: Actually If you can walk everywhere you are going to see a lot of people downloading the internet and the website and everything they want. But I think eh It is much better for development and eh to inform people what they want and to get the easy way and so faster if they are looking for.
Karen Bowerman: It does really seem the way the music industry's progressing now that people want to go onto the website and download music. Guy Goma: Exactly you can go everywhere on the cyber cafe and you can take, you can go easy. It is going to be an easy way for everyone to get something to the internet
Karen Bowerman: Thank you. Thanks very much indeed.  

Das Interview

Karen Bowerman: Guy Kewney ist der Editor der Technologie Webseite "Newswireless". Willkommen und guten Morgen. Guy Goma: Guten Morgen.
Karen Bowerman:Waren Sie überrascht über das Urteil heute morgen. Guy Goma:Ich bin sehr überrascht zu sehen ... dieses Urteil zu sehen, denn ich hatte das nicht erwartet. Als ich hierher kam, sagten sie mir etwas anderes und ich bin gekommen. So, es ist eine grosse Überraschung auf jeden Fall.
Karen Bowerman: Eine grosse Überraschung, jawoll. Guy Goma: Genau.
Karen Bowerman: In Anbetracht der Kosten, die dahinterstecken, denken Sie, dass mehr Leute nun online Material herunterladen werden? Guy Goma: Also, Wo immer man hingeht, man sieht viele Leute, die vom Internet herunterladen, die Webseiten und was immer sie wollen. Ich denke aber, das ist viel besser für die Entwicklung wenn man die Leute informiert, und dass sie leicht und schnell kriegen, was sie wollen.
Karen Bowerman: Es scheint wirklich der Weg zu sein, den die Musikindustrie nun nimmt. Die Leute gehen online laden die Musik herunter. Guy Goma: Genau. Man kann vom Internetkaffeehaus überall hingehen. Es wird für jedermann immer leichter, sich die Dinge vom Internet zu holen.
Karen Bowerman: Danke. Vielen Dank.  




Nachtrag vom 3. Juni, 2006: Spiegelnachtrag

Ein Artikel "Der perfekte Experte" von Ralf Hoppe gibt erzählt die Geschichte von Guy Goma mit Fortsetzung. Guy wurde zur Fernsehsendung "Friday Night" eingeladen. Der Artikel endet mit

"Die Krönung für Guy war die Einladung zu "Friday Night". Das Honorar betrug 100 Pfund. Und so steht er jetzt auf der Bühne von Studio vier und wirft Kusshände und geniesst den Applaus, genau 30 Sekunden lang. Guy, we love you. Sein Auftritt als Experte hatte allerdings 48 Sekunden länger gedauert. Vielleicht ist dies der Anfang des Vergessenwerdens."


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